Mittwoch, 20. September 2017

Mit neuen Armstulpen am alten Leuchtturm auf Borkum - mit Anleitung für gestrickte Armstulpen


Der Sommer ist vorüber und ich liebe die Farbenpracht, die der Herbst mit sich bringt.
Lila- bzw. Beerentöne gehören unbedingt dazu, satte Grünschattierungen- und natürlich Kürbisorange. Gern auch das alles zusammen ein wenig miteinander vermischt.

Von Carmen kaufte ich im vergangenen Jahr einen handgefärbten Strang Wolle mit dem klangvollen Namen "Herbstlicht". Leider ist ihr Dawanda Lädchen "Papier und Strick" inzwischen geschlossen, aber das Blog (klick) besteht noch.




So ein schönes Garn! Ich war schwer begeistert, als das Päckchen hier ankam, denn die Farben waren in Wirklichkeit noch viel schöner, als anhand der Fotos erwartet.
Meine Ma half mir netter Weise beim Wickeln und dann strickte ich gleich los. Armstulpen sollten es werden. - Was sonst? ;o)
Irgendwie verzögerte sich das Strickprojekt. Im Herbst 2016 trug ich meine Stulpen nicht mehr, obwohl sie fertig waren. Jedenfalls bis auf die Fäden, die es noch zu vernähen galt...




Ende August 2017, zu Beginn meines Urlaubs raffte ich mich endlich auf, die Fäden doch mal zu verstechen und nahm anschließend die Stulpen mit nach Borkum, um dort davon Fotos zu machen.

Am alten Leuchttum - dem ältesten Bauwerk und Wahrzeichen der Insel - schien mir dafür ein geeignetes Plätzchen zu sein, denn auf dem Gelände blühte rundherum der Sonnenhut in den schönsten Farben vor fast wolkenlosem Himmel. Diese Farbenharmonie gefiel mir sehr gut.




Direkt an der Stelle des Leuchtturms befand sich früher eine kleine Inselkirche aus dem 15. Jahrhundert. Der (damals niedrigere) Kirchturm diente bei Tageslicht als Orientierungszeichen für die Seefahrer. Die Kirche ist leider nicht erhalten.
Der Turm wurde zunächst erhöht und später dann auch mit einem Leuchtfeuer ausgestattet. Das war 1817. Die Befeuerung erfolgte mit einer Öllampe.




1879 brannte der Turm unglücklicher Weise vollständig aus. Der neue Borkumer Leuchtturm wurde erbaut und der alte schließlich wieder instandgesetzt.

Leider konnten wir den Turm, von dem aus man die gesamte Insel und das Meer überblicken kann nicht besteigen, denn er ist aus Sicherheitsgründen derzeit öffentlich nicht zugänglich.




Wir verbrachten trotzdem länger Zeit auf dem Gelände, denn neben dem Turm befindet sich noch "de Karkhoff", also ein kleiner alter Walfängerfriedhof. Die vorhandenen Gräber sind mit Infotafeln zu den dort bestatteten Personen versehen.
Was mögen diese Menschen für ein Leben gehabt haben, auf so einer kleinen Insel, abgeschnitten vom Rest der Welt? Kaum mehr vorstellbar, in unserer heutigen Zeit, mit ihren technischen Möglichkeiten und unserer Mobilität.
Ein langes Leben war ihr nicht vergönnt, der Frau, deren Grabinschrift hier zu finden ist:


Geboren 1837, gestorben 1866

Der alte Turm und der Friedhof, ein ruhiger Ort mit einer interessanten Geschichte, von dem eine besondere Stimmung ausgeht. Anrührend die Inschriften auf den Gräbern.


"Stark im Glauben und Vertrauen, 
klar im Handeln wie im Schauen. 
Fromm und freudig, kindlich gut, 
war sie deren Staub hier ruht."


Wer mehr Informationen über Leuchtturm, Friedhof und die ehemalige Inselgeschichte haben möchte, dem sei die Seite des Heimatvereines Insel Borkum e. V. ans Herz gelegt (klick).




Die Armstulpen verbrachten die restliche Zeit unseres Urlaubs in der "Villa Grottig" - unserer Ferienwohnung.
Wir hatten Wetter für kurze Hosen und T- Shirts. Sommerurlaub eben.
Jedenfalls bis zum Mondwechsel, am 6. September. Mittwoch vormittags regnete es, der Wind frischte auf, die See wurde unruhiger und danach war schlagartig Herbst.




