Donnerstag, 6. November 2014

Anders, als gedacht: Im Wald


Neulich, als der Herbst uns noch mit sonnigem, mildem Wetter verwöhnt hat, gelang es mir ausnahmsweise an einem Tag schon mittags in den Feierabend zu starten.
Auf dem Weg zum Auto überkam mich ganz plötzlich die starke Sehnsucht nach frischer Luft, Natur und Bewegung.
Für den Nachmittag lagen keine Verpflichtungen mehr an - und spontan beschloss ich, in den Wald zu gehen.




Mein Auto parkte ich am Waldrand und lief, die Kamera in der Tasche, einfach los.
Es fühlte sich so gut und besonders an, heute tun zu können, wonach mir gerade zumute war. Frei und unbeschwert. Mein ganz persönlicher Luxus!




Ich genoss die Zeit, schlenderte ohne Eile durch das Laub, links und rechts schauend, innehaltend, fotografierend. So schön!
Durch das bunte - schon ein wenig gelichtete Blätterdach der Bäume fielen die Sonnenstrahlen und verbreiteten ein warmes, weiches Licht.






Die Stille wurde nur durch die Geräusche des Waldes unterbrochen. Wie gut das tat.
Frau Alltagbunt allein im Wald...




Nein, doch nicht allein, viele Männlein standen im Walde auf ihrem einen Bein...






Erkennt ihr den Kreis?
Überall auf dem Waldboden fanden sich diese Pilzformationen. Wunderwerk der Natur!
Und dieser nette Gesell begegnete mir am Wegesrand.




Ich lief und lief, mein Weg führe mich - fern der üblichen Runde, an den Waldrand, an einem Feld entlang. Silbrige Spinnweben zwischen den Ackerfurchen, die Sonne stand mittlerweile schon deutlich tiefer.




Es wuchsen Eichen dort und ich hockte mich hin und sammelte eine Zeit in Gedanken versunken Eichelhütchen, weil ich für einen Basar noch einmal diese Eichelohrringe (klick) basteln wollte.

Ganz plötzlich fühlte ich mich beobachtet, sprang auf und drehte mich zum Weg um.
Nur noch wenige Meter von mir entfernt fuhr ein sehr dünner Mann auf seinen Rad in meine Richtung.
Er trug ein rotes Sweatshirt und hatte trotz des warmen Wetters die Kaputze weit ins Gesicht gezogen.
Viel von ihm konnte ich nicht erkennen, nur seine graue Hautfarbe ist mir im Gedächtnis geblieben.
Er fuhr an mir vorbei und ich schaute ihm erschrocken nach, bis er in der Ferne verschwunden war.

Der Schreck saß mir in den Gliedern. Am schlimmsten war wohl, dass ich ihn nicht hatte kommen hören, bevor er bereits sehr nah war.
Es war eigentlich gar nichts geschehen - und doch, die entspannte, gelöste Stimmung und Unbekümmertheit waren schagartig verflogen. Ich wollte zurück zu meinem Auto. Sofort!!
Hastig machte ich mich auf den Weg, schaute nicht mehr rechts und links, lief nicht mehr auf dem Waldweg, sondern ein Stück daneben. Dort, wo man nicht radfahren konnte und das raschelnde Laub Schritte geräuschvoll vernehmbar werden ließ...
Schade. Vorerst hat mich für solche Exkursionen der Mut verlassen.







Kommentare:

  1. Claudia schöne Bilder ich liebe den Wald er tut uns allen gut ich fühle mich so stark in der Gegenwart großer Bäume natürlich hat er auch seine unheimliche Seiten für Kinder ist es Märchenwald .drück dich Galina

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  2. In den Wald gehe ich, trotz der herrlichen Eindrücke und der entspannenden Atmosphäre nie alleine.
    Ich bin ein Angsthase und kann dein Erschrecken gut verstehen.
    Aber die Fotos sind allesamt sehr schön und ich kann deine Begeisterung verstehen, trotz des Schreckens zum Abschluss.
    Herzliche Grüße
    Jutta

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  3. Ich liebe es allein im Wald zu sein. Es putzt die Seele, habe ich immer das Gefühl. Als ich zur Kur war, gab es einen Wald um die Klinik drumherum, so ein richtiger Märchenwald. Da bin ich oft, auch am späten Nachmittag noch durchgestiefelt. Allerdings haben mich dort nur die Rehe erschreckt.

    Liebe Grüße,
    Andrea

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  4. Du meine Güte! Da muss Dir ja der Schreck in die Glieder gefahren sein.. schade, dass Dir dieser Kerl diese schöne Sache vorerst genommen hat. Aber mit der Zeit wirst Du bestimmt wieder mutiger.. tröst!! Es wäre nämlich sehr traurig, wenn Du auf diese wunderbaren Eindrücke verzichten müsstest! Drück' Dich (wenn Du magst), Nicole

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  5. Genau das Problem habe ich auch. Die Angst. Ich bin gerne alleine im Wald, aber die Angst daß da etwas passieren könnte, die kann ich leider nicht ablegen. Auch heute war ich dort, bin spazieren gegangen. Und als mir dann jemand entgegen kam, hab ich das Pfefferspray in meiner Tasche mit der Hand fest umklammert. Albern irgendwie, aber man kann ja anderen Leuten nicht in den Kopf gucken... Es war glücklicherweise nur jemand, der seinen Hund ausführte, puh...
    Ich freue mich daß du dennoch die Zeit vor dem Schreck genießen konntest und uns so schöne Bilder mitgebracht hast. Bei uns war es heute leider nur grau und unschön.
    Eichelohrringe stehen bei mir übrigens auch an, allerdings in abgewandelter Form als bei dir :)

    Liebe Grüße,
    Sandra

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  6. Gut, dass Du die wundervollen Eindrücke mit uns geteilt hast. So kannst Du Dich auch selbst besser an die schönen Seiten dieses Nachmittags erinnern. Aber verstehen kann ich das gut, dass Dir der Schreck in den Gliedern steckte. Würde mir auch so gehen.
    Hatte ich mal erzählt, wie ich mich im Wald verfahren hab? Fahrrad ganz neu, die große Tochter damals noch im Fahrradkörbchen und dann fand ich mich nicht zurück. War auch nicht schön. Und tierisch anstrengend, beim Radeln über sandige Waldwege dann noch aufmunternde Liedchen zu singen und das Kind aufzuheitern, welches dann natürlich auch müde und hungrig wurde. Ich glaube, das hab ich dann auch nicht nochmal gemacht.
    LG Judy

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  7. Ich kann Dir diese Angst gut nachempfinden. Nie, nie, nie würde ich allein in den Wald gehen. Früher ging ich jeden Tag mit dem Hund, manchmal mehrmals am Tag, aber der hat immer gut auf mich aufgepasst und er hatte tatsächlich einmal Grund dazu.

    Ich war heute übrigens im Zoo in Deiner Stadt. Das Wetter war ja noch mal so schön, wir haben den letzten Ferientag genossen.

    LG Manuela

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