Samstag, 21. November 2015

Nachbarschaft ;o)


1973 wurde ich eingeschult. Da sind nicht allzu viele Erinnerungen, an meine erste Zeit in der Schule.
Ich sehe das Klassenzimmer vor mir.
Der Raum hatte keine richtigen Fenster, sondern nur schmale Oberlichter links von meinem Platz in der Klasse. Ich konnte von dort den Himmel sehen.

Ich erinnere mich an meine Klassenlehrerin, die schon älter war. Sie hieß Frau Ehlers und hatte dicke, faltige Finger an denen sie zu enge goldene Ringe trug.
Ich weiß noch, dass sie uns oft von der Tafel abschreiben ließ. Das habe ich gehasst, denn ich war nicht schnell genug und wurde häufig nicht rechtzeitig fertig. Dann gab es Ärger mit ihr.

Und ich erinnere mich an den Sachkundeunterricht, den ich sehr gern hatte, an den Geruch der frischen (von Hand beschriebenen) Matritzen (klick). Die gibt es wohl inzwischen wahrscheinlich gar nicht mehr.
Wir lernten über die verschiedenen Bäume, ihre Blattformen und Samen und wir lernten über Tiere.

In besonderer Erinnerung geblieben sind mir die Stunden, als wir das Eichhörnchen zum Thema hatten.
Auf dem Friedhof in Berlin, wo meine Uroma begraben ist, lebten viele Eichhörnchen. Sie waren ganz zahm und nahmen mir als kleines Mädchen die mitgebrachten Erdnüsse direkt aus der Hand.

Das kleine, possierliche Tier faszinierte mich also von jeher, mit seinen schwerelos wirkenden Sprüngen, den ungewöhnlichen, keckernden Rufen  und dem puscheligen Schwanz.
Am schönsten jedoch fand ich, dass Eichhörnchen in Kobeln hausen. Ich mochte den Klang des Wortes. Kobel. Das klingt doch irgendwie rund, weich, warm: gemütlich!
Seit damals hoffte ich, solch eine Eichhörnchenbehausung mal irgendwo zu entdecken. Leider vergebens...




In der Baumkrone vor dem Fenster unseres Essplatzfensters nisteten im vergangenen Sommer Elstern. Ein großes Nest hatten sie weit oben angelegt.
Vergangenen Mittwoch, als ich vormittags überraschend zu Hause war und beim Frühstück saß, bemerkte ich plötzlich im kahlen Baum eine Bewegung. Ein Eichhörnchen flitzte durchs Geäst und knibbelte an den Moospolstern, mit denen der Baum bewachsen ist.




Geschickt drehte das kleine Tier zwischen den Vorderpfoten aus dem Moos Kugeln...




...die es dann im Maul...




... witsch... eilig nach oben trug, um damit im ausgedienten Elsternest zu verschwinden.




Immer wieder kam es zurück und holte noch mehr Moos.
Ich habe durch die Scheibe fotografiert um nicht zu stören (der Baum steht wirklich nah am Haus) und konnte mich gar nicht satt sehen.




Herzlich willkommen in der Nachbarschaft, du kleiner Freund aus Kindertagen  





Kommentare:

  1. Da haben wir ja ein paar Gemeinsamkeiten. Mal abgesehen vom gleichen Einschulungsjahr habe ich auch Eichhörnchen geliebt. Ganz speziell ein Buch über eine Eichhörnchenfamilie ("Eichhörnchen Quick"), das erste Buch, was ich allein gelesen hab. Aus diesem Buch hab ich auch mal in der Schule vorgelesen. Da gab es immer eine Stunde, vermutlich die letzte vor dem Wochenende, da durfte ein Schüler aus einem selbst mitgebrachten Buch vorlesen, und ich hatte mich gefreut, als ich endlich aus diesem Eichhörnchenbuch vorlesen durfte. Die Grundschullehrerin habe ich in guter Erinnerung. Zu der bin ich auch in die Handarbeits-AG gegangen und hab da ein rückenfreies Top gestrickt :-) Das war allerdings schon in der 5. Kl., bei uns waren Grund- und Oberschule ja noch "eins". Also das gestrickte Top, in der AG war ich auch schon vorher.
    Das Buch hab ich noch, aber ich hab´s auch gerade im Netz gefunden.
    http://www.amazon.de/Eichh%C3%B6rnchen-Quick-Heinz-Buchmann/dp/B00274113W
    Das mit den Matritzen sagt mir gar nichts, oder hießen so diese meist blauen Kopien, die es damals gelegentlich gab, so...
    Ich drück die Daumen, dass sich Dein neuer Nachbar auf Dauer einrichtet!
    LG Judy

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  2. Hallo Claudia,
    ich wurde etwa später eingeschult, kann mich aber an Unterricht gar nicht mehr erinnern. Höchstens daran, dass ich immer nach hinten muss, da ich immer abgelenkt wurde - war wohl etwas zu langweilig für mich. Zum Glück hat sich das später gelegt.
    Ein Eichhörnchen besucht mich immer am Erker vom Büro, dem könnte ich stundenlang zuschauen wie es beschäftigt ist mit Nüssen zu bunkern.
    LG
    Manu

