Samstag, 16. November 2013

Knöpfe




Schlichte Kleidung kann man häufig mit tollen Knöpfen ganz schnell und unkompliziert individuell aufpeppen.
Hier an meiner Sommerjacke:




Nur der mittlere (große) Knopf erfüllt eine Funktion. Die kleineren Knöpfe sind reine Zierde.
Und weil es für die Sommerjacke nun inzwischen wirklich nicht mehr warm genug ist, zeige ich auch gleich meinen Wintermantel, der ein paar Hingucker an die Reversecke bekommen hat:









... oder hier die Knopfleiste einer schlichen schwarzen Sweatjacke:






Entschuldigt, leider sind mir im grellen Licht der tiefstehenden Novembersonne keine besseren Bilder geglückt.
Und ohne Foto: auch am Ausschnitt eines T- Shirts sind Knöpfe ein hübscher Schmuck.




Meine Knöpfe kaufe ich hier in Hannover meistens bei Fehlfarben. Mit Genehmigung der Betreiberin habe ich dort auch die Fotos des Knopfsortimentes gemacht.

Fehlfarben ist ein toller Laden.
Außer Knöpfen gibt es dort hauptsächlich Damenoberbekleidung aus natürlichen Materialien und zudem noch Filzwolle zu kaufen.
Die Schnitte und Formen der Kleidung sind oft ungewöhnlich, häufig originell. Das Ladenkonzept ist stimmig und zum Wohlfühlen.
Nicht zuletzt liegt das an der freundlichen Inhaberin. (Vergangenes Jahr hat sie mir zum Herbstende sogar ihre Dekoquitten für unser Quittenbrot geschenkt!)
Wenn ihr also mal in der Nähe seid - ein Abstecher ein die List lohnt immer  ;o)





Freitag, 15. November 2013

Quittenbrot (Rezept)


Seit vielen Jahren ist hier bei uns in der Weihnachtszeit, im Adventskalender und auf dem bunten Teller Quittenbrot unverzichtbar.




Als meine Söhne noch klein waren, hatten wir es ursprünglich auf dem Adventsbasar unserer Kirchengemeinde kennengelernt. Dort werden jedes Jahr hausgemachte Köstlichkeiten und kunstvolle Basteleinen für einen guten Zweck verkauft.




Nachdem wir es einige Jahre hintereinander dort gekauft hatten, war das Quittenbrot plötzlich aus dem Angebot verschwunden.
Die Kinder waren traurig - ich begann nach Rezepten zu suchen.
Internet gab es noch nicht und die althergebrachten Rezepte waren auch noch nicht so "in" wie heute, wo man in jeder Zeitschrift und jedem Kochbuch fündig wird.
Ich beklagte mich in einem Brief bei einer Freundin über das Problem und - schwupps - lag ihrer Antwort ein Rezept bei.

Quitten zu bekommen war zu dieser Zeit ebenfalls schwierig... In einem weit entfernten Bioladen fand ich endlich welche. Irgendwann nach ein paar Jahren tauchten sie dann später auch auf dem Wochenmarkt auf.
Schließlich entdeckte ich in einem späteren Jahr auf einer alten Streuobstwiese einen herrenlosen Baum, den ich einige Jahre beernten konnte. Leider wurde inzwischen der Baum zerstört und die Wiese bebaut.
Letztes Jahr bekam ich Quitten geschenkt. (Dazu morgen mehr!)

Eine Chorschwester erzählte mir schließlich von einem Quittenbaum in einem öffentlichen Park in der Nähe. Hier bei uns ist es erlaubt,Obst auf öffentlichen Flächen zu pflücken und so sind für die nächsten Jahre die Ernten wohl gesichert...


Foto im September aufgenommen




Die Zubereitung des Quittenbrots ist an sich nicht schwierig, jedoch etwas zeitaufwändig.
Die fertige Leckerei muß nach dem Kochen noch eine Weile in Ruhe trocknen. Deshalb fange ich meist schon im November mit der Zubereitung an.
Durch den hohen Zuckergehalt, der konservierend wirkt, bleibt es lange haltbar. Allerdings lagere ich es nie völlig luftdicht verschlossen. (Einmal war die Dose - mit geringen aber noch immer einwandfreien Resten - in Vergessenheit geraten und erst Ostern wieder aufgetaucht.)

Hier mein Rezept...

