Samstag, 29. August 2015

Im Moor


Anfang August waren der Liebste und ich an einem Wochenende auf meinen speziellen Wunsch in der Region um Hannover unterwegs. Um genau zu sein, waren wir in der Wedemark. Ich wollte ins Moor!




Wir besuchten das Moor- Informationszentrum "Mooriz" (klick), bestiegen einen Aussichtsturm und gingen anschließend noch spazieren.




Am Mooriz ist künstlich ein Feuchtbiotop angelegt, in dem Pflanzen und Tiere beheimatet wurden, die charakteristisch im Moor leben...






Sogar fleischfressende Pflanzen waren vertreten und sehr umschwärmt:


Fliegen gebt acht!


Ich habe versucht, die verwunschene Atmosphäre der Gegend bei unserem Spaziergang auf den Fotos festzuhalten. (Witterungsbedingt lag die Landschaft an diesem Hochsommertag leider trocken.)




Ziegenmelker

Das Bild des Ziegenmelkers (klick) stammt weder von diesem Tag, noch aus der Moorgegend. Da diese äußerst seltenen Vögel jedoch grundsätzlich dort ihren Lebensraum haben, schummel ich es heute einfach mal dazwischen ;o)
Tatsächlich fotografiert habe ich das Tier, das seltsam seitlich und völlig reglos (wie tot) auf einem Ast saß, bei einem Spaziergang in der Leinemasch im Frühling. Anfänglich wußte ich gar nicht, was für einen Vogel ich da vor mir hatte und habe direkt zuhause in einem Buch nachschlagen müssen.






Gedanklich beschäftigt mich das Moor bereits seit Kindertagen.
Meine Eltern gingen damals oft und viel mit mir spazieren. Ohne sie räumlich zuordnen zu können habe ich Bilder von Moorlandschaften und -wanderwegen vor Augen.
Jahrelang träumte ich früher auch immer wieder davon, bei einem solchen Spaziergang getrödelt zu haben und vom Weg abgekommen zu sein - während meine Familie bereits weit entfernt - meine Rufe nicht mehr hören konnte...

Später im "Jugendgruppenzeitalter" verschlug es mich zu einer Freizeit in die Rhön, nahe Fulda. Auch dort waren wir u. a. im Moor unterwegs.
Auf Holzbohlen ging es durch sumpfige Landschaften. Das möchte ich unbedingt bald noch einmal erleben.
Liebe Nicole, liebe Manuela, nach Fulda ist es von Hannover aus ziemlich weit. Gibt es solche Wege durchs Moor nicht auch in eurer Gegend?




Fesselnd- unterhaltende Lektüre zum Thema bot mir das Buch "Der Moorkönig" von Eva Maaser (klick). Es geriet in unserer Bücherei in meine Hände und kam mit nach Hause.
Es handelt vom besonderen Schicksal eines Jungen, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Münsterland geboren wurde.
Weil mir der Roman so gut gefiel, kaufte ich anschließend gleich die Fortsetzung: "Die Rückkehr des Moorkönigs" (klick).
Wenn ihr noch Lektüre für die bevorstehenden gemütlichen, laaangen, dunklen Herbstabende sucht, kann ich euch die beiden Bücher sehr empfehlen.

Wir sind gestern gut erholt von unseren Sommerferien auf der schönen Nordseeinsel Wangerooge zurückgekehrt und nun darf er meinetwegen gern allmählich kommen, der Herbst...

Euch wünsche ich ein schönes Wochenende!

Viele Claudiagrüße







Donnerstag, 27. August 2015

Gestricklieselt: Sommerschal/ Sommerstola





Vor etwas mehr als einem Jahr postete ich in diesem (klick) Wochenrückblick meine Strickliesel, mir der ich dabei war, ein türkisfarbenes Garn zu verarbeiten.

Damals hatte ich mich an eine Zeitschrift erinnert, von der ich dachte, sie "kürzlich" gekauft zu haben.
In dieser Zeitschrift gab es eine Anleitung für einen Schal/ eine Stola aus Stricklieselschnüren.
Mit gefielen die Idee, dabei schöne Knöpfe verarbeiten zu können und die filigrane Machart des Teils, die im Sommer einen bunten Farbtupfer auf meine schwarzen Oberteile bringen sollte, ohne zu sehr zu wärmen.
So weit die Erinnerung...




Nach kurzer Suche hielt ich die Zeitung in den Händen. Upps! Sehr ihr, wann "kürzlich" war?
Na ja, jedenfalls begann ich zu lieseln und irgendwann war der Sommer 2014 Vergangenheit und das Projekt nur fast fertig.
Eine einzige Schnur fehlte noch.
Ach ja... Zusammen nähen musste ich die Schnüre, die Knöpfe platzieren und zu guter Letzt :-/ die Fäden vernähen...