Anleitung:

Die Armstulpen sind auf einem Nadelspiel Stärke 3, ausschließlich aus rechten und linken Maschen rund gestrickt.
Das Garn "Herbstlicht" (reine Schurwolle) wog 100 g mit einer Lauflänge von 320 m, die ich nicht aufgebraucht habe.

Den Anschlag von 48 M. auf nur 3 statt der üblichen 4 Nadeln verteilen, also pro Nadel 16 M. = 2 Musterblöcke. anschlagen und zur Runde schließen.
Ein Musterblock besteht aus 8 Maschen bzw. ein Mustersatz aus 12 Reihen. (Die erste Reihe wird NICHT! wiederholt, weil die 13. Reihe gleichzeitig die 1. ist.):

R= rechte Masche, L= linke Masche:

  1. LRRRRRRR
  2. LLRRRRRR
  3. LLLRRRRR
  4. LLLLRRRR
  5. LLLLLRRR
  6. LLLLLLRR
  7. LLLLLLLR
  8. LLLLLLRR
  9. LLLLLRRR
  10. LLLLRRRR
  11. LLLRRRRR
  12. LLRRRRRR
  13. LRRRRRRR
Nach Reihe 13 nicht! mit Reihe 1 neu beginnen, sondern mit Reihe 2 fortfahren! 
... Und immer so weiter, bis die Stulpen lang genug geworden sind. Das Muster ist im Grunde ein Selbstläufer ;o)


Fragen oder Verbesserungsvorschläge zur Anleitung sind herzlich willkommen!



Die Länge der Stulpen ist natürlich ganz nach Wunsch variabel!
Meine Armstulpen sind je 7 Mustersätze hoch und damit 20 cm lang.




Wieder zuhause stand ich am ersten Arbeitstag nach dem Urlaub mal wieder etwas ratlos vor meinem Kleiderschrank und griff schließlich zu einem meiner allerersten selbst gestalten Shirts, nämlich diesem (klick) Herbstshirt hier.
Gar nicht klar gewesen war mir bis zu diesem Moment, wie perfekt meine neuen Stulpen mit dem alten Shirt farblich zusammen passen. Welch doppelte Freude !





Sonntag, 17. September 2017

Morgenstunde


Es ist Samstag. Wochenende.
Wie fast immer wache ich zu zeitig auf.
Der Liebste schläft noch und ich schleiche mich leise aus dem Schlafzimmer ins Bad, ziehe mich an.
In der Küche angekommen schalte ich die Kaffeemaschine ein. Während sie aufheizt, geht mein Blick zum Fenster: ich sehe blauen Himmel und durch die Birke vor dem Haus blitzt ein erster Sonnenstrahl...





Mit der Kaffeetasse in der Hand trete ich kurz darauf auf den Balkon. Es ist noch nicht mal halb 8. Die Luft riecht nach Herbst, duftet nach Zuckerfabrik, es ist noch still und ziemlich...




... frisch draußen! Nicht nur die Eule in der Konifere beäugt skeptisch das Thermometer. Brrr, keine 10 Grad! Mit Strickjacke und Armstulpen mache ich es mir trotzdem gemütlich.




Ein Streifen Morgensonne fällt durch die Balkontür (von hinten! Quer über das Wohnzimmer durch das Essplatzfenster) bis hierher. Eine neue Perspektive.
Der Balkon in Süd- Westlage hat nämlich morgens eigentlich gar kein Sonnenlicht...




... und die Kapuzinerkresse leuchtet ganz ungewöhnlicher Weise so schön ♥. 
Ich atme tief durch, sauge das alles in mich auf. Wohltuend spüre ich die morgendliche Ruhe und trinke langsam meinen heißen Kaffee.
Im Geist entsteht die Idee zu diesem Post. Ich hole die Kamera und beginne zu fotografieren.




Vor dem Haus tummeln sich vier Amseln. Eine ist schwarz mit gelben Schnabel, die drei anderen sind braun...
Sie picken auf dem Weg herum und es scheint, als würden sie sich dabei miteinander unterhalten.
Ob das die Eltern mit den letzten beiden Pieplingen aus der Brut auf unserem Balkon von diesem Sommer sind?
Ich werfe ein paar Rosinchen nach unten, die werden sofort aufgepickt ;o)




Eigentlich wollte ich jetzt lesen, stattdessen sitze ich dann weiter da und genieße einfach nur den Moment.
Mein Buch heißt "Die Dreizehnte Fee" von Julia Adrian (klick). Es ist ein modernes Märchen für Erwachsene. Ich bin schon beim 2. Teil aus der Triologie und finde die Reihe sehr empfehlenswert:




Der Untertitel "Entzaubert" passt heute allerdings mal gar nicht hierher, denn ich bin VERzaubert von der Stimmung diesen Tages.
Plötzlich spüre ich Dankbarkeit und werde ganz andächtig.

