Freitag, 11. Dezember 2015

Regenbogenstern/ Sternenkranz aus Transparentpapier; Bastelanleitung


Diesen tollen Sternenkranz, den ich ursprünglich hier in der Nähe bei einem Waldorfbasar entdeckt hatte, bastelte ich erstmals vor mehr als einem Jahr beim traditionellen Racletteessen- Weihnachtsbasteln mit 2 Freundinnen.
Hier (klick) war er deshalb bereits Bestandteil meines Wochenrückblicks und als Motiv für die Weihnachtskarten 2014 kam er als Foto zu Ehren.

Auch 2015 schmückt er wieder die Fenster.
In dieser Zeit, wo sich die Nacht bereits in den Nachmittag schleicht, komme ich zumeist erst im Dunkeln nach Hause und könnte mich in unserer Wohnung gar nicht oft genug an den leuchtenden Farben freuen. Deshalb findet er sich nicht nur im Wohnzimmer, sondern ausnahmsweise auch im Büro, wo ich natürlich ansonsten nicht dekoriere.




Für die Freundin K. in der Ferne füllte ich im November einen Adventskalender. Neben anderen Kleinigkeiten enthält dieser sozusagen eine "Bastelpackung".
An 10 Tagen verschiedenfarbige Fünfecke nämlich. Für genau diesen Regenbogenstern.

Liebe K. bestimmt wartest du schon dringend auf die versprochene Bastelanleitung?!
Inzwischen dürften ja auch genügend Papierstücke zum Vorschein gekommen sein, um dass es sich lohnt, loszufalten ;o)

Wer keine "Bastelpackung" in seinem Adventskalender gefunden hat...

...benötigt folgendes Material:


  • Eine Schablone für ein Fünfeck. Meine Seitenlänge beträgt 8 cm. (Man kann erforderlichenfalls seine schulpflichtigen Kinder, den Liebsten und/ oder das Internet um Hilfe bitten. Auf Wunsch scanne ich meine Schablone auch ein und verschicke sie per Mail ;o) 
  • Transparentpapier (für den Regenbogenstern werden 10 Farben verwendet. Natürlich kann man die Sterne auch nur ein- oder zweifarbig herstellen.)
  • Lineal, Schere, Klebestift und einen festen, spitzen Gegenstand, mit dem man die Linien im Fünfeck markiert, ohne zu zeichnen. Gezeichnete Linien bleiben sonst sichtbar. Ich habe einen Brieföffner dafür verwendet.

So gehts:


Die Fünfecke ausschneiden und die Ecken mit dem spitzen (nicht schreibenden) Gegenstand wie auf dem Foto zu sehen, sternförmig verbinden. Außen am Rand den Mittelpunkt aller 5 Seiten markieren...




...und mit einer Schere von hier bis zum Schnittpunkt der inneren Sternlinien einschneiden:




Links von der Schnittlinie alle Ecken an der markierten Linie umklappen und ...




...ebenso mit 4 rechten Ecken verfahren. Die 5. rechte Ecke (im Foto oben links) bleibt offen stehen!




Nun die untere Spitze nach oben klappen. Die umgeklappten Spitzen bilden später den inneren Ring des Sternenkranzes:




Auf diese Weise alle 10 Fünfecke falten und nun müssen die einzelnen Teile zusammengesetzt werden. Es sieht komplizierter aus, als es ist. Nur Mut!

Die Farben zunächst in der gewünschten Reihenfolge sortieren.
Die ersten beiden Sternenteile, wie auf dem unteren Foto zu sehen, nebeneinander legen, bzw. übereinander schieben.
Die offen gelassene 5. rechte Ecke des rosa Sternenteiles kommt dabei unter der lila Spitze des Nachbarsternenteiles zu liegen.
Die rechte lila Zacke verschwindet hinter dem rosa Sternenteil. Kann man das auf dem Foto erkennen?
Mit dem Klebestift die umgeklappte innere lila Spitze (links im Bild) über der linken rosa Zacke festkleben, damit die beiden Teile fest verbunden sind.
Nun die Arbeit wenden und ...




...von hinten die offen gelassene 5. rechte Ecke des rosa Sternenteiles und ebenfalls die (links auf dem rosa Mittelteil zu sehende) lila Zacke festkleben:




Die Arbeit wieder wenden um die nächste Farbe auf die gleiche Weise am rosa Sternenteil zu befestigen. Teil für Teil so aneinanderkleben und letztlich den Kreis schließen.




Nun alles, was an Transparentpapierecken noch lose herumflattert, mit dem Klebestift vorsichtig fixieren. Geschafft!


