Freitag, 26. August 2016

Schnelle Zwetschgentarte - oder ein Statement für die Selbstbeherrschung!





Weihnachten Erdbeeren und Spargel, Ostern Weintrauben und Melone.
Lebkuchen im August...
In unserer heutigen Zeit ist alles möglich und niemand braucht mehr auf irgendetwas zu verzichten.
Ist es aber tatsächlich ein Verzicht, sich von dem zu ernähren, was zur jeweiligen Jahreszeit gehört und möglichst regional und somit auch saisonal einzukaufen?


So weit deine Selbstbeherrschung geht, 
so weit geht deine Freiheit.

(Marie von Ebner- Eschenbach 1830 - 1916)

Diesen Satz, den ich damals noch gar nicht verstand, schrieb mir meine Omi einst ins Poesiealbum:




Ich denke, er lässt sich - in vielerlei Hinsicht übrigens - auch auf unsere Ernährung übertragen...
Für mich gehören zu jeder Jahreszeit bestimmte Lebensmittel, die ich dann von Herzen genieße, wenn ihre Zeit ist.

Lebkuchen? Es ist ein Ritual geworden, dass es die hier bei mir niemals - nie - nicht vor dem letzten Freitag vorm 1. Advent gibt!
Wetten rankten sich schon darum, weil mancher glaubte, er könnte mich weichkochen. Man kaufte diverse Packungen und hielt mir täglich meine allerliebste Sorte (diese, mit Aprikosenfüllung und Vollmilchschoki überzogenen ... sabber!... Lebkuchenherzen - ihr wisst, welche ich meine?) vor die Nase und verspeiste Herz für Herz vor meinen Augen...

Nee, nee, das war völlig aussichtslos. Die Wette war verloren! Warum sollte ich mir das selbst antun, mich um die (Vor-) Freude bringen, um den Genuss des ersten Bissens, wenn die Zeit dafür da ist?
(Welche Gedanken Frau von Ebner- Eschenbach damals wohl zu dem bekannten Zitat bewegt haben mögen? Weiß es zufällig jemand? Ich habe leider nichts über die Zusammenhänge dazu gefunden.)

Zum Spätsommer gehören jedenfalls noch keine Lebkuchen, dafür die Zwetschgen!

Aufwändige Rezepte schaffen es nur selten in mein Repertoire für den Alltag. Und manchmal finden auch Fertigprodukte hier Verwendung. Blätterteig aus dem Kühlregal zum Beispiel.
Schnell gemacht und genauso schnell aufgefuttert ist diese fruchtig- saftige

Zwetschgentarte




Zutaten:

  • 1 Rolle frischen Blätterteig (ich hatte die "leichte" Variante gewählt) aus dem Kühlregal
  • gemahlene Haselnüsse
  • 700 g Zwetschgen (mit Kernen gewogen)
  • nach Wunsch Vanillezucker zum Bestreuen 
und für den Guss...
  • 1 großes oder 2 kleine Eier
  • 150 ml Schlagsahne
  • 2 -3 El Vanillezucker

So wird' s gemacht:

  • Blätterteig auspacken und mit dem Papier auf eine runde Tarteform geben. Überstehenden Rand zurechtschneiden.
  • Mit einer Gabel den Boden einstechen, damit beim Backen Luft entweichen kann.
  • Mit gemahlenen Haselnüssen bestreuen.
  • Den Ofen auf 200° C vorheizen.




  • Die Zwetschgen waschen, entkernen, vierteln und die Viertel (mit der Haut nach unten, sonst "suppt" es zu sehr) auf dem Boden verteilen.
  • Dabei ein Stück probieren: sind sie süß genug? Ja? Prima! Nein? Dann die Früchte noch mit etwas Vanillezucker bestreuen.(Ich habe für dieses Rezept die Reste meines selbstgemachten Vanillezuckers (klick) vom Vorjahr verwendet und auch gleich neuen angesetzt, damit er in Ruhe durchziehen kann.)




Schon geht es mit der Tarte für 15 Minuten ab in den Ofen.




Während der Zwischenzeit den Guss anrühren. Dazu einfach alle Zutaten miteinander verquirrlen:




Nach der Viertelstunde Backzeit den Guss auf die Zwetschgen gießen.




Nun nochmal 20 Minuten backen und dann:


G. E. N. I. E. S. S. E. N. !!!


Schön, dass du da bist!


P. S.: Und wenn die Zwetschgenzeit vorüber ist? 
Dann kommen die nächsten Leckereien frisch von Baum, Strauch oder Feld.

P. P. S.: Wisst ihr eigentlich auch schon, 
was es bei euch am 25. November zum Kaffee gibt? <;o)))