Ein altes Lied kommt mir in den Sinn und leise beginne ich zu summen:


Jeden Morgen geht die Sonne auf,
in der Wälder wundersamer Runde.
Und die schöne, scheue Schöpferstunde,
jeden Morgen nimmt sie ihren Lauf.

Jeden Morgen aus den Wiesengründen
heben weiße Schleier sich ins Licht,
uns der Sonne Morgengang zu künden, 
ehe sie das Wolkentor durchbricht,

(Volkslied, Text von Herrmann Claudius)


Ja, so war das gestern! Es tat gut, auf diese Weise in den Tag - in das Wochenende zu starten.
Als etwas später der Liebste aufsteht, gehen wir zum Markt und jetzt sitze ich hier zwischen neuen Blumen ;o) Euch wünsche ich heute einen schönen Sonntag!


Montag, 11. September 2017

Gebastelt: Möwe (DIY) schnell geknotet... oder die Mission "Finde eine Wellhornschnecke"


Ihr Lieben,
während hier zuhause bei uns in Niedersachsen der Herbst bereits Einzug gehalten hat, hatten der Liebste und ich noch späten SOMMERurlaub. 
Nein, wir sind nicht in den Süden geflogen, wir waren in Deutschland an der Nordsee - genauer gesagt auf der schönen ostfriesischen Insel Borkum. Mein sehnlicher Wunsch nach sommerlichem Wetter hat sich zumindest während der überwiegenden Urlaubszeit erfüllt und wir haben es uns richtig gut gehen lassen!


Der Tonkartonstreifen für meine Möwen war ca. 2,5 cm breit

Auf Borkum entdeckte ich in einem Lädchen Möwen, die auf die ähnliche Weise gefertigt zu sein schienen, wie damals die "geknoteten Amseln" im Frühling 2016.
Sofort zuckte es mir gewaltig in den Fingern und gleich nach unserer Rückkehr schritt ich zur Tat.

Die Möwen- Bastelanleitung hätte man vor Ort kaufen können. Das habe ich natürlich nicht getan, sondern meine Amseln eigenständig abgewandelt. Der Preis verschlug mir übrigens auch etwas den Atem, zumal es sich ja um eine eher simple Bastelei handelt. Hier (klick) geht es für euch zur kostenlosen (Amsel-) Bastelanleitung. Statt schwarzem habe ich für die Möwe weißen Tonkarton verwendet, Schnabel und Schwanz etwas abgewandelt (siehe Foto) und meine Möwe mit Acrylfarbe bemalt. Das war wirklich einfach und ging ganz schnell. Vielleicht hat ja jemand Lust, die Idee nachzubasteln.




So, nun ein Themenwechsel: wer schon länger hier liest weiß, Frau Alltagsbunt ist eine bekennende Schneckenfreundin. Diese Schneckenliebe bezieht sich auch - und womöglich sogar ganz besonders - auf Wellhornschnecken!
Zum vergangenen Weihnachsfest schenkte mir deshalb der Liebste sogar einen entsprechenden silbernen Kettenanhänger, der kunstvoll von einem Goldschmied gefertigt ist 




Schon immer galt bei uns die Devise, während jeden Inselaufenthalts an der Nordsee, eine (heile!) Wellhornschnecke finden zu wollen. Wir waren Ich war der festen Überzeugung, wenn man keine findet, nicht wieder nach Hause fahren zu können... Als die Söhne noch Kinder waren, wurde die WEllhorn- zur WIllhornschnecke... Zitat: "Mama will ja schließlich eine finden" ;o)




Tja, was soll ich sagen?!
Wellhornschneckenhäuser findet man am Strand eher selten. Diese Information und auch, dass die steigende Umweltbelastung hierfür mit ein Grund ist, ist sogar bei Wikipedia nachzulesen (klick).

Jahrelang war das Glück mir in der Vergangenheit hold. Es sammeln sich hier bereits diverse Wellhornschneckenhäuser.
In diesem Urlaub jedoch...


Ausbeute 2017: löchrig oder winzig klein

... waren sie alle entweder löchrig, oder ziemlich winzig.
(Liebe Margot - klick - an dieser Stelle dir nochmals ganz herzlichen Dank für dein großherziges Angebot, aber eine geschenkte Schnecke wäre Schummelei und nicht das Selbe!)

Ich bin nun desillusioniert: wir durften trotzdem nicht auf Borkum bleiben.
Unser Urlaub ist zu Ende und heute geht es wieder ins Büro!

