Mittwoch, 9. April 2014

7. - und vorerst letztes Update aus dem Amselnest...


Gestern Morgen begann der Tag damit, dass ich meinen Wecker überhört hatte und erschrocken aus dem Bett sprang.
Nach den üblichen morgendlichen Tätigkeiten wollte ich noch schnell einen Blick auf den Balkon werfen.
Zu spät war ich ja nun schließlich sowieso schon dran und - na ja, so richtig zu spät kommen kann ich eigentlich auch gar nicht - denn wir haben gleitende Arbeitszeit...

Ich spendierte unserer Amselfamilie also erstmal ein Rosinenfrühstück. Sie nahmen dankend an  ;o)




Plötzlich stand so ein kleiner Piepling vorn an der Kante...




... und sprang ohne lange Bedenkzeit hinunter auf den Boden des Balkons.




Papa aufgeregt, Mama aufgeregt, Claudia aufgeregt. - Piepling entspannt!
Drei - vier Hüpfer und noch einen Sprung. Schwups, war er ganz unten (wir wohnen im 1. Stock!) auf der Wiese. Papa schaute staunend hinterher.




Tja. Und Nummer zwei? Die guckte etwas sparsam, besann sich dann aber doch und sprang ebenfalls auf den Balkonboden hinab.
Im Gegensatz zu seinem Geschwister war das zweite Küken nicht so zielsicher. Es hüpfte ziemlich lange auf dem Balkon umher. - Und zwar in die falsche Richtung.
Es irrte zwischen den Blumenkübeln herum und unter der Korbsitzbank. Es flatterte unten gegen die Wohnzimmerscheibe, die bis zum Boden reicht. Die Eltern waren sehr nervös, piepsten laut und flogen immer wieder zum Amselkind und zurück aufs Geländer.
Schließlich flatterte der Piepling auf die Lehne der Korbbank, saß dort oben, mit dem Gesicht zur Wand und ruhte ein wenig aus.




Nach der Pause flattert das Kleine über den großen Topf mit der Birke nach vorn und machte Halt auf dem rechten Eckpfeiler meines Balkons. Da stand es nun und schaute nicht mehr zurück...




Hah. Doch! Einen kleinen kurzen Blick kriegte ich - für's Foto  ;o)




Nach einer gaaanzen langen Zeit, die es dort verharrte, flog es plötzlich los. Erstaunlich schnell und weit. HALT. Viel zu weit! Es flog nicht, wie das erste Küken direkt nach unten und versteckte sich im Vorgarten, sondern weit fort über die Garagendächer hinweg in Richtung Straße. Es war mir aus dem Blick verschwunden. Oh nein. Wo die Amselmama war, weiß ich nicht. Der Amselpapa saß jedenfalls noch immer bei mir auf dem Balkon.

Ich musste jetzt endlich mal los ins Büro. Hier gab es für mich vorerst nichts mehr zu tun.

Als ich später von der Arbeit nach Hause kam, regnete es und war kalt. Kurz hatte es auf der Rückfahrt sogar gehagelt.
So eine Gemeinheit. Die ganze Zeit hatten wir mildes, trockenes Frühlingswetter und gerade jetzt, wo die Pieplinge ausflogen, war es draußen so ungastlich.
Trotzdem bot sich ein gewohntes Bild. Der Amselpapa saß im Baum, gegenüber dem Balkon und flötete, die Amselmama suchte Würmer im Rasen vor dem Haus.
Aber, kein Küken weit und breit.
Ich betrat den Balkon. Was soll ich euch sagen? Sie kamen sofort. Alle beide Amseleltern fanden sich auf dem Balkongeländer ein.




Sweet home? Vorbei!

Aber es gab noch Rosinen.
Ich war gespannt, was sie damit tun würden.
Selber fressen? Nein! Jeder flog mit 2 Rosinen im Schnabel in eine andere Richtung und verschwand im Gebüsch. Kurze Zeit später tauchten sie wieder auf. Die Schnäbel waren leer!
Mit dem Fotoapparat ging ich nach unten und fand zumindest Nummer 1 gut versteckt zwischen Blättern:




Ach, ich hoffe so, dass sie beide durchkommen. Dass ihnen Katzen, Elstern, Autos, Kälte und Regen ect. nichts anhaben werden.

Und ich hoffe, die Amseleltern kehren zurück, wenn sie die Pieplinge unten nicht mehr füttern müssen und brüten erneut bei uns.
3x hintereinander war im vergangenen Sommer das Nest belegt.
Dies war das Resümee vom vergangenen Sommer:
- 14 Eier hat Mama Amsel (in 2013) insgesamt auf meinem Balkon ins Nest gelegt.
- Beim letzten Gelege ging ihr der Amselpapa verloren.
- 13 Küken sind geschlüpft.
- Von Dreien weiß ich, dass sie nicht überlebt haben...
- Im besten Fall gibt es also zehn junge Amseln, die von hier ins Leben gestartet sind.
- Sehr viel Freude hatte ich an den Amseleltern und ihrem Nachwuchs...

