Donnerstag, 29. September 2016

Venedig Teil III, San Michele, Murano und Burano


Dritter Tag in Venedig:
Damit die Reise für alle Beteiligten nicht wieder so anstrengend wird, gehen wir diesmal nicht zu Fuß, sondern fahren - direkt nach kurzem Stopp für ein schnelles Frühstück im "Birreria zanon", wo es diesmal statt "Sweet- red- beer & Pino grigio" ;o), Cappuccino bzw. Milchkaffee zu den Schnittchen gab...

Schnittchen, Klettermaxe und Regenbogen über dem Canal

... heute mit dem Vaporetto genannten Wasserbus!
Der Sohn wünschte sich einen Besuch der Friedhofsinsel SAN MICHELE!


Der Kernstadt gegenüberliegend kann San Michele ohne Boot nicht erreicht werden

Das Fotografieren ist auf der Friedhofsinsel nicht erwünscht.
Selbstverständlich haben wir uns pietätvoll verhalten und außerdem auch darauf geachtet, dass auf unseren wenigen Bildern öhm, die trotzdem entstanden, räusper keine Personendaten erkennbar sind.

Der Friedhof ist riesig - und ich gestehe dass ich die Stimmung dort nicht so sehr mochte (die vielen verblichenen Kunstblumen, die steinernen Reihengräber), obwohl ich mich sonst recht gern auf alten Friedhöfen aufhalte.
Es gefällt mir nicht, die Toten so weit abgesondert von den Lebenden "wegzusperren". - Wobei dies zugegebener Maßen in Venedig gewiss nicht zuletzt auch dem Platzproblem geschuldet sein mag.

Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber die in Italien oft übliche Art der Bestattung - tote Menschen in Stein einzumauern - erinnert mich irgendwie immer an Kofferschließfächer und Bahnhofcharme.
Natürlich könnte man jetzt entgegnen, die Toten befinden sich ja schließlich auch auf ihrer letzten Reise - und damit die Assoziation zu einem Bahnhof sogar ganz passend finden.

Aber nee, mir behagt das einfach nicht. Bei einer Reise kommt man letztlich irgendwo an und endet nicht im Schließfach.
Ich möchte für mich, dass mein Körper schlussendlich einmal in der Erde ruht - oder von mir aus auch verbrannt wird und die Asche dann in die Erde kommt und ich selbst auch zu Erde werden darf, denn:


Bedenke Mensch, 

vom Staub bist du genommen,

 zum Staub kehrst du zurück!



Verschiedene Arten von Gräbern auf dem Cimitero/ Friedhof und ein Bildnis von Gevatter Tod

(Und weil das jetzt gerade so passend erscheint, verlinke ich im Nachhinein meine Gedanken über den venezianischen Friedhof zu Astrid von "Le monde de Kitchi" - klick)

Wir stiegen wieder ins Vaporetto und ließen die Friedhofsinsel hinter uns.
Sie liegt zwischen der Kernstadt Venedigs und der Glasbläserinsel MURANO:






Nur kurz spazierten wir quer über diese Insel zur nächsten Haltestelle, von wo aus es weiterging, nach BURANO. Der Insel der Fischer und Spitzensticker:





Die Bilder der bunten Häuser hat wohl jeder schon gesehen?!
Mit vielen Menschen verließen wir das Vaporetto und steuerten durch die Gassen. Wundersamer Weise fühlte ich mich trotz der zahlreichen Leute sofort total wohl und entschleunigt.



Nicht in Pisa und doch mit schiefem Turm ;o), die Kirche San Martino

Eine sehr angenehme, entspannte Stimmung herrschte in den kleinen Gassen. Die Touristen verstreuten sich zügig. Jetzt war es nicht mehr übermäßig voll.
Wir schlenderten gemächlich an bunten Häuserfronten vorbei, saßen bei leckerer Pizza.




Übrigens waren hier tatsächlich alle Häuser so bunt. Ich hatte ja vorher heimlich den Verdacht, in den hinteren Häuserreihen könnte es nicht mehr so sein.
Wir hätten es durchaus auch noch länger dort auf Burano aushalten können.



So schön, die Spiegelung der Farben im Wasser!

Da es jedoch gegen Abend ging, schon zu dämmern begann und der Rückweg seine Zeit in Anspruch nahm, brachen wir auf und fuhren wir zurück zu unserer Ferienwohnung...

Blick von Cannaregio hinüber zum Festland und Skorpion... an der Hauswand

Auf unseren nächsten, Urlaubstag gab es bereits eine kleine Vorschau, beim Glücksblick (klick).
Du hattest Recht, liebe Kirsten, die Muscheln auf dem Foto stammen nicht aus der Ostsee ;o)
Und ja, liebe Judy und liebe Karen! Strand, Meer, nackte Füße - all das macht SEHR glücklich ♥ ♥ 

... Fortsetzung folgt...