Euch wünsche ich einen guten Start in die neue Woche.

Herzlicher Claudiagruß


Donnerstag, 7. September 2017

Auf Augenhöhe


Kürzlich besuchten der Liebste, seine Ma und ich Verwandte der Beiden in der Ferne. Wir genossen die Gastfreundschaft dort und verbrachten viel Zeit in dem wunderschönen Garten.
Insbesondere den Gartenteich möchte ich euch nicht vorenthalten...




Der Teich ist zwar nicht auffällig groß und trotzdem doch ein echter Hingucker. Es ragt eine Plexiglassäule ca. 1m hoch über dem Wasserspiegel heraus, die von unten offen ist. Durch Unterdruck füllt sich die Säule mit Wasser  so dass die Goldfische hinein schwimmen können und dann dem Betrachter wahrlich auf Augenhöhe begegnen ;o)


Herrlich - dieser Straßenname


Natürlich beobachteten wir nicht den ganzen Tag ausschließlich die Fische. Es gab ein äußerst köstliches Mittagessen und wir spazierten ausgiebig durch das hübsche Städtchen, das ich zuvor noch nicht kannte und mit dem den Liebsten viele Erinnerungen aus seiner Kindheit verbinden...




Hoffentlich hatten auch die Goldfische einen schönen Tag.
Ob sie wohl wissen, wie privilegiert sie sind, am Leben über dem Wasserspiegel teilhaben zu können ;o)


Montag, 4. September 2017

Freitag, 1. September 2017

Willkommen im September!



Ich liebe das Septembergelb
Ich liebe das Septembergelb,
den Morgentau auf Spinnenfäden,
das Blatt, das nichts am Baum mehr hält,
der kurze Tage stummes Reden.
Der Krähe Ruf, das Stoppelfeld –
mehr, als des Frühlings Drang und Hast,
ist es der Herbst, der zu mir passt.
(Alexander Smith 1830 - 1867)

Dieses wunderbare Gedicht entdeckte ich bereits vor einem Jahr in den Weiten des Internets und hier (klick) hatte ich es auch schon geteilt.
Weil es mir gar so gut gefällt, darf es in diesem Jahr noch einmal im Blog auftauchen und sie eröffnen: meine liebste Jahreszeit!

Der September bringt neue Düfte, Farben, verändert mein Lebensgefühl, auch wenn ich etwas traurig bin, dass sich in diesem Jahr bei uns in Niedersachsen der Sommer so rargemacht hatte. Das eigentlich Reizvolle ist doch der Wechsel im Jahreslauf, die Vorfreude auf und Freude über etwas Neues ...





Im September werde ich...

  • die vorerst letzte Monatsvorschau hier beim Alltagsbunt veröffentlichen - erleichtert seuftz! - Das Jahr ist voll, ab Oktober gibt es endlich wieder Rückblicke ;o)
  • auf noch ein paar sommerliche Tage hoffen
  • zum Stoffmarkt gehen
  • den Zwerglein (klick) wieder beim tanzen zuschauen
  • einige Tage Urlaub haben
  • meine Seele am Meer lüften
  • die Mission "finde eine Wellhornschnecke" in Angriff nehmen ;o)
  • wählen!!!
  • den Studiumsabschluß des jüngeren der beiden Lieblingssöhne feiern
  • die erste Kürbissuppe (klick) des Jahres genießen
  • mich am Glanz der Kastanien freuen
  • zum ersten Mal eine Mammographie machen lassen
  • endlich die Armstulpen vom letzten Herbst fertig stricken
  • den Balkon einherbsten

September - ich freue mich auf dich!







Sonntag, 20. August 2017

Hmmmm, heute gibt es Schmorgurken... Rezept für Schmorgurken- Mettpfanne mit Salzkartoffeln


Hallo, ihr Lieben!
Nun ist mein letztes Posting tatsächlich schon mehr als 2 Wochen her und es gab bereits Anfragen, ob alles in Ordnung wäre oder ich vielleicht verreist sei.
Danke allen, die sich gesorgt haben!
Es geht uns gut - und zwar obwohl wir leider noch keinen Urlaub hatten ;o)
Um ehrlich zu sein, war mir gar nicht bewusst, wie viel Zeit verstrichen ist...
Die Erklärung für die Funkstille hier beim Alltagsbunt ist einfach: ich bin gerade etwas faul...

Heute waren meine Söhne hier.
Wir haben erst zusammen zu Mittag gegessen - es gab Schmorgurken - und dann endlich die letzten Reliquien aus dem Keller geräumt. Morgen früh kommt der Sperrmüll. So gut und leicht fühlt es sich an, den Ballast endlich los zu sein.

