Sonntag, 6. Juli 2014

Erinnerungen an einem Sommersonntag mit Schäfchenwolken





Schäfchenwolken am Himmel. 
Und - zugegebener Weise schon am Freitag - auf dem Weg ins Büro hörte ich im Radio dieses Musikstück:

http://www.bing.com/videos/search?q=schafe+k%C3%B6nnen+sicher+weiden&qpvt=schafe+k%C3%B6nnen+sicher+weiden&FORM=VDRE#view=detail&mid=459DA7F61FCBE61A975D459DA7F61FCBE61A975D

... welche Freude!

Nach der musikalischen Früherziehung lernte der jüngere der beiden Lieblingssöhne das Spiel auf der Blockflöte.
Hier bei uns gibt es neben der Musikschule noch einen Musikkreis, den seit vielen Jahren eine Familie unentgeltlich mit großem Engagement führt. 
Mutter, Vater, Tochter, Sohn (beide inzwischen selbst erwachsen und in meinem Alter) bilden das Gerüst, leiten diverse Flötenkreise und Orchester für verschiedene Könnens- und Altersstufen.
Jeweils im Sommer und im Advent mündete das fleißige Üben in ein Konzert, bei dem alle Gruppen gemeinsam auftreten.

Mein Sohn begann also im Einsschulungsalter zu flöten. In seiner Gruppe gab es Mütter, die mit ihren Kindern gemeinsam den Unterricht besuchten.
Ich tat das nicht, da ich selbst als Kind Blockflöte gespielt und über die Jahre hinweg auch nie völlig damit aufgehört hatte.
Eines Tages erreichte der Sohn den Standart des mehrstimmigen Flötenspiels. Wenn er zu Hause übte, fehlte die 2. Stimme, so griff ich zu meiner eigenen Schulflöte und wir übten gemeinsam.
Aus der Anfänger- Flötengruppe entwickelte sich mehr und mehr ein Flötenchor. Zu den Sopran- Blockflöten gesellten sich Kinder/ Mütter, die Alt-, Tenor- und Bassflöte spielten. (Auch mein Sohn wechselte zur Bassflöte, die am Beginn fast größer war, als er selbst ;o)

Damals während meiner Schulzeit hatte ich im Rahmen einer AG begonnen Altflöte zu spielen. Nach nur 6 Monaten endete die AG und es gab auch keinen Fortsetzungskurs.
Die Flöte verstaubte, ohne dass sich mir das Spiel darauf erschlossen gehabt hätte...
Ihr könnt es euch denken. Ich kramte die Flöte aus dem Schrank und begann in diesem altersgemischten Flötenchor zu spielen.
Einige Jahre ging das so, auch noch, als der Sohn die Flöte "an den Nagel hing", blieb ich mit viel Freude dabei. Die "Schafe" waren nur eines der Stücke, das ich besonders mochte.

Leider verließen immer mehr Mütter den Flötenchor. Sie konnten die Proben aufgrund beruflicher und familiärer Verpflichtungen nicht mehr wahrnehmen, entwickelten im Lauf der Zeit andere Interessen oder es ging ihnen wie mir: sie wurden von den Kindern - die inzwischen zu Teenagern herangewachsen waren, überholt.
Ja, ich stieß (trotz regen Übens) gewaltig an meine Grenzen. Der Kopf wußte, was zu spielen war, aber die Hände konnten es nicht mehr schnell genug umsetzen. Ich quälte mich eine Weile, hatte immer das Gefühl die Anderen auszubremsen.
"Wenn du jetzt aufhörst, fängst du nie wieder an. Tue das nicht", sagte B. zu mir, die den Chor leitete.
Nochmal verschob ich den Abschied, die Freude an der Musik war ja ungebrochen.

Gegen die Teenies gab es keine Chance. Schließlich habe ich aufgegeben, flöte nur manchmal heimlich für mich im stillen Kämmerlein. Die Liebe zur Musik setzt sich fort. 
Natürlich besuche ich die Konzerte des Musikkreises noch, singe weiter im Chor und immer wieder stelle ich auch klassische Musik an. Besonders gern morgens auf Autofahrten zur Arbeit.
Ja - und so kam sie, die Erinnerung bei der Musik. So schöööööön!