Hier gehts zu:


Kommentare:

  1. Ja, denn Ostseemuscheln kenne ich zu genüge;0) Wenn du welche brauchst, sag bescheid. Wunderbar schön dein Reisebericht. Vor ca. 35J. war ich auch einmal dort. Ich kann mich noch sehr gut an die zutraulichen Tauben erinnern und an das teure Eis am Markusplatz. Herzlichst Kirsten

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  2. Liebe Claudia!
    Hachchch... soooo schön! Wiederhole ich mich? Die bunten Häuser in Burano sind wirklich ein Traum. Wir hatten allerdings damals Regenwetter und haben unsere Zeit in einer kleinen Pizzeria verbracht, die beste Pizza ever und ein extrem guter roter Landwein sind mir in Erinnerung.... Auf der Friedhofsinsel war ich noch nicht. Das Bildnis vom Gevatter Tot finde ich sehr gruselig. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil Deines tollen Reiseberichtes.
    Ganz liebe Grüße
    Karen

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  3. Wunderbare Impressionen! Ich habe hier noch ein altes Buch, "Venedigs Löwen schielen nicht" - da hat man die Szenerie direkt vor Augen.

    Liebe Grüße

    von Birgit

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  4. Hallo Claudia ,
    was für ein schöner Reisebericht . War ja nun einzige Zeit nicht mehr
    oft hier . Da muss ich mal dringend rücklesen .
    Hab einen schönen Tag ,
    allerliebste Grüße von JANI

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  5. Liebe Claudia,
    mit Deinem Reisebericht machst Du mir richtig Lust, die Stadt einmal selbst zu erkunden!
    Sei herzlich gegrüßt von
    Jana
    P.s. Mailst Du mir bitte Deine Anschrift, damit sich der Herbstkranz zu Dir auf die Reise machen kann? Meine Email-Adresse lautet jana.muchalski@web.de

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  6. Bei den schönen Bildern kommt Fernweh auf. Da will ich auch nochmal hin, irgendwann.
    Was die eigenartigen "Grabfächer" betrifft, so blieb den Venezianern wohl wegen Platzmangel keine andere Wahl (?).
    Schön ist es nicht, natürlich.
    LG Judy

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  7. Unglaublich wie kunterbunt die Häuserfronten sind, nicht wahr?! Hachz.. wirklich eine wunderschöne Reise, liebe Claudia! Und auch hier entzücken mich die kleinen Seelentröster ;)) Der gemeiselte Tod dagegen hinterlässt bei mir eine Gänsehaut! Was für eine gruselige Gestalt! Es muss eine wirklich herrliche Reise gewesen sein, liebe Claudia! Ich gönne sie Dir von ganzem Herzen. Liebst, Nicole

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  8. Ich möchte Dir zu Deinem Gewinn gratulieren liebe Claudia, das paßt doch alles so gut.

    Die bunten Häuschen sehen so schön aus. Die Glasbläserinsel Murano würde mich auch sehr interessieren. Überhaupt wieder so schöne Fotos die die Insel so romantisch rüberbringen - und überall Kätzchen.

    Da schließe ich mich Dir da voll an, ich möchte auch nicht in Beton liegen. Mein Wunsch ist es, verbrannt zu werden und dann auf einer großen Wiese unter Bäumen zu ruhen.

    Ganz ganz lieben Gruß
    Birgit

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  9. Liebe Claudia,
    wieder total spannend heute,dein Reisebericht!
    Die Friedhöfe in Italien finde ich auch befremdlich,aber andere Länder, andere Sitten!
    Vor allem,wenn man durch die Reihen geht und links und rechts die Schubfächer sind,total gruselig und bedrückend!
    Da gefallen mir die bunten Häuser schon besser!
    Einen Skorpion hatte mein Vater damals auch am Gardasee gefunden.Das vergesse ich nie.
    Sei ganz lieb gegrüßt von
    Kristin

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  10. oh, was für wunderschöne Fotos! Das war bestimmt ein toller Urlaub!

    LG Martina

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  11. Von Venedig erzählten meine Eltern früher öfter. Nicht als Hochzeitsreise soweit auch als junges Paar sind Sie einmal dorthin gereist. Ich war noch nicht so weit im Süden. Wunderschöne Impressionen!

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  12. Liebe Claudia,
    wunderschöne Mosaiksteinchen von Venedig zeigst Du uns, an manchen Orten bin ich in 2014 auch gewesen, damals mit 10 anderen Frauen. Deine Gefühle auf dem Friedhof kann ich gut nachvollziehen, ich finde die südliche Bestattungskultur auch befremdlich.
    herzlich Margot

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  13. Liebe Claudia,
    h Venedig steht auch definitiv noch auf meiner Reisewunschliste. So tolle Bidler hast Du mitgebracht, einfach traumhaft!
    Liebe Grüße
    Vanessa

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  14. Ich glaub dir gerne, dass die mediterrane Friedhofskultur nicht die Deine ist, ist aber wohl auch den klimatischen Gegebenheiten geschuldet. Ich kenne da noch ganz andere Gebräuche z.B. Aus Gruechenland, die uns auch sehr fremd sind.
    Ich hatte das Glück, dort in einer ganz mystischen Stimmung sein zu können. Und das passte für mich so gut zur Stadt.
    Danke fürs Verlinken!
    Gute Nacht!
    Astrud

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