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  3. Nein, wie entzückend ist das denn, Claudia?!! Ein Eichhörnchen im Hausbaum und dann auch noch in Augenhöhe ;)) ooohhh.. ich bin neidisch!! Nicht, dass es in unserem Garten keine Kobeln gäbe. Aber einsehen kann man sie nicht.. schnüffel!
    Ich kann mich sehr gut an den Sachunterricht und an das Thema Eichhörnchen erinnern. Da gibt es auch eine lustige Geschichte:
    Bevor meine damalige Lehrerin die korrigierten Dikatathefte uns Kindern zurück gibt, bemerkt sie, dass es einen ganz lustigen Fehlter in den Diktaten geben würde, jemand hätte geschrieben: "Das Eichhörnchen kackt die Nüsse mit den Zähnen.". Das Gelächter der Kinder kannst Du Dir vorstellen, Claudia! Ich glaube, ich habe am lautesten gelacht. Nach dieser Bemerkung bekamen wir Kinder die Hefte zurück, nur meines hielt die Lehrerin zurück. Du kannst Dir vorstellen warum, oder?! Ich hatte eine 2+, nur einen Fehler.. grins breit.. ich hatte bei knackt das N vergessen ;)) Ganz liebe Grüße, Nicole
    (Ps. 1973 war ein super Jahr, da ist nämlich mein Göttergatte geboren ;)))

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  4. Oh wie schön! Und wie gut du das Eichhörnchen mit dem Foto erwischt hast!
    In meiner Kindheit kamen zwei Eichhörnchen immer auf unseren Balkon und bedienten sich am Vogelfutter. - Ich liebte sie. Hier rund um unser Haus hat sich leider noch keines niedergelassen. Elsternnester gäbe es allerdings zwei in den Wiesen um uns her...
    Seit Jahren wohnen Flitzi und Fritzi zwei sehr zutrauliche Eichhörnchen in unserem Kindergarten Garten. Täglich stehen viele Kinder am Fenster, wenn sie grad wieder unterwegs sind. So schön!
    Ich wünsche dir eine gute Nachbarschaft mit dem neuen Mieter und grüße dich zum Sonntag ganz herzlich,
    Christine

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  5. Liebe Claudia,

    was für ein Glück, dass Du das kleine flinke Eichhörnchen erwischt hast. Bei uns sind sie auch immer mal wieder zu sehen, aber ich bin halt immer zu langsam, bis ich meinen Foto bereit habe, sind sie meistens auch schon wieder verschwunden. Ja, Kobel, das fand ich auch, dass das ein ganz besonderes Wort für eine Behausung ist. Vielleicht mag es ja bleiben das Eichhörnchen :-)). Einen gemütlichen Sonntagabend wünsche ich Dir.

    Liebe Grüße
    Kerstin

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  6. Liebe Claudia,
    irgendwie fies, so frisch eingeschulte Kinder in einen Raum ohne richtige Fenster zu setzen.. Da kommt ja unweigerlich so ein "Kellergefühl" auf, na ja. Den Sachkundeunterricht mochte ich auch gerne. "HUS" hieß er bei uns (Heimat- und Sachkunde).
    Ich bin so was verliebt in eure neue "Nachbarin" und die bezaubernden Bilder ♥ ♥ so was hab´ ich noch nie gesehen (Nestbau bei Eichhörnchen). Wie niedlich, wie es da am Moos knibbelt ♥ ♥ hach...
    Danke für die bezaubernden Impressionen.. Ich hoffe, es wohnt lange bei euch und dass noch viele Bilder folgen :-)
    Einen guten Start in die Woche und
    ganz liebe Grüße
    Bianca

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  7. Liebe Claudia,
    als ich eben deinen Post las musste ich unweigerlich an diesen (fast vergessenen) Geruch denken ... ich glaube ihn fast in der Nase zu haben ...
    und Sachkunde fand ich auch schon immer toll, später war Bio von der ersten bist zu letzten Stunde mein Lieblingsfach...

    Dein pelziger Nachbar ist super-super-süß. Ich hoffe es bleibt lange da wohnen und beschert Dir (und vielleicht auch uns Lesern) noch viele putzige Momente.

    Ganz viele rosige Grüße von Christine

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  8. Hallo Claudia,
    ich finde das weiß und die Pmpons passen besser zum Winter anstatt zum Sommer - Deko bleibt also ohne Muscheln hängen. *g* Wieso der Pessimist so heißt, weiß ich auch nicht, es gibt auch noch einen Optimist und der schaut sehr ähnlich aus. Ich mag den Holzmann total gerne...
    LG zu Dir
    Manu, die hier immer noch weiß vorm Fenster hat und vereinzelt kommen neue Schneeflocken hinzu...

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  9. Hach, wunderbar, meine zweibeinige Freundin Mariechen und ich, der Herr Bohne, mögen auch so gerne Eichhörnchen. Mariechen jauchzt dann immer vor Freunde und ich, ich versuche fangen zu spielen, "jawoll-ja-ja".

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  10. Früher habe ich diese Gesellen auch oft beobachten können, da habe ich quasi im Wald gewohnt. Nun habe ich schon lange keine mehr gesehen. Beneide dich um diese Nachbarschaft, hoffentlich bleibt sie dir lange erhalten
    LG Sheepy

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  11. Das ist ja eine ganz besondere Beobachtung, die du da gemacht hast. Und dass du dir die Zeit nehmen konntest, da genau hinzusehen und noch Fotos zu machen freut mich sehr. Meistens verpasst man sowas ja aus Zeitmangel. Vielen Dank für die schönen Fotos und die Geschichte dazu. Liebe Grüße Melli

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  12. Ja, liebe Claudia, hab gestern Post bekommen, gleich zwei Briefe!

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  13. Hab´ noch eine Mail geschickt :-)
    Lieben Gruß und einen guten Start in die Woche ♥

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