Freitag, 15. November 2013

Quittenbrot (Rezept)


Seit vielen Jahren ist hier bei uns in der Weihnachtszeit, im Adventskalender und auf dem bunten Teller Quittenbrot unverzichtbar.




Als meine Söhne noch klein waren, hatten wir es ursprünglich auf dem Adventsbasar unserer Kirchengemeinde kennengelernt. Dort werden jedes Jahr hausgemachte Köstlichkeiten und kunstvolle Basteleinen für einen guten Zweck verkauft.




Nachdem wir es einige Jahre hintereinander dort gekauft hatten, war das Quittenbrot plötzlich aus dem Angebot verschwunden.
Die Kinder waren traurig - ich begann nach Rezepten zu suchen.
Internet gab es noch nicht und die althergebrachten Rezepte waren auch noch nicht so "in" wie heute, wo man in jeder Zeitschrift und jedem Kochbuch fündig wird.
Ich beklagte mich in einem Brief bei einer Freundin über das Problem und - schwupps - lag ihrer Antwort ein Rezept bei.

Quitten zu bekommen war zu dieser Zeit ebenfalls schwierig... In einem weit entfernten Bioladen fand ich endlich welche. Irgendwann nach ein paar Jahren tauchten sie dann später auch auf dem Wochenmarkt auf.
Schließlich entdeckte ich in einem späteren Jahr auf einer alten Streuobstwiese einen herrenlosen Baum, den ich einige Jahre beernten konnte. Leider wurde inzwischen der Baum zerstört und die Wiese bebaut.
Letztes Jahr bekam ich Quitten geschenkt. (Dazu morgen mehr!)

Eine Chorschwester erzählte mir schließlich von einem Quittenbaum in einem öffentlichen Park in der Nähe. Hier bei uns ist es erlaubt,Obst auf öffentlichen Flächen zu pflücken und so sind für die nächsten Jahre die Ernten wohl gesichert...


Foto im September aufgenommen




Die Zubereitung des Quittenbrots ist an sich nicht schwierig, jedoch etwas zeitaufwändig.
Die fertige Leckerei muß nach dem Kochen noch eine Weile in Ruhe trocknen. Deshalb fange ich meist schon im November mit der Zubereitung an.
Durch den hohen Zuckergehalt, der konservierend wirkt, bleibt es lange haltbar. Allerdings lagere ich es nie völlig luftdicht verschlossen. (Einmal war die Dose - mit geringen aber noch immer einwandfreien Resten - in Vergessenheit geraten und erst Ostern wieder aufgetaucht.)

Hier mein Rezept...

Zutaten:

- 3 Quitten
- Einmachzucker
- etwas gemahlene (echte) Vanille
- eine Prise Zimt
- 1 Pck. Zitronensäure

(- selbstgemachten Vanillezucker)




Zubereitung:

Die Quitten trocken abreiben, dünn schälen, Kerngehäuse und Blüte entfernen und in kleine Stücke schnipseln. (Diese Arbeit ist wirklich keine Freude. Die Früchte sind auch reif noch STEINhart.)
Die Fruchtstücke in so wenig Wasser wie möglich weich kochen, pürrieren und das Mus abwiegen.
Mit der gleichen Menge Zucker, der Zitronensäure und den Gewürzen unter ständigem Rühren richtig dick zu einer zähen, klebrigen, Paste einkochen.
Das dauert ziemlich lange. Jedes Jahr aufs Neue wieder länger, als ich vorher erwarte  ;o)  und...
ACHTUNG: die Masse brennt leicht an!

Schließlich das Quittenbrot 1cm dick auf Backpapier streichen. Nun muß es noch mindestens 2 Wochen offen trocknen.
(Mein Quittenbrot trocknet stehts oben auf dem Küchenschrank in einem flachen Karton ohne Deckel. Locker abgedeckt von einem Geschirrhandtuch, damit es potentiellen Räubern aus dem Blickfeld ist die Feuchtigkeit gut abziehen kann und es doch vor Schmutz und Staub geschützt ist.)

Nach ca. 2 - 3 Wochen Ober- und Unterseite mit selbstgemachtem Vanillezucker bestreuen und in mundgerechte Stücke schneiden...

 


P. S.: Und was hat das jüngere Lieblingskind gelacht, als er hörte, dass ich dachte, das Quittenbrot wäre oben auf dem Küchenschrank von ihm unentdeckt geblieben...






Kommentare:

  1. Mmmmmh, das sieht ja lecker aus! Obwohl ich mir unter einem Brot erst was anderes vorgestellt habe:-) Meine Bekannte macht auch solches. Wenn ich doch bloß Quitten hätte...
    Danke jedenfalls fürs Rezept, ich würde es zu gerne mal ausprobieren.
    Liebe Grüße,
    Gina

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    1. Und ich dachte immer, am Bodensee sei eine Obstreiche Gegend.
      Hier findet man Quitten inzwischen auch öfter auf dem Wochenmarkt.
      Woher bezieht denn deine Bekannte ihre? Vielleicht hat sie welche übrig?

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  2. Das ist bestimmt lecker,ich habe das noch nie gegessen.
    LG
    Nicole

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  3. Interessant. Ich hab das auch noch nicht gegessen.
    LG Judy

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    1. Irgendwann haben wir in den Herbstferien mal in Elbingerode gewohnt. In der Straße war ein "Tante Emma- Laden". Dort gab es wunderbare Quitten.
      Toll dachte ich, gut dass wir in einer ländlichen Gegend Urlaub machen... Hier gibts offenbar Quittenbäume.
      Ich hab sie gekauft und kam mit der Inhaberin ins Gespräch, weil sie mich fragte, was ich daraus machen wollte. (Sie kocht Pudding damit. Das hab ich dann gleich ausprobiert. War auch lecker.)
      Jedenfalls erfuhr ich, die Quitten waren aus Hannover vom Großmarkt...
      So sind denn die Quitten am Urlaubsende sozusagen mit uns heimgereist ;o)

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  4. Liebe Claudia, danke für diese Idee und für die Geschichte hinter dem Rezept! Ich wünsche dir noch einen schönen Abend,
    lieben Gruß,
    Bianca

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  5. Claudia lecker das würde ich jetzt essen ,lg galina

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    1. Öhömmmmm... haben wir gemacht (schäm).
      Eigentlich gibts alle Weihnachtssüßigkeiten hier frühestens am Freitag vorm 1. Advent.

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  6. Quittenbrot habe ich früher auch gerne mit den Kindern zubereitet, heute koche ich mehr mit den Quitten.
    Super, dass du jetzt wieder Quellen dafür hast.
    liebe Grüße
    Andrea

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  7. Hab jetzt neue Quitten gekauft und werde mich morgen ranmachen.

    Schönes Wochenende!

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  8. Hallo Frau Holunder,
    Wie lange dauert eigentlich lange einkochen? *grübel* ist eine Stunde lange genug?
    LG anni

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    1. Liebe Anni,
      schön, von dir zu lesen.
      Wie lang lang ist, ist leider schwer zu sagen...und davon abhängig, wieviel Wasser du genommen hast.
      Die Masse soll wirklich SEHR zäh sein. Vertrau mal darauf, dass du merkst, wenn es genug ist. Die Konsistenz verändert sich deutlich spürbar.
      Viel Erfolg und viele
      Claudiagrüße

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