Mittwoch, 12. Oktober 2016

Wohlig- wollige Weste (gestrickt aus einem Stück) mit Anleitung - MMM - und: im Moor


Nachdem der Herbst jetzt nun wahrlich Einzug bei uns gehalten hat, kommt es mir gerade recht, dass sie endlich fertig ist: meine wunderbare, wohlig- wollig- warme Weste!




Die Farben sind ein wahres Feuerwerk und kontrastieren bestens mit meinem geliebten Schwarz!




Aber das Schönste ist, dass ich mit dieser Weste sozusagen in die Erinnerung an einen Tag hineinschlüpfen kann, der mir eine echte Herzensfreude war: ein Tag im Moor!




Wer öfter hier liest, der weiß es: Frau Alltagsbunt hat eine Affinität zum Moor! Schon länger gewünscht war deshalb ein Ausflug, der uns nach Rotenburg/ Wümme führen sollte.




Genauer gesagt, ins "Weiße Moor", das beim "Großen Bullensee" liegt.
An einem Wochenende im Mai machten der Liebste und ich uns auf den Weg.
Früh morgens noch in Hannover und zum Frühstück (nur gut eine Stunde später) schon in der Fußgängerzone in Rotenburg ;o)




Wir bummelten gemütlich durch das hübsche Städtchen, entdeckten ein kleines Wollgeschäft in einer Seitenstraße und ich verliebte mich dort spontan in die Wolle, aus der nun meine Weste gestrickt ist.




Wir verließen Rotenburg, machten uns auf den Weg zum Großen Bullensee, parkten dort das Auto und folgten den Wegweisern zum Moor.




Dort angekommen, beobachteten wir still und staunend die schillernden Libellen...




... liefen über die typischen Holzbohlen durch die sumpfige Gegend, genossen die Sonne, die Ruhe, die Tatsache, hier angekommen zu sein und den ganzen Tag lang Zeit zu haben.




Zeit spazieren zu gehen, Zeit, Seite an Seite auf einer Bank zu sitzen und (öhöm), nur eine von uns sprang hin und wieder auf, um ein Foto zu machen oder irgendetwas genauer betrachten zu können ;o) und einfach so ganz im Hier und Jetzt zu sein.




Immer tiefer drangen wir in die Natur vor, bewunderten die Samenstände des puscheligen Wollgrases. Die Libellen waren der Wahnsinn. Sooo viele von ihnen und so verschiedene Arten hatte ich noch nie zuvor auf einem Fleck gesehen.




Unglaublich friedlich und entschleunigend wirkte die Landschaft auf uns. Durch die diversen Infotafeln im Naturschutzgebiet erfuhren wir Interessantes über den Lebensraum Moor, entdeckten kleine Wunder überall. (Nur Blindschleichen, die hier ebenfalls heimisch sein sollen, haben wir leider nicht gesehen. - Ein guter Grund, nochmal wieder hier her zu kommen, oder was meinst du dazu, mein Liebster?)




Den ganzen Tag verbrachten wir hier im Moor, hatten ein kleines Picknick mit Kuchen auf einer Bank  bis wir schließlich - der Klügere gibt nach - den Mücken wichen ;o)




Am Abend kamen wir sehr zufrieden und erfüllt wieder nach Hause 
Ich begann zu stricken und den Sommer über wuchs nach und nach immer ein Stückchen weiter meine Weste.
Mitte September, kurz vor dem Abflug nach Venedig, war sie dann endlich fertig:




Der Liebste machte während eines Sonntagspaziergangs in der Leinemasch, bei dem ich die Weste trug, Fotos von mir - und wir hatten auch dabei unseren Spaß ;o)
Danke DIR für deinen Beitrag zu diesem Posting!




Die Weste ist vorn zipflig- lang, das finde ich witzig.
Von hinten wärmt sie wohltuend meinen ewig kalten Nacken und die Schultern.
Schön und praktisch zugleich. Ich trage sie oft und sehr gern. Ein richtiges Wohlfühlteil.




Für euch (bitte entschuldige, liebe Jani (klick), dass es nun doch noch so lange gedauert hat, beim Arbeitstempo der fleißigen Ameisen konnte ich leider nicht mithalten) ...