Wer über die letzte der 3 Bruten des Vorjahres nochmal nachlesen möchte, kann das hier (klick) gerne tun!

Wie mag das Amseljahr 2014 werden? Leer, ruhig und ein wenig traurig ist es jedenfalls ohne Familie Amsel hier...

Herzliche Claudiagrüße



Kommentare:

  1. Ach sei nicht traurig , jetzt sind die Babys groß . Ja hoffentlich kommen sie durch , wo ihnen doch so viel Gefahren lauern .
    Es ist so herrlich , wie du diesen Post geschrieben hast und die superschönen Bilder dazu .
    Gut das du verschlafen hattest , denn wer weiß , ob es dir dann nicht entgangen wäre . Und das wäre schade gewesen , wenn deine Pieplinge dann weg gewesen . Aber siehst du , die Amseleltern wissen deine lieben Bemühungen zu schätzen und kommen noch auf Besuch . Und wer weiß , vielleicht gibt es im nächsten Frühling ein Wiedersehen . Oder die Amselkindern kommen , wenn das mit dem Fliegen besser geht , auch zum Rosinenfrühstück :-))
    Hoffe du bist heute gut in den Tag gekommen . Hier auch stürmisch und verregnet , aber warm . Jedenfalls gestern , heut war ich noch nicht draußen.
    Liebe Grüsse von JANI

    AntwortenLöschen
  2. Ach wie schön hast du das wieder geschrieben.
    Verschlafen kann auch mal was Gutes an sich haben ;-)
    Ich finde es so wunderbar, was du mit deinen Amseln erlebt hast all die Jahre!
    Ein Geschenk der Natur-Vogelwelt, an dich.
    Danke , dass du uns da mit begleiten hast lassen,und für die wirklich zauberhaften Fotos !
    Da ich ja ein Vogelfan bin und diese Tiere so liebe, ein ganz besonders Highlight für mich.
    Herzlichen Dank und liebe Grüße
    Jutta

    AntwortenLöschen
  3. Was für schöne Fotos, besonders das vom staunenden Amselpapa ist herrlich! Das ist wirklich aufregend so eine nahe Kinderstube. Tiere zu beobachten macht doch immer wieder große Freude.
    Sei herzlich gegrüßt, Roswitha

    AntwortenLöschen
  4. Ach, ist das aufregend! Ich hoffe, dem 2. Piepling geht es gut und beide überstehen den Übergang zum Erwachsenenleben gut. Ausgerechnet jetzt ist es kälter geworden...
    Ich drücke beiden die Daumen. Bin gespannt auf weitere Berichte aus dem Amselnest.
    Liebe Grüße aus Potsdam

    AntwortenLöschen
  5. Wie schön,nun werden alle flügge.Im alten Haus hatten wir jedes Jahr ein Schwalbennest bzw.sind sie jedes Jahr ins selbe gezogen,haben nur ein wenig renoviert.Es war immer schön anzusehen.
    LG
    Nicole

    AntwortenLöschen
  6. Was für eine Nervensache es doch für alle ist, wenn die kleinen Mitbewohner flügge werden! Selbst ich habe hier beim Lesen mitgefiebert...
    Ich wünsche dir, dass die Amseleltern noch ein paar Mal bei euch brüten :)

    LG Nanne

    AntwortenLöschen
  7. Ach, das ist ja wieder aufregend bei Dir. Und wie Du das alles für uns festgehalten hast... Ich drück die Daumen für die kleinen Pieplinge und für weitere auch!
    LG Judy

    AntwortenLöschen
  8. . . . ich hab immer geschaut . . . war sehr interessant und spannend ;O)
    LG Doris

    AntwortenLöschen
  9. tolle Fotos sind dir gelungen! Alles Gute für Familie Amsel!

    AntwortenLöschen
  10. "Papa aufgeregt, Mama aufgeregt, Claudia aufgeregt. - Piepling entspannt!"
    Liebe Claudia, das ist so herzerwärmend geschrieben- herzlichen Dank für´s Teilhaben lassen an dieser schönen Geschichte. Drücke den kleinen Federbäuschen auch fest die Daumen!
    Einen lieben Gruß sendet
    Bianca

    AntwortenLöschen

Wenn du mir eine Rückmeldung hinterlassen möchtest, freue ich mich sehr! ♥ DANKE! ♥