Montag, 30. September 2013

Moritz


Am 22. November 1999 kamst du zu uns. Die Tierärztin schätzte dich da ca. 2 Jahre alt.
Du warst ein kleiner Streuner, hungrig, zerrupft und unglaublich scheu.
Die erste Zeit hast du dich tagsüber viel verkrochen, kamst erst abends zum Vorschein, wenn es draußen dunkel wurde.
Lange durften wir dich nicht anfassen, aber du hast von der ersten Nacht an zu meinem Fußende unten im Bett geschlafen.
Du wurdest ein schöner stolzer Kater.
Dein Fell war seidig. An den Seiten hatte es ein Muster, das aussah, wie eine Schnecke.
Perfekt, für den Kater einer Schneckenfreundin, wie ich es bin.




Wir wurden gute Freunde und die Kinder und ich waren unbeschreiblich glücklich, dich als Familienmitglied bei uns zu haben.
Du warst inzwischen sehr zutraulich geworden. Ich glaube, du hast dich bei uns wohlgefühlt.


Auf unserem Balkon lagst du nach Katzenart oft und gern versteckt in den blauen Glockenblumen.


 

Auf dem folgenden Foto hast du mir tatkräftig geholfen, die Weihnachtsgeschenke einzupacken, indem du dich auf das Papier gesetzt hattest. Immer warst du in unserer Nähe, überall dabei. (Entschuldigung für die schlechte Qualität des Fotos. Es wurde mit der Kamera eines alten Handys aufgenommen.)




Du wurdest krank. Deine Herzrythmusstörung ließ sich gut therapieren, es war kein Problem, dir Tabletten zu geben.
Du bekamst eine Autoimmunerkrankung und ich mußte dir Cortison spritzen.
Das war schlimm und vielleicht sind die Nebenwirkungen davon der Grund, warum du nicht so sehr alt geworden bist.

Zum Schluss ging es dir sehr schlecht und ich musste diese letzte unglaublich schwere Entscheidung für dich treffen. Als am 30.9.2009 die Nacht hereinbrach - die Nacht, die sonst immer deine Freundin gewesen war, konnte dir diesmal keinen Schutz bieten - hast du diese Welt verlassen.

Heute, vor vier Jahren. Moritz, ich vermiss dich so. Immer noch. Jeden Tag.






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