... und für mich selbst als Gedächtnisstütze, habe ich hier aufgeschrieben, wie die Weste gestrickt wird. Wer Lust hat, darf meine Idee für private Zwecke gerne nacharbeiten.


Und so wird die Weste gestrickt...

Achtung: Bitte lest unbedingt die ANLEITUNG komplett durch, bevor ihr ggf. zu stricken beginnt.
Meldet euch gern, wenn etwas nicht richtig klar ist.
Ich bin nicht so geübt darin, Strickanleitungen zu schreiben und hab keine Ahnung, ob alles verständlich erklärt ist...

  • Material: 250g RIGA von Lang Yarns (50g = 80m Lauflänge) und 
  • Rundstricknadeln in Stärke 8 
  • außerdem ein Knopf (als Deko - also ohne Funktion. Die Weste wird offen getragen!)
Die Weste wurde in einem Stück quer von Spitze zu Spitze gearbeitet.

Für das Rippenmuster:
Es wird in 3- er Rippen gestrickt. Das bedeutet, man strickt jeweils eine Reihe rechte Maschen, eine Reihe linke Maschen und nochmal 1 Reihe rechte Maschen pro Rippe.




Mit einem Anschlag von 3 Maschen beginnend wird über 3 Reihen die 1. Rippe gestrickt.

Zum Beginn der 2. und auch jeder folgenden Rippe in der jeweils ersten Reihe, vor der ersten und nach der letzten Masche je eine Masche zunehmen, um die dreieckige Form zu erhalten.

Dies solange fortsetzen, bis man 75 Maschen (= 60 cm) auf der Nadel hat.
(Ich bin 1,76 m groß. Wer deutlich kleiner ist, sollte vielleicht bereits bei weniger Maschen mit dem Ärmelloch beginnen?!)

Jetzt für das Ärmelloch 
  • die ersten 15 Maschen stricken und vorerst stilllegen
  • die nächsten 20 Maschen locker abketten und 
  • über die folgenden 40 Maschen 2 Rippen und 2 Reihen der 3. Rippe stricken
  • die 3. und letzte Reihe dieser Rippe mit den 40 Maschen nun stilllegen und 
  • jetzt über die stillgelegten ersten 15 Maschen ebenfalls 3 Rippen stricken
  • am Ende der letzten Reihe dieser 3. Rippe (die vorher abgeketteten) 
  • 20 Maschen (wieder) aufnehmen und 
  • über die zuvor stillgelegten 40 Maschen die letzte Reihe der 3. Rippe fortlaufend stricken.
Das erste Ärmelloch ist nun fertig!
Es befinden sich wieder 75 Maschen auf der Nadel und das Rückenstück folgt.

Für das Rückenstück das Rippenmuster über 28 Rippen = 84 Reihen weiter gerade hoch stricken. (Also OHNE am Anfang und Ende jeder 1 Reihe jeder Rippe weiter zuzunehmen!)
Ich habe meine Weste zwischendurch mehrfach anprobiert, um festzustellen, wie breit das Rückenteil werden muss.

Nun das zweite Ärmelloch genau wie das erste arbeiten.
Sobald das zweite Ärmelloch fertig gestrickt ist (das heißt, wenn nach der 3. Reihe der 3. Rippe wieder alle 75 Maschen auf der Nadel sind)...
für die 2. Spitze zu Beginn jeder neuen Rippe die erste und zweite, sowie die letzte und vorletzte Masche der 1. Reihe zusammenstricken/ abnehmen.

So nun weiter arbeiten, bis schließlich wie am Anfang des Strickstückes wieder nur noch 3 Maschen auf der Nadel sind. 
Diese in der 3. bzw. letzten Reihe der Rippe abketten.

Die Weste vor dem Spiegel anprobieren (die breite Seite des Strickstücks ist der Kragen, also oben!), den Kragen drapieren um zu markieren, an welche Stelle der Knopf angenäht werden soll - und dies dann dort auch machen ;o)


FERTIG! 

Verlinkt zum MMM (klick)




Unter meinen schwarzen Shirts lasse ich am Saum immer gern ein kontrastfarbenes, langes Top hervorblitzen, damit das Outfit mit der schwarzen Hose nicht zu langweilig wird.
Ein langes Top, das farblich zur Weste passt, habe ich in den Läden nicht gefunden und deshalb beschlossen, mal etwas Neues auszuprobieren und ein weißes Top umzufäben:




... Das Ergebnis seht ihr auf den Fotos. Der Farbton ist perfekt gelungen!
Dass die Nähte weiß bleiben würden, hatte ich zuvor nicht bedacht. Das Top gefällt mir trotzdem.