Zutaten:

- 3 Quitten
- Einmachzucker
- etwas gemahlene (echte) Vanille
- eine Prise Zimt
- 1 Pck. Zitronensäure

(- selbstgemachten Vanillezucker)




Zubereitung:

Die Quitten trocken abreiben, dünn schälen, Kerngehäuse und Blüte entfernen und in kleine Stücke schnipseln. (Diese Arbeit ist wirklich keine Freude. Die Früchte sind auch reif noch STEINhart.)
Die Fruchtstücke in so wenig Wasser wie möglich weich kochen, pürrieren und das Mus abwiegen.
Mit der gleichen Menge Zucker, der Zitronensäure und den Gewürzen unter ständigem Rühren richtig dick zu einer zähen, klebrigen, Paste einkochen.
Das dauert ziemlich lange. Jedes Jahr aufs Neue wieder länger, als ich vorher erwarte  ;o)  und...
ACHTUNG: die Masse brennt leicht an!

Schließlich das Quittenbrot 1cm dick auf Backpapier streichen. Nun muß es noch mindestens 2 Wochen offen trocknen.
(Mein Quittenbrot trocknet stehts oben auf dem Küchenschrank in einem flachen Karton ohne Deckel. Locker abgedeckt von einem Geschirrhandtuch, damit es potentiellen Räubern aus dem Blickfeld ist die Feuchtigkeit gut abziehen kann und es doch vor Schmutz und Staub geschützt ist.)

Nach ca. 2 - 3 Wochen Ober- und Unterseite mit selbstgemachtem Vanillezucker bestreuen und in mundgerechte Stücke schneiden...

 


P. S.: Und was hat das jüngere Lieblingskind gelacht, als er hörte, dass ich dachte, das Quittenbrot wäre oben auf dem Küchenschrank von ihm unentdeckt geblieben...






Donnerstag, 14. November 2013

Kleine Herbsttasche aus Wollwalk




Die Mittagspause habe ich gestern mal wieder im ...

... Stadtpark...


... verbracht. Meine liebe Kollegin und ich haben dort gemeinsam die Strahlen der tiefstehenden Sonne genossen. So langsam weichen alle Farben aus den Pflanzen, das Licht wirkt fahl und doch lohnt der Park trotz - oder gerade wegen - seiner süßen leisen Morbidität noch immer einen Spaziergang.




 





Außerdem brauchte ich ein Modell und das Licht der Mittagsonne, um meine...

... Herbsttasche...


... zu fotografieren. Die Tasche hat einen schmalen Lederriemen, ist aus schwarzem Wollwalk genäht und das Herbstblatt aus kupferfarbenem.



 



Als Vorlage für das Herbstblatt diente mir ein Platanenblatt, das mit den Stofffarben von hier bemalt und dann (leicht gerafft, damit es plastisch wirkt) punktuell auf die Vorderseite der Tasche genäht ist.

Ich bin kein Fan großen Handgepäcks, so ist die Tasche nur klein.
Platz für Schlüssel, Geldbörse und eine Packung Taschentücher ist halt unverzichtbar...

Mittwoch, 13. November 2013

Mond






Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn.

(3. Strophe des "Abendliedes" von
Matthias Claudius) 



Gestern am späten Abend. Der Blick vom Balkon. Ein fast mystischer Moment, atemberaubend schön. 
Zum Greifen nah schien mir der Mond und doch unerreichbar weit weg.
Einfach einen Augenblick innehalten, draußen stehen und schauen. Allein, ganz still, trotz der Kälte. 
Was mag da alles sein, das uns verborgen liegt im Unsichtbaren?


... und warum fällt mir immer und zu wirklich jeder Gelegenheit ein passendes Lied ein? - Peinlicher Weise, für meine jugendlichen Söhne ;o) 

 Das Mondfoto habe ich zu Kirstins MySky- Sammlung vom Blog "Krümelmonster AG" geschickt. Weitere Himmelsbilder?! Bitte auf das Logo klicken...


mysky

Dienstag, 12. November 2013

Hamburg - Teil I

Übers Wochenende sind wir in Hamburg gewesen.
Schon die Hinreise mit der Bahn fand ich recht entspannend. Im Zug gemütlich lesen zu können, anstatt als Autofahrer auf dichten Verkehr achten zu müssen und mit Pech sogar im Stau zu stehen, ist nicht das Schlechteste...

In Uelzen mußten wir umsteigen. Leider blieb nicht viel Zeit bis zur Weiterfahrt. So erhaschten wir nur einen kurzen Blick auf den schönen...

... Hundertwasser- Bahnhof...

