Dienstag, 4. Februar 2014

Unser Wochenende - "Neues Haus" in Hannover


Das letzte Wochenende verging mal wieder viel zu schnell.
Nach einer anstrengenden vorigen Woche konnte ich die beiden freien Tage kaum erwarten.
Der Samstag - das Wetter war trüb und nieselig, verging mit Hausarbeiten und Herumgetrödel.
Abends waren wir mit Freunden verabredet.

Der Sonntag begrüßte uns mit deutlich milderen Temperaturen, als die Tage zuvor. Die Sonne schien ins Zimmer und mich zog es nach draußen...

Oft fuhr ich schon in Hannovers Oststadt mit dem Auto an der Musikhochschule vorbei.




Jedesmal dachte ich in den letzten Jahren, dass es schön wäre, einmal dort spazieren zu gehen und den alten Torbogen, der vor dem wenig ästhetischen moderneren Gebäude der Hochschule den Platz schmückt, genauer anzuschauen.




Ich wollte mich informieren, zu was für einem Gebäude der Torbogen ursprünglich gehörte und machte mich deshalb in der Morgensonne zum Emmichplatz auf den Weg.

Ich hätte erwartet, eine Infotafel vorzufinden.

Leider scheint es keine zu geben?! 
Nun reizte mich natürlich die Geschichte des Bauwerkes erst recht...
Erst eine längere Suche im Internet brachte die gewünschte Information (Quelle Wikipedia):

An Stelle des Torbogens war ursprünglich der Standort eines Fachwerkgebäudes, das 1712 als Pestlazarett - damals noch außerhalb der Stadtmauern - dort gebaut worden war. Als Lazarett wurde das Gebäude jedoch nie benutzt, da die befürchtete Seuche zum Glück ausblieb.

Das Haus diente zunächst ab 1714 als Ausflugslokal, der "Weinschenke im Neuenhause" - und mehr als 100 Jahre später ab 1837 auch als Sommertheater.
Sogar Tiere wurden dann ab 1865 in Käfigen dort gehalten, somit war das Haus, das sich in der Nähe des heutigen Zoos befindet, hierfür ein Vorläufer.
1892 wurde das alte Gebäude abgerissen. - zugunsten eines neuen "Neuen Hauses".




Dieser Bau beherbergte ein Konzertcafé, dessen Eingang der Pavillon gewesen ist. Das Café hatte umfangreiche Außenanlagen: Terrassen, Garten und Park.
Nach dem 1. Weltkrieg verlor sich das Interesse der Bevölkerung mehr und mehr.
Im 3. Reich wurde dieses "Neue Haus" schließlich geschlossen und von den Nazis für ihre Zwecke verwendet.
Im Krieg nahm das Gebäude zwar Schaden, wurde jedoch anschließend schnell provisorisch wieder hergestellt.

Ab 1948 war das Gebäude nochmals Standort eines Restaurantbetriebs und wurde dann auch von der Landesbühne Hannover genutzt.
1970 sollte schließlich am Platz des "Neuen Hauses" die Musikhochschule gebaut werden.
Das alte Gemäuer wurde abgerissen und durch einen Betonbau ersetzt.
Die ursprünglichen erhaltenen Torarkaden wurden wiedererrichtet und unter Denkmalschutz gestellt.

Echt spannend, was sich an alltäglichen Wegen verbergen kann.
Es lohnt wirklich, öfter mal genauer hinzuschauen.
Schön die Heimatstadt so bewußt zu erleben und noch immer wieder etwas Neues zu entdecken.


Rechts im Hintergrund befindet sich der Betonbau der Musikhochschule


Nachdem die Fotos entstanden waren, überlegte ich in der Sonne den ersten "Draußen- Milchkaffee 2014" zu trinken.
Gegenüber der Musikhochschule gibt es ein kleines Café - einige Kissen lagen an einem geschützten Plätzchen bereits einladend bereit... könnt ihr das auf dem Foto erkennen?




Mit meiner Ma hatte ich dort im vergangenen Sommer bereits einmal eine kurze Mittagspause eingelegt.
Leider entdeckte ich beim Näherkommen, dass das Café sein Angebot verändert hat.
Alle Speisen und Getränke sind nun - einem aktuellen Trend entsprechend - vegan.
Schade. Sojamilch mochte ich nicht trinken müssen! Also schnell zurück zum Liebsten nach Hause. Dort habe ich es mir dann mit einer groooßen Tasse Tee gemütlich gemacht   ;o)






Kommentare:

  1. Schön, wie Du mit offenen Augen durch die Welt gehst und alles hinterfragst.
    Das ist aber auch wirklich spannend.
    LG Judy

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  2. Ja, liebe Claudia, bei mir ist Winterblogflaute. Ich hoffe, es ist nur eine solche. Und nachdem ich, glaube ich, bei dir zum ersten Mal die bunte Teekannentasse gesehen habe und sie hier vor Ort zufällig sah, konnte ich nicht daran vorbei gehen. Vor allem, weil sie so praktisch ist mit dem Teesiebeinsatz und Deckel. Frau Teetrinkerin war damit noch nicht ausgestattet ;-)
    Liebe Grüße, Roswitha
    PS: Tolle Torarkaden

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    1. Ach, Roswitha, das hoffe ich auch!
      Wäre schlimm, wenn du von der Winterblogflaute in die Frühjahrsmüdigkeit wechseln würdest. ;o)
      Da es irgendwie noch immer nicht klappt, mich bei dir einzutragen, rufe ich täglich brav dein Blog auf, in der Hoffnung auf Neuigkeiten...

      Das mit der Teetasse ist ja witzig.
      Du weißt, dass sie gar nicht zu Hause in meinem Schrank steht, sondern das Geschirr dem Hofladen gehört, wo die Kaffeetante gelegentlich einkauft und dann gern auch einen leckeren Tee genießt?

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