Aber nun mal etwas Anderes, wie ist das denn so bei euch? Kocht ihr heute noch so ähnlich, wie das früher zuhause bei euren Eltern üblich war?
Also in meiner Familie, die ja aus Berlin stammt, gab es z. B. niemals Grünkohl. Den kannten wir einfach nicht - bis zu unserem Umzug nach Niedersachsen. Auch danach. Klar, gab es irgendwo ein Grünkohlessen, schlossen wir uns nicht aus, aber zuhause selber kochen? Nee!
Überhaupt dauerte es einige Jahre, bis ich entdeckte, dass es durchaus annehmbare Speisen gibt, die in meiner Kindheit bei uns nicht auf dem Tisch waren. Schmorgurken zum Beispiel.

Vor vielen Jahren hatte ich eine Freundin, deren Lieblingsessen die Schmorgurken waren. Der Kontakt zu der Freundin ist schon lange eingeschlafen, der Zettel mit ihrem Rezept lag noch ewig danach in meinem Kochbuch... ungenutzt.
Irgendwann stand ich unschlüssig im Supermarkt und wusste nicht, was ich für das Mittagessen einkaufen sollte.
Unser nahe gelegener Supermarkt führt erfreulicher Weise saisonale und regionale Lebensmittel im Sortiment. An diesem Tag fiel mein Blick auf die gerade frisch angelieferten Schmorgurken.
Kurzentschlossen kaufte ich davon - und auch Mett dazu, kochte die Schmorgurkenpfanne mit Mett und Salzkartoffeln als Beilage. - Boah, war das lecker!

Vor einiger Zeit erwähnte dann der ältere der beiden Lieblingssöhne, er würde auch gern mal wieder Schmorgurken essen. Die hätte es früher bei seiner (anderen) Oma immer gegeben. Ach guck! Das wusste ich gar nicht...




(Rezept für 4 Personen)
Zutaten:

  • 1 kg Schmorgurken
  • 400 g gemischtes Hackfleisch
  • 1 kleine Zwiebel
  • Öl zum anbraten
  • 1/2 Bund Dill
  • Instant- Gemüsebrühe
  • 250 g Schmand
  • 2 Esslöffel mittelscharfen Senf
  • Salz, Pfeffer, Rosenpaprika und eine Prise Zucker zum würzen
  • Kartoffeln als Beilage



Und so gehts: 

(Zuerst die Kartoffeln schälen und im Topf bereitstellen.)
Die Schmorgurken schälen, halbieren, mit einem kleinen Löffel die Kerne herauskratzen, die Enden großzügig abschneiden und schließlich vierteln. (Jetzt unbedingt ein kleines Stück von jeder Gurke probieren! Wir hatten einmal eine Gurke dabei, die bitter geschmeckt hat. Das war mega eklig und hat uns das ganze Essen verdorben.)
Die Viertel in ca. 1 - 1,5 cm  breite Stücke schneiden:




In einer großen, beschichteten Pfanne etwas Fett heiß werden lassen und das Mett scharf krümelig anbraten.
Derweil nebenher schon die Zwiebel fein würfeln...




... und nach einiger Zeit die Zwiebelwürfel mitbraten:




Fertig gebratenes Mett aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.
(Nun die Salzkartoffeln aufsetzen!)
Im Bratensatz jetzt die Gurkenstücke anbraten (evtl. noch etwas Fett zugeben), bis sie ungefähr SO aussehen:




Das gebratene Mett wieder hinzufügen und 400 ml heißes Wasser (ich koche das Wasser vorher immer im Wasserkocher auf) angießen...




... Instantbrühe einrühren, alles ca. 5 Minuten köcheln lassen.
Dill in dieser Zeit hacken. (Etwas Dill zum dekorieren übrig lassen.)




Schmand unterrühren, nochmals aufkochen.
Pfanne vom Herd nehmen, Senf, gehackten Dill und eine Prise Zucker unterrühren.
Essen mit Salz, Pfeffer und Rosenpaprika abschmecken.
Schmorgurkenpfanne zu den Salzkartoffeln servieren. Fertig, lecker!




GUTEN APPETIT! 




Nachdem sich alle sattgegessen hatten und der Keller leer war, knüpften wir an alte Zeiten an - haaach! - und spielten eine Runde Hexentanz (klick)
Die Oberhexe Ich hatte viel Spaß dabei, obwohl ich leider verloren habe...




Vorbei der Sonntag, vorbei das Wochenende.

Euch wünsche ich eine gute neue Woche!