Jetzt ist wieder Sommer. Er neigt sich bereits. Aber in diesem Jahr wollte ich nun doch mal endlich fertig werden. Ich lieselte und nähte und vernähte. Und dann:




... fand ich - wie schon oft zuvor - im Stadtpark während meiner Mittagspause ein williges Modell.

Nun ist, was lange währt, endlich gut!




(Darüber, woher meine Knöpfe stammen hatte ich vor längerer Zeit
hier (klick) bereits geschrieben.)



Dienstag, 25. August 2015

Spätsommeressen: Spaghetti mit Pfifferlingen


Mögt ihr gerne Pfifferlinge? - Ich liebe sie!
Für mich sind sie viel mehr, als eine Zutat für das Mittagessen.

Hier in der Region um Hannover wachsen diese Pilze leider nicht.
(Dabei ist der Pfifferling der einzige Pilz, den ich GANZ sicher erkennen kann.)
Wir können sie nirgends sammeln, nur kaufen.
Jedes Jahr im Spätsommer freue ich mich, wenn sie an den Marktständen wieder zu finden sind.
Allein dieser Duft...




... Pfifferlinge riechen nach Sommer. Nach Ferien.
Sie sind ein Geruch aus meiner Kindheit.

Bis zu meinem 12. Lebensjahr fuhren meine Eltern mit mir viele Jahre hintereinander jedes Jahr in den großen Ferien (und oft waren auch meine Großeltern mit dabei) nach Kärnten.
Wir wohnten immer in der selben einfachen Frühstückspension in Neudorf, einem kleinen Ort nahe bei Hermagor (klick).
Es waren Jahr für Jahr herrliche, unbeschwerte Sommertage, wie im Paradies...

Wir badeten in den umliegenden Seen und angelten in der Gail. Wir wanderten in den Bergen und im Wald, machten Ausflüge aller Art. Das ganze Jahr über fieberte ich auf die nächsten Sommerferien hin.

Die Pension war das letzte Haus des Ortes. Der Garten grenzte direkt an den Wald. Die Vermieter hatten einen Sohn in meinem Alter.
Wir spielten oft gemeinsam.
Im Garten zwischen den Johannisbeerbüschen, am Hühnerstall, auf der üppigen Blumenwiese am Haus und im Wald.
Dort erlegten G. und ich wilde Baumstamm- Tiere mit unseren Farnkrautpfeilen, spielten mit Fröschen, sammelten Blaubeeren und: Pfifferlinge.
Immer wieder gab es zum Abendessen Butterbrot mit gebratenen Pfifferlingen.
Meine Mutter briet sie auf dem Balkon mit einem Campingkocher.




Bei uns zu Hause gibt es in jedem Spätsommer mindestens einmal Spaghetti mit Pfifferlingen.
Der Sohn hat mich - ganz uneigennützig, versteht sich - gebeten, das Rezept zu Bloggen und damit sozusagen der Nachwelt zu erhalten ;o)
Diesem Wunsch komme ich natürlich gerne nach...

Zutaten ( für 2 Personen):

  • Spaghetti
  • ca. 250 - 300g Pfifferlinge
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 großes Ei
  • 150 ml Sahne
  • geriebenen Parmesam
  • etwas Fett zum anbraten
  • Salz, frisch gemahlenem Pfeffer, eine Prise gemahlenen, gefriergetrockneten Knoblauch
  • Wenn gewünscht etwas Brettlspeck

So wird' s gemacht:


Die Pilze putzen, große Pfifferlinge halbieren oder vierteln, die Zwiebel fein hacken.

Die Nudeln in Salzwasser kochen.

Das Ei aufschlagen, mit der Sahne verquirrlen und den geriebenen Parmesankäse einrühren. (Die Konsistenz soll etwa so wie die von cremigem Joghurt sein.) Die Masse beiseite stellen.

Die Pilze in etwas Fett anbraten (Pilze sind ziemlich wasserhaltig, weshalb zuerst Flüssigkeit austritt, die verkochen muss, bevor das eigentliche Anbraten beginnt) und dann die Zwiebelwürfel beifügen und mitbraten. Mit Salz, Pfeffer und etwas Knoblauch würzen.
Wenn gewünscht, in einer 2. Pfanne nun den Speck kross anbraten.
Die Nudeln abgießen und (ggf. mit dem Speck) zu den Pilzen in die Pfanne geben.
Das Gericht mit der Ei-, Parmesanmasse vermischen, kurz anstocken lassen. Und dann:


... genießen!

Wunderbar poetische, himmelblaue Sommerservietten von hier (klick)