Dienstag, 25. August 2015

Spätsommeressen: Spaghetti mit Pfifferlingen


Mögt ihr gerne Pfifferlinge? - Ich liebe sie!
Für mich sind sie viel mehr, als eine Zutat für das Mittagessen.

Hier in der Region um Hannover wachsen diese Pilze leider nicht.
(Dabei ist der Pfifferling der einzige Pilz, den ich GANZ sicher erkennen kann.)
Wir können sie nirgends sammeln, nur kaufen.
Jedes Jahr im Spätsommer freue ich mich, wenn sie an den Marktständen wieder zu finden sind.
Allein dieser Duft...




... Pfifferlinge riechen nach Sommer. Nach Ferien.
Sie sind ein Geruch aus meiner Kindheit.

Bis zu meinem 12. Lebensjahr fuhren meine Eltern mit mir viele Jahre hintereinander jedes Jahr in den großen Ferien (und oft waren auch meine Großeltern mit dabei) nach Kärnten.
Wir wohnten immer in der selben einfachen Frühstückspension in Neudorf, einem kleinen Ort nahe bei Hermagor (klick).
Es waren Jahr für Jahr herrliche, unbeschwerte Sommertage, wie im Paradies...

Wir badeten in den umliegenden Seen und angelten in der Gail. Wir wanderten in den Bergen und im Wald, machten Ausflüge aller Art. Das ganze Jahr über fieberte ich auf die nächsten Sommerferien hin.

Die Pension war das letzte Haus des Ortes. Der Garten grenzte direkt an den Wald. Die Vermieter hatten einen Sohn in meinem Alter.
Wir spielten oft gemeinsam.
Im Garten zwischen den Johannisbeerbüschen, am Hühnerstall, auf der üppigen Blumenwiese am Haus und im Wald.
Dort erlegten G. und ich wilde Baumstamm- Tiere mit unseren Farnkrautpfeilen, spielten mit Fröschen, sammelten Blaubeeren und: Pfifferlinge.
Immer wieder gab es zum Abendessen Butterbrot mit gebratenen Pfifferlingen.
Meine Mutter briet sie auf dem Balkon mit einem Campingkocher.




Bei uns zu Hause gibt es in jedem Spätsommer mindestens einmal Spaghetti mit Pfifferlingen.
Der Sohn hat mich - ganz uneigennützig, versteht sich - gebeten, das Rezept zu Bloggen und damit sozusagen der Nachwelt zu erhalten ;o)
Diesem Wunsch komme ich natürlich gerne nach...

Zutaten ( für 2 Personen):

  • Spaghetti
  • ca. 250 - 300g Pfifferlinge
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 großes Ei
  • 150 ml Sahne
  • geriebenen Parmesam
  • etwas Fett zum anbraten
  • Salz, frisch gemahlenem Pfeffer, eine Prise gemahlenen, gefriergetrockneten Knoblauch
  • Wenn gewünscht etwas Brettlspeck

So wird' s gemacht:


Die Pilze putzen, große Pfifferlinge halbieren oder vierteln, die Zwiebel fein hacken.

Die Nudeln in Salzwasser kochen.

Das Ei aufschlagen, mit der Sahne verquirrlen und den geriebenen Parmesankäse einrühren. (Die Konsistenz soll etwa so wie die von cremigem Joghurt sein.) Die Masse beiseite stellen.

Die Pilze in etwas Fett anbraten (Pilze sind ziemlich wasserhaltig, weshalb zuerst Flüssigkeit austritt, die verkochen muss, bevor das eigentliche Anbraten beginnt) und dann die Zwiebelwürfel beifügen und mitbraten. Mit Salz, Pfeffer und etwas Knoblauch würzen.
Wenn gewünscht, in einer 2. Pfanne nun den Speck kross anbraten.
Die Nudeln abgießen und (ggf. mit dem Speck) zu den Pilzen in die Pfanne geben.
Das Gericht mit der Ei-, Parmesanmasse vermischen, kurz anstocken lassen. Und dann:


... genießen!

Wunderbar poetische, himmelblaue Sommerservietten von hier (klick) 







Kommentare:

  1. Oh ich liebe sie auch sooooo seeeehr .
    Bei mir werden sie nur mir Sahne eingekocht
    und mit Petersilie zu den Spagettie gereicht .
    Ich warte auch jedes Jahr auf die Pfifferlinge .
    Und du hast so schöne Kindheitserinnerungen
    dazu . Ich kann mich auch erinnern , das wir früher
    selbst welche gesammelt haben . Meine Schwester
    findet auch jetzt noch welche . Ich bin eher kein so
    gehabter Sammler . Muss zugegen , ich esse lieber.
    Hihi , obwohl ich gern im Wald bin , aber dann so vor
    mich hin geh .
    Werd mal euer Rezept probieren . Stelle grad fest , weil du
    Spätsommer schreibst . Hier gibt es kaum noch Pfifferlinge
    und ich welche vor Wochen gekauft und gemacht . Wie kann
    das denn jetzt sein ?
    Herzlichst liebe Grüße von JANI und schönen Tag noch

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    1. Deine Schwester findet welche? Aber nicht hier in Norddeutschland, oder? Meines Wissens gibts die hier nicht?!
      Für mich gehören sie klar zum Spätsommer/ frühen Herbst.
      Ich kauf sie immer um die Zeit, zu der damals meine Ferien waren.
      Zugegebener Weise gibt es Pfifferlinge auch nicht so oft.
      Erstens ist das Putzen ziemlich zeitaufwändig und nervig und zweitens kommen sie meist aus Russland und sind wohl recht hoch mit radioaktiver Strahlung belastet... :-(

