Mittwoch, 11. September 2013

"September" von Gustav Falke

Spürt ihr sie auch, diese Abschiedstimmung?

Der Sommer geht, es kommt der Herbst...

 

...der Herbst ist mir die liebste Jahreszeit. Und wenn ich mich so durch die Bloggerwelt klicke, scheint es, als wäre ich mit dieser Betrachtungsweise nicht allein.
Was ist es für ein Reiz, den der Herbst ausübt? 
Führt er uns nicht durch die Natur die Vergänglichkeit - auch unsere eigene - direkt vor Augen?
Die Zeit im Freien geht zu Ende, das Wetter zeigt uns Grenzen. 
Im Farbenrausch bäumt sich die Pflanzenwelt noch einmal auf. Die Blätter färben sich, die Früchte reifen. Schön ist das, wunderbare Wehmut erfüllt mein Herz. Ein süßer Schmerz macht sich breit.

Wie sagte doch der dänische Theologe Sören Kirkegaard sinngemäß: Soviel lieber wäre ihm der Herbst, als das Frühjahr, weil man im Frühjahr zur Erde und im Herbst nach dem Himmel sieht.

Sehr schön bringt auch Gustav Falke zum Ausdruck, was da in mir ist. 1853 wurde er geboren, lebte in einer völlig anderen Welt als unserer heutigen. Und doch scheint er damals auch ganz ähnlich empfunden zu haben.

 

September

Der Dornbusch prangt im Schmuck der roten Beeren,
Die Dahlien in ihrer bunten Pracht,
Und Sonnenblumen mit den Strahlenspeere
Stehn stolz wie goldne Ritter auf der Wacht.

Die Wespe nascht um gelbe Butterbirnen,
Die Äpfel leuchten rot im Laub und glühn
Den Wangen gleich der muntren Bauerdirnen,
Die sich im Klee mit ihren Sicheln mühn.

Noch hauchen Rosen ihre süßen Düfte,
Und freuen Falter sich im Sonnenschein,
Und schießen Schwalben durch die lauen Lüfte,
Als könnt des Sommerspiels kein Ende sein.

Nur ab und an, kaum daß der Wind die Äste
Des Baumes rührt, löst leise sich ein Blatt,
Wie sich ein stiller Gast vom späten Feste
Heimlich nach Hause stiehlt, müde und satt.



  Gustav Falke
 

Kommentare:

  1. Ich liebe den Herbst.Das heißt;kuscheln,Kerzenzeit,Gemütlichkeit.
    LG
    Nicole

    AntwortenLöschen
  2. Der Herbst ist meine absolute Lieblingszeit...auch wenn er jetzt grade in meinem SOMMERurlaub ein bissi zu doll übertreibt.Alles ehr grau und total verregnet:(

    Aber Kuchen hilft immer :) Der teller ist echt süß,gell? Den hat mir eine liebe Kollegin zum Geburtstag geschenkt mit den Worten:
    "Weil du doch so´ne Kuchentante bist"

    Das Service besteht aus 4Tellern mit 2versch.Designs und 4Tassen.
    Der gatte fand den Kuchen übrigens nur ganz lecker, er ist nicht so der Birnenfreund. Lümmel!!

    Das Gedicht ist sehr sehr schön.

    LG,Bianca

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja echt, du Arme, Sommerurlaubwetter ist das wirklich nicht.
      Finde aber gut, dass ihr trotzdem was aus der freien Zeit macht.
      Kinobesuch unter der Woche hat doch auch ein wenig Luxus...
      Auf dein Geschirr könnt ich fast neidisch werden ;o)

      Mochtest du denn den Kuchen?
      Vlt. liegts gar nicht an den Birnen, dass dein Liebster nicht so begeistert ist?
      (Hab das Rezept damals, als es erschien auch ausprobiert. Mit Aprikosen und Himbeeren drauf. Wir fanden den Teig nicht sooo toll.
      Eiliger Claudiagruß vor der Chorprobe, die in 4 Min. anfängt...

      Löschen
    2. Ich mochte ihn sehr, sehr gerne. Als ich den Kuchen vor einigen Wochen(?) mit Äpfeln zum ersten mal probiert habe, mochte er ihn auch sehr gerne.

      Löschen
  3. Wie schön geschrieben! Ich hoffe einfach noch auf ein paar schöne Spätsommertage, die dann gerne in einen sonnigen Herbst übergehen dürfen. ;-)
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Andrea,
      herbstherzlich willkommen beim Alltagsbunt!
      Die Hoffnung auf noch mehr schön sonnige (warme?) Tage hege ich auch.
      Tanken wir - wie Frederik - Sonnenstrahlen und Farben für den Winter ;o)
      Liebe
      Claudiagrüße

      Löschen
  4. So jetzt habe ich dich doch noch gefunden fühle mich bei dir gleich wohl .Ich liebe Gedichte und den Herbst .Liebe Grüße Galina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Galina,
      herzlich willkommen auch dir.
      Leider habe ich keine Ahnung, warum mein blog so schwer zu finden ist.
      Da hatten schon einige Probleme.
      Schön, dass du jetzt da bist und dich wohl fühlst!
      Claudiagruß am Donnerstag

      Löschen
  5. Passt zwar noch nicht ganz zur Jahreszeit, aber ich mag das Tulpenbaumgedicht von Gusta Falke

    Der Tulpenbaum hat über Nacht
    All seine Blumen aufgemacht,
    Die weißen Sterne leuchten weit
    In ihrer keuschen Herrlichkeit.

    Es ist, als hätts die Nacht bedacht,
    Was Liebes sie dem Tag vermacht,
    Damit von ihrem Märchenglanz
    Ein Schimmer leb in seinem Kranz.

    Er aber, überreich an Licht,
    Bedarf der fremden Sterne nicht,
    Und bald entblättert, schnell und sacht,
    Das liebliche Geschenk der Nacht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Martina,
      dieses Gedicht kannte ich noch gar nicht.
      Vielen Dank fürs Aufschreiben!
      Hach wäre es doch schon soweit, dass er blühen würde... dann hätten wir wohl den Winter besiegt. ;o)
      Viele
      Claudiagrüße

      Löschen

Wenn du mir eine Rückmeldung hinterlassen möchtest, freue ich mich sehr! ♥ DANKE! ♥