... der ursprünglich mal als Expoprojekt zum Jahr 2000 gestaltet worden war.








In Hamburg angekommen, machten wir uns auf den Weg ins Hotel, um unser Gepäck los zu werden.
Welch unerwartete Freude: an fast jeder S- Bahn- Haltestelle gab es Bäckerstände und viele verkauften nicht nur Kaffee, sondern auch meinen Lieblingstee: Rooibus- Orange- Karamell. Köööstlich! Da könnte sich doch Hannover glatt mal ein Beispiel nehmen... 




Na ja, oder auch nicht, denn im Alltag würde ich wohl kaum mehrmals täglich "Tea to go" kaufen. Da würde man ja auf die Dauer arm dabei. Hier habe ich natürlich meinen Thermobecher.
In Wochenenurlaubsstimmung darf frau aber schonmal ausnahmsweise verschwenderisch etwas über die Stränge schlagen, oder!?  ;o)




Kurze Pause im Hotel - und schon gings weiter. Schließlich wollten wir noch etwas von der Stadt sehen, bevor es dunkel wurde.
Und dunkel wurde es. SEHR dunkel!
Zuerst mal unterwegs. Im November ist halt spätestens um 17 Schluß mit Sonnenschein.
Ein Spaziergang im Schanzenviertel lockte uns trotzdem.
Kein Foto gibt es leider von den Schuhpaaren, die wir dort überall in den Bäumen hängen sahen, weil das Licht zum Fotografieren nicht mehr ausreichte. Hat jemand eine Ahnung, aus welchem Grund dort in beinahe jeder Baumkrone ein Paar Schuhe baumelt?




Nach unserem Spaziergang wurde es dann erst so richtig finster.




Bereits vorletztes Weihnachten hatte der Liebste von mir ein Essen in der...

... unsicht- Bar...


... geschenkt bekommen. Nun endlich wollten wir den Gutschein einlösen.
Im Eingangbereich am Tresen bestellt man sein Menü, bzw. wählt eine Variation, ohne genau zu wissen, was sich im Einzelnen auf den Tellern befinden wird.
Die phantasievolle Beschreibung des Menüs auf der Karte macht neugierig, verrät aber nicht zu viel.
Der Liebste hatte ein fleischhaltiges Menü ausgesucht, mir war die vegetarische Variante lieber.
Zutaten, die man überhaupt nicht mag oder verträgt, darf man ausschließen. So konnte ich mir sicher sein, keine rohen Zwiebeln im Essen zu finden, denn das hätte mir den Spaß doch gründlich verdorben!





Mir war ja nicht so ganz wohl bei der Vorstellung, essen zu müssen, was ich zuvor nicht sehen konnte. Aber kneifen galt nicht und so wurden wir am Tresen von "unserer" freundlichen Kellnerin Pia abgeholt und durch eine Art abgedunkelte Schleuse führte sie uns im Gänsemarsch in das stockfinstere Restaurant zu unserem Tisch.
Pia, die wie alle Kellner hier selbst nicht sehen kann, beantwortete nett und geduldig unsere vielen Fragen, mit denen wir sie löcherten und servierte uns im Verlauf die Getränke und ein 4- Gänge- Menü.

Vom "Gruß aus der Küche" zur Vorsuppe, zum Salat, zum Hauptgang und schließlich zum Dessert futterten wir uns, erstaunt doch einigermaßen mit den Fingern dem Besteck zurecht zu kommen und - oh Wunder - ohne uns von oben bis unten bekleckert zu haben. ;o)
Wir rätselten über unsere Speisen - nicht einfach, Lebensmittel allein am Geschmack zu identifizieren! - und wie sich hinterher herausstellte, lagen wir meistens gar nicht so falsch.

Entgegen meiner Erwartung gewöhnten sich die Augen auch nach längerer Zeit nicht an die Finsternis. Kein klitzekleiner Umriss ließ sich erkennen. Dieser Abend war schon eine sehr besondere Sinneserfahrung.




Am Samstag bummelten wir durch Hamburgs schöne Innenstadt...
 








 
 
 



... erfuhren nebenbei, dass es hier mehr Brücken als in Venedig gibt...





 
... waren fasziniert vom Himmelsschauspiel, dass ständig zwischen rabenschwarz...



 
... und strahlend sonnig wechselte...




 - und freuten uns, trotzdem nicht nass geworden zu sein.
Den Nachmittag beschlossen wir vom Jungfernstieg aus mit einer

 Dampferfahrt auf der Alster!















Fortsetzung folgt!