Der Sternenkranz von vorn... 

... und von hinten.



Sieht der Regenbogenstern nicht wunderschön aus?!




Der Stern


Hätt' einer auch fast mehr Verstand
als wie die drei Weisen aus Morgenland 
und ließe sich dünken, er wäre wohl nie 
dem Sternlein nachgereist, wie sie; 
dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest 
seine Lichtlein wonniglich scheinen lässt, 
fällt auch auf sein verständig Gesicht, 
er mag es merken oder nicht, 
ein freundlicher Strahl 
des Wundersternes von dazumal.

(Wilhelm Busch)



Liebe K.
(und natürlich auch du da, du und du da hinten ;o),
ich wünsche dir ganz viel Spaß und Erfolg beim Basteln, hoffe sehr, die Anleitung ist verständlich geschrieben und bald schon ziert - wenn du magst - so ein Stern auch dein Fenster!
Euch allen ein schönes Wochenende und einen frohen 3. Advent!

Herzliche Claudiagrüße



Mittwoch, 9. Dezember 2015

Rezept für Kugelplätzchen




Wie ist das eigentlich bei euch mit den Weihnachtsplätzchen?
Backt es jedes Jahr ganz traditionell nach den selben Rezepten oder probiert ihr immer wieder neue Sorten aus?
Ich probiere gerne herum (z. B. gab es in diesem Jahr erstmalig Judy's - klick - köstliche Schneeflöckchen - klick - Vorsicht, die haben einen enorm hohen Suchtfaktor ;o), aber EIN Rezept gehört einfach jedes Jahr fest zum Advent dazu.
Vermutlich heißen sie in Wirklichkeit ganz anders, aber hier sind sie nur...

"Unsere Kugelplätzchen"!  

Schon, als die Kinderhände noch wirklich klein waren, konnten meine 2 den Teig zu Kugeln rollen und mit der Marmelade füllen.
In der Regel taten wir das am letzten Freitag vorm 1. Advent. Wir eröffneten viele Jahre lang die Vorweihnachtszeit, indem wir auf dem Wochenmarkt den Rohling für unseren Adventskranz kauften, Kranz und Wohnung schmückten und unsere Kekse buken.

Für meine Söhne möchte ich das Rezept hier hinterlegen.
Während des Backens, als die Fotos entstanden, fühlte es sich plötzlich ein wenig an, als schriebe ich mein Testament. Ein seltsamer Gedanke zwischen Mehl und Ei.

A pro pros Mehl und Ei, man braucht für die Kekse folgende...

Zutaten:

  • 1 Ei 
  • 100 g Zucker
  • 150 g weiche Butter
  • 300g Weizenmehl
  • 1/2 Teelöffel Backpulver

  • Himbeeraufstrich (fein, soft) kernlos

So wird' s gemacht:

Zutaten verkneten und zugedeckt mindestens 30 Min. kaltstellen...

(Das Geheimnis, wie die Kugelplätzchen beim Backen die Form behalten und nicht ineinander laufen, liegt übrigens darin, die Kugeln wirklich klein zu formen und den Teig UNBEDINGT! gut zu kühlen. 
Ich nehme den Teig für die Verarbeitung auch immer erst nach und nach aus dem Kühlschrank, damit er nicht zum Schluss schon wieder warm geworden ist. 
Und sobald ein Blech voll ist, ab damit in den Ofen!)




Haselnussgroße Kugeln formen und auf ein Backblech setzen. In die Mitte mit der Rückseite eines hölzernen Kochlöffels eine Vertiefung drücken.




Backofen vorheizen (150° C Umluft oder 180° C bei anderen Herdarten).
Marmelade in die Kekse füllen und ca. 15 - 17 Minuten backen.






Hier oben seht ihr ein Foto davon aus dem vergangenen Jahr. Ich glaube mich zu erinnern, damals hatten wir umständehalber die Hälfte des Mehls durch gemahlene Mandeln ersetzt. - Improvisation ist alles!

Eigentlich sind diese Kekse immer, immer, immer! mit Himbeermarmelade gefüllt. Eigentlich! 
Aber: in diesem Jahr war die Himbeermarmelade ausverkauft.
Ich entschied kurzerhand, Heidelbeere zu verwenden. (Keine schlechte Alternative übrigens. Schmeckt auch sehr lecker.)

Etwas enttäuscht reagierte der jüngere, der beiden Lieblingssöhne darauf... Er fand, das sind nun nicht unsere Kekse und brachte vergangenes Wochenende vom Einkauf ein Glas Himbeermarmelade mit, das er mit appellativem Charakter in der Küche platzierte...

