Freitag, 11. September 2015

Pimp up your Shirt... Rosen und Dornen...


Mit Schrecken wurde mir kürzlich bewußt, wie viel Zeit bereits vergangen ist, seit ich am Blog zum letzten Mal (hier im April nämlich - klick) ein selbst gestaltetes Shirt gezeigt habe.
Der Grund liegt keineswegs darin, dass in letzter Zeit keine Shirts entstanden wären, sondern vielmehr fehlten die Gelegenheiten, schöne Fotos zu machen.

Während unseres Urlaubs auf Wangerooge habe ich nun endlich - zwischen den inseltypischen Kartoffelrosen* - mein Rosenshirt geknipst:






Bekannter Maßen gibt es sie ja nicht, die Rosen ohne ...




Das wusste zu Lebzeiten (1819 - 1892) auch bereits Friedrich von Bodenstedt und dichtete...


Der Rose süßer Duft genügt,
man braucht sie nicht zu brechen.
- Und wer sich mit dem Duft begnügt,
den wird ihr Dorn nicht stechen.


Auch wenn ich dem Rat, die Rose nicht zu brechen, wie man sieht, nicht gefolgt bin:
sein schönes Gedicht gefiel mir sehr und wanderte deshalb in Schneckenschrift auf mein T- Shirt.






Gestochen wurde ich vom Dorn übrigens nicht.

Im "O" des Dorns sitzt - wie auf jedem meiner Shirts, wieder eine Silberschnecke. Leider ist sie auf den Fotos nicht so gut zu erkennen.
Um so besser erkennt man dieses Exemplar hier an der weißen Inselrose...






Hier das Shirt nochmal am lebenden Model: Frau Alltagsbunt ohne Kopf

* Wie wir während unseres Urlaubs erfahren haben, gehören die Kartoffelrosen, die so ein typischer Anblick auf der Insel sind, eigentlich dort ursprünglich gar nicht zur Vegetation, sondern wurden eingeschleppt. Auf Wangerooge bemüht man sich nun, die Rosen zu dezimieren, denn sie verdrängen die heimischen Pflanzen der Heidelandschaft zwischen Dünen und Hinterland.




Liebe Judy, fast hätte ich es vergessen... das Foto dieses Schildes entstand am Tag nach deinem Post (diesem hier - klick) im Garten eines Wangerooger Cafes und es ist nur für dich! Na gut, ihr anderen dürft auch mal hinschauen. Aber nur kurz!!!




Mit der ernüchternden Erkenntnis, meinen Urlaub an einem Ort verbracht zu haben, an dem Goethe nicht gewesen ist - wie konnte das passieren? - bin ich für heute am Ende angelangt ;o) und ... 

... wünsche euch ein schönes Wochenende! 



Dienstag, 8. September 2015

Unser Wochenende - oder Bemühung, den Herbst zum Freund zu nehmen...


Obwohl sonst bekennender Herbstfan, fällt es mir dieses Jahr sooo schwer, den Sommer schon ziehen lassen.
Vielleicht kam er mir so kurz vor, weil das schöne Wetter meist unter der Woche vorherrschte, wenn ich lange arbeitete?
Oder weil es zum Wochenende häufig geregnet hat und oft kalt war?
Vielleicht auch, weil wir gerade erst aus den Sommerferien zurückgekehrt sind?
Unfassbar, heute vor einer Woche zeigte das Thermometer noch 34° C.

 Na ja, es ist nicht zu ändern und ich versuche dann mal ernsthaft, mir den Herbst schön zu reden und mich mit ihm anzufreunden ;o)

Nachdem Nicole neulich hier (klick) am Wochenende und hier (klick) Fotos aus dem Wald gezeigt hatte, wollte ich - in der Hoffnung ein wohliges Herbstgefühl verinnerlichen zu können - unbedingt auch Rehe und Hirsche gucken.

Der Liebste war leider nicht zu begeistern.
Doof! Aber anstatt schlecht gelaunt zu Hause zu bleiben, bin ich schließlich allein los.
Ab in den Tiergarten (klick) ging es.
Das weitläufige Gelände ist komplett eingezäunt. Rehe und Hirsche bewegen sich frei im Wald.




Ich lief also durch den Tiergarten, entdeckte schon bald ganz deutlich - nicht nur die Spur des Herbstes, sondern auch die des Rotwildes - und genoss die wärmenden Sonnenstrahlen.






Ich spazierte, fotografierte, wunderte mich über Eltern, die nichts dagegen hatten, dass ihre Kinder über die Wiesen nahe an die Rehe heran rannten (was ja nicht nur streng verboten, sondern besonders während der Brunftzeit auch nicht ganz ungefährlich ist, denn mit brünftigen Hirschen ist nicht zu spaßen) und ihren Nachwuchs unbeachtet gewähren ließen, mit dicken Ästen immer wieder gegen die Rinden alter Bäume zu schlagen.
Warum ist eigentlich der Förster, der hier für gewöhnlich patroulliert in solchen Momenten nie zur Stelle?




Es gibt im Tiergarten ein Wildschweingatter. Und, na ja, ich hatte vielleicht für den Spaziergang die falschen Schuhe gewählt. Jedenfalls kam es mir schon bald vor, als wäre auch ich in der Suhle gewesen ;o)

Äußerst interessant war dieser kunstvolle Bau am Fuße eines Baumstumpfes. Leider habe ich keine Ahnung, wessen Hauseingang das sein könnte. Kennt sich jemand von euch da vielleicht aus?




Schließlich gelangte ich an eine Lichtung, auf der ein weißer Hirsch graste. Wow!

Der Moment wirkte fast etwas magisch, so still und friedlich um mich her.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren alle Gedanken und aller Ärger abgeschüttelt.
Wie gut, losgegangen zu sein. Es kann so einfach sein, Abstand vom Alltag zu nehmen .




Während ich mich noch freute, den weißen Hirsch vor die Linse bekommen zu haben, öffnete urplötzlich der Himmel seine Schleusentore und es schüttete aus Eimern und Kübeln. - Seht ihr den Regen auf dem 2. Foto?
Na toll. Mitten im Wald stand ich, nur in meiner Strickjacke bekleidet und natürlich ohne Regenschirm...
Zum Glück waren dichte Tannen in der Nähe, so konnte ich mich unterstellen und blieb leidlich trocken. Nach 20 Minuten war der Spuk dann vorbei. Blauer Himmel, Sonnenschein - als wäre nichts gewesen. Verrücktes Aprilwetter im September.






Diese Bank wäre perfekt für eine Teepause gewesen. Leider hatte ich meinen Thermobecher nicht dabei. Inzwischen war ich bereits 3 Stunden unterwegs und es wurde Zeit für den Heimweg.

Am Ausgang fand sich noch der Hinweis auf das diesjährige Tiergartenfest (klick), das wie jedes Jahr auch 2015 am 2. Samstag im Oktober stattfindet.
Wie schön dieses Fest bisher immer war, könnt ihr auch hier (klick) nachlesen.




Wieder zu Hause, nun aber endlich doch bei einer Tasse Tee, genoss ich mit dem Liebsten sehr zufrieden den gemütlichen Teil des Tages, schrieb noch schnell einen Gruß vom Herbst an den älteren der beiden Lieblingssöhne (mein Lieber, hoffentlich ist dein Brief gut angekommen?) und freue mich nun schon auf das nächste Wochenende!