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  2. Liebe Claudia !
    Mir läuft gerade das Wasser im Mund zusammen. Bei uns heißen die Pfifferlinge ja Eierschwammerl und ich liebe sie! Auch mich erinnert der Duft an Wald und Ausflüge mit meinen Eltern in die Steiermark zum "Schwammerl suchen". Wenn meine Eltern wirklich viele finden wird eine Sauce gekocht und eingefroren, so dass wir über´s Jahr immer wieder mal in den Genuss von Spaghetti mit Eierschwammerl kommen.
    Deine Kindheitserinnerungen klingen sehr schön und idyllisch.
    Alles Liebe
    Karen

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    1. Jaaa, du wohnst genau in der richtigen Gegend, liebe Karen ;o)

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  3. Auch mich erinnert das an meine Kindheit,denn da machte auch ich oft Urlaub in Kärten am Faakersee.Pfifferlinge suchten wir im Wald.
    Ich hab sie seid dem nie wieder gegessen.
    LG
    Nicole

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    1. Wie schade, liebe Nicole, warum denn bloß nicht?
      Hast du nie überlegt, welche zu kaufen?

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  4. Ab in die Pilze ;O), aber bei uns war es jetzt so trocken, ob da was wächst ... fraglich..
    LG Sheepy

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  5. Wann gibts Essen? Ich komme sofort vorbei!
    Ich liebe Pfifferlinge. Ich habe dabei immer die Wälder Schwedens im Kopf...

    Liebe Grüße sendet Christine

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  6. Das würde mir jetzt auch schmecken.
    Pfifferlinge wuchsen in meiner Heimat nicht, dafür Steinpilze. Als 18 oder 19jährige sind meine beiden Schwestern und ich mit unseren damaligen Freunden Steinpilze suchen gegangen, anschließend kochten wir sie gemeinsam, wenn ich daran denke habe ich heute noch Bauschmerzen, weil ich mich damals hoffnungslos "überfressen" habe, an den köstlichen Geschmack kann ich mich heute noch erinnern, an meinem heutigen Wohnort habe ich bisher weder Pfifferlinge noch Steinpilze im Wald gefunden, alles andere traue ich mich nicht ernten.
    herzlich Judika

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    1. Das verstehe ich sehr gut...
      Bin nicht mal sicher, ob ich Steinpilze sicher erkennen würde.
      Gibt es da nicht einen Pilz, der ganz ähnlich aussieht, aber grauslich bitter schmeckt?

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  7. Yaammmiihhh!! Pfifferlinge - so riecht und schmeckt der Altweibersommer!! Was für eine Gaumenfreude und wie uneigennützig der Vorschlag Deines Sohnemannes, liebe Claudia ;)) Bei meinen Eltern gab es sie immer mit kleingewürfelten gebratenen Bauchfleisch, Zwiebeln und gaanz viel Petersilie - alles aus einer Pfanne. Dazu ein duftig buttriger Schlag Kartoffelbrei.. mmmhh!! Danke fürs Rezepteteilen und für die schöne Kindheitserinnerung ;)) Liebste Grüße, Nicole

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    1. Und deine Söhne, die kannst du nicht begeistern?
      So ein Essen aus einem Topf - Verzeihung, einer Pfanne ist doch für Kinder ein Erlebnis?!

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  8. Mmmhmm, ich liebe Pilze generell und Pfifferlinge auch. Als ich das letzte Mal welche gemacht habe, waren sie allerdings gummiartig und zäh und seitdem hab ich mich nicht mehr getraut. Vielleicht probier ich noch mal heimlich für mich ganz allein :-)
    Die Servietten sind ja wie für Dich (oder von Dir :-) ) gemacht.
    LG Judy

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    1. Das solltest du unbedingt tun. Und zwar schnell, bevor die Saison vorüber ist...
      Jaaa, die Himmelblauen mußten unbedingt mit. Das war Liebe auf den 1. Blick! Hab sie übrigens untypischer Weise im Blumenladen erstanden ;o)

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  9. Ach, die wunderbare Erinnerungen an die Kindheit. Ich war ein Stadtkind, habe aber die Sommerferien auf dem Land bei Oma verbracht.
    Und Pfifferlinge mag ich auch. In allen Varianten! Mit Spagetti habe ich sie aber noch nicht gemacht. Werde unbedingt nachholen!
    LG Julia

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  10. Ich musste so lachen Frau A.! Das glaube ich schon, dass in deinen Händen unser "Bauherrenschicksal" sehr gut aufgehoben wäre :)
    Nein, nein, dieses Jahr gibt es kein Umzug. Wenn die Genehmigung vorliegt, dann wird nach ca. 30 Tagen begonnen zu bauen. Dann von 6 bis 8 Monaten Bauzeit. Wenn Wetter mitspielt und keinen starken Frost gibt...
    Ach ja, egal, wie war das mit der Geduld? ;) So lange ich jemanden habe, der mich so wie du zum Lachen bringt, ist alles in Ordnung *ganz doll grins*
    GLG Julia

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    1. Unbedingt! Wäre ich Frau K. hätte ich für dich gern kurzerhand meinen Urlaub unterbrochen. Aber leider, leider...
      Na, der Urlaub ist jetzt auch vorbei :-(
      6 - 8 Monate... Dann also mal das Beste gehofft... Kurz vor Ostern?
      Passt doch prima für die nächste Gartensaison!

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