Sehr gern, mein Lieber, darfst du auch noch einmal Kugelplätzchen mit Himbeerfüllung für uns backen ;o)





Montag, 7. Dezember 2015

Kreisweste aus Wollwalk (mit Versuch einer Anleitung)


Vergangene Woche hatte ich Urlaub und endlich Zeit, einen Post zu schreiben, für den die Fotos bereits Ende Oktober entstanden und auf den ich mich sehr gefreut hatte.
Zurückblicken möchte ich auf die Zeit, als die Bäume gerade ihr Laub abwarfen...

Hier (klick) hatte ich Armstulpen aus schwarzem Wollwalk gezeigt, die aus den Stoffresten eines größeren Projektes entstanden waren...

... einer Kreisweste nämlich!

Damals verbrachten meine Kollegin A. und ich unsere Mittagspause im Stadtpark. Wir tobten gemeinsam durch das Laub und A. machte viele Fotos - von mir in meiner Weste!




Schon seit mehreren Wintern hatte ich mit der Idee einer Kreisweste geliebäugelt, deren verschiedene Ausführungen mir immer mal wieder in diversen Blogs oder auf Handwerkermärkten begegnet waren.
Allerdings hatten diese Westen oft die Nachteile, für meine lange Körpergröße zu kurz zu erscheinen, dass der Kragen zu voluminös ausfiel, oder mir einfach der Stoff einer angebotener Kaufweste nicht gefiel.

Durch meine selbstgestalteten Shirts (klick) habe ich zugegebener Weise auch ziemlich hohe Ansprüche an die Individualität meiner Kleidung...




Schließlich landete ich zufällig bei Lockenknopf - der tollen Seite von Fenna und fand sie dort (klick): die für mich perfekte Ausführung einer Kreisweste.




Ich enterte den Stoffladen, kaufte den Wollwalk - schwarz natürlich! - bat den jüngeren, der beiden Lieblingssöhne um seine Unterstützung dabei, den Kreis auf dem Stoff vorzuzirkeln und dann wagte ich erstmal nicht hinein zu schneiden...




... sprudelten die Ideen nur so.
Taschen wollte ich unverzichtbar dringend an meiner Weste haben. Das ist praktisch und gemütlich!
Ich wollte die Kreisform richtig zum Thema machen, suchte im Internet nach Sprüchen oder Gedichten dazu und fand:

Der Kreis ist eine geometrische Figur, bei der an allen Ecken und Enden gespart wurde...

Das war für mich PERFEKT!
(Weiß jemand von euch, wer der Urheber des Spruches ist? Ich habe leider dazu nichts gefunden?!)




Den Text schrieb ich (mit dem üblichen "Metallic- Liner" in der Farbe olive), rechts oben am Revers beginnend, von innen und von außen um den Rand des Kreises.


Stofflänge und Durchmesser = 1,20m/ Radius = 60 cm

Ich wollte die Möglichkeit haben, meine Weste auf Brusthöhe mit einem Knopf schließen zu können. Aus Hutgummi befestigte ich dafür fast unsichtbar eine Schlaufe auf der einen und einen unauffälligen, schwarzen Knebelknopf auf der anderen Seite von hinten am Revers.

Aus meinen scheinbar unerschöpflichen Mengen grüner Walkreste (auch schon als Armstulpen mit auf den Fotos zu sehen und hier z. B. hatten ebenfalls Reste Verwendung gefunden - klick) entstanden kleine Kreise in 2 Größen, die am Revers und den beiden Taschen als Akzente aufgesteppt wurden.
Natürlich fand auch meine obligatorische kleine Silberschnecke ihren Platz ;o)




Als echte Herausforderung haben sich die Armlöcher erwiesen.
Ich war ziemlich ratlos, was die jeweilige Höhe und Länge und auch den Abstand zueinander betrifft.
Obwohl ich extra ganz vorsichtig begonnen habe, würde ich beim nächsten Mal unbedingt anfangs die Ausschnitte noch kleiner zuschneiden (zumal der Stoff im Schulterbereich beim Tragen auch etwas nachgegeben hat).


Flugmantel... sagt der respektlose Liebste ;o) zu dem guten Stück 

Nachdem meine Weste fertig war, entdeckte ich bei Birgit von "Flügel & Federn" eine sehr schöne ovale Variante (klick). Das wird wohl mein nächstes Projekt - für einen gemusterten Stoff.




Diese Mittagspause hat richtig Spaß gemacht.
Liebe A., dir danke ich dafür und natürlich für die tollen Fotos!