P. S.: Und sehr cool, mit meiner Weste und dem Shirt kann ich gleich 6 Kästchen beim Herbsthandarbeitsbingo bei Barbara (klick) ankreuzen:

  • etwas für mich selber machen
  • etwas Kuscheliges handarbeiten
  • etwas Rotes handarbeiten
  • Knopf annähen
  • etwas färben
  • eine neue Technik probieren
  • ;o)

P. P. S.: Gerade aktuell und ganz wunderbar zum Thema passend ;o)
Dieser Link zur "Brigitte"- Seite (klick)


Montag, 10. Oktober 2016

Im Herbst






Im Herbst

Der schöne Sommer ging von hinnen,
der Herbst, der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
so manches feine Festgewand.

Sie weben zu des Tages Feier
mit kunstgeübtem Hinterbein
ganz allerliebste Elfenschleier
als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.

Ja, tausend Silberfäden geben
dem Winde sie zum leichten Spiel,
sie ziehen sanft dahin und schweben
ans unbewusst bestimmte Ziel.

(Wilhelm Busch 1832 - 1908)





Auf dem oberen Foto ist sie unten in der Mitte ihres Netzes zu sehen, die kleine Künstlerin, die diesen "allerliebsten Elfenschleier" mit ihrem "kunstgeübten Hinterbein" gewebt hat.
- Hätte man das noch schöner und poetischer sagen können, als Herr Busch es tat? Wohl kaum!

Das untere Bild wollte ich zuerst als misslungen "in den Papierkorb verschieben".
Auf den 2. Blick fand ich dann jedoch, dass es durchaus auch seinen Reiz hat und konnte ich mich letztlich sogar kaum entscheiden, ob das nicht vielleicht sogar die schönere - weil geheimnisvollere Fokussierung ist. Was meint ihr?


Sonntag, 9. Oktober 2016

7 Tage - 7 Bilder. Ein Wochenrückblick...


Tja, nun ist er da, der Herbst.
Nachdem der September 2016 doch wohl komplett als Sommermonat gezählt werden durfte, war ich glatt ein wenig fassungslos über den plötzlichen Wetterumbruch. Es gab irgendwie gar keinen Übergang und nun sind wir quasi aus den Sandalen in die Winterjacke gewechselt...
Plötzlich waren da schon ganz konkrete Adventskalenderpläne - und ich erledigte auch gleich die entsprechenden Einkäufe dafür. (Ja, ja, ich habe intensiv an Weihnachten gedacht! <;o)))

Diese Woche begann mit vieeel frischer Luft.
Das hat sehr gut getan und Ressourcen geschaffen, z. B. für den Donnerstag, an dem es im Büro so gar nix zu lachen gab... auch wenn natürlich nichts davon hier im Blog auf einem Foto landen durfte.
Aber beginnen wir am Wochenanfang:

Sonntag: der Liebste und ich spazierten am Annateich ;o)

Feiertagsmontag: heute spazierte meine Ma mit mir! Auf verwunschenen Wegen...

Dienstag: Zoobesuch beim Weißbär ;o) mit dem älteren der beiden Lieblingssöhne

Mittwoch: genossen: die erste ihrer Art in dieser Saison

Donnerstag: noch mehr Genuß. Endlich mal wieder dieses (klick) Lieblingsessen

Freitag: XXX beim Bingo (klick). Gehäkelt, beim Teetrinken & goldgelb ist es auch noch 

Samstag: 25 Jahre! Eine Torte ohne Worte...

So war sie, die Woche!
Hach, ich mag die Rückblicke. (Das bedeutet ja nicht, sich nicht auch gleichzeitig auf das Kommende freuen zu können.)
Aber es ist einfach zu schön, am Sonntag alles noch einmal Revue passieren zu lassen. Sich des Guten nochmals bewusst zu werden, mit dem weniger Erfreulichen Frieden zu schließen. - Und dann unbelastet in die neue Woche zu starten.

Euch wünsche ich eine gute Zeit! Mit herzlichem 
Claudiagruß