Dienstag, 7. Februar 2017

Alltag - oder Wahnsinn ist ganz normal


Es ist die Nacht von Sonntag auf Montag.
Nach einem leidlich entspannten Wochenende kann ich zum 2.x hintereinander nicht schlafen.
Mir tun im Liegen der Nacken und die Schultern weh.
Stunde um Stunde vergeht. Ich bin sooo müde. Die Zeit läuft gegen mich.
Um 10 Minuten vor 5 klingelt nebenan im Zimmer der Wecker des jüngeren der beiden Lieblingssöhne. Ich höre, wie er ins Bad geht. Unglaublich, dass die Nacht tatsächlich schon vorüber ist.
Kurz danach stehe auch ich auf. Der Liebste, der sonst oft sonntags am Abend in seine eigene Wohnung fährt, übernachtet heute hier und kann noch etwas liegen bleiben.

Leise gehe ich duschen - mit den bekannten Temperaturschwankungen (grrrr) und Zähne putzen. Das übliche Morgenprogramm - unterbrochen von einer Viertelstunde Nasenbluten :-(
Toll. Jetzt ist mir davon auch noch schwindelig und ich bekomme Kopfschmerzen.
In der Küche trinken der Sohn und ich einen Kaffee zusammen , dann fahre ich ins Büro.

Es ist 6 Uhr 45, als ich ankomme. Im Großraum ist alles dunkel. Ich mache Licht, lüfte, hole mir währenddessen aus der Abteilungsküche einen 2. Kaffee und setze mich an die Arbeit.
Wir sind 6 Kolleginnen. 3 in Vollzeit, 3 in Teilzeit.
Kollegin A (Vollzeit) ist schon seit letzter Woche krank.
Kollegin B + C (Teilzeit) haben beide frei.
Kollegin D (Vollzeit) kommt um 8 ins Büro. Sie hat Augenprobleme, kann nicht richtig sehen, meldet sich deshalb nach 2 Stunden krank und geht wieder.
Kollegin E (Teilzeit) die nicht nur eine Kollegin, sondern auch meine Freundin, also eine moralische Stütze ist, ist seit halb 9 an Bord des sinkenden Kahns.
Mit Galgenhumor versuchen wir uns durch den Vormittag zu kämpfen.

Mein Nacken tut immer mehr weh. Ich habe Glück und kann die Mittagspause in einem Einzelbüro verbringen, weil die Kollegin die sonst darin arbeitet, einen auswärtigen Termin hat.
Ich schließe die Tür hinter mir, drehe die Heizung hoch und setze mich auf den Boden mit dem Rücken dagegen, beiße in mein Brot.
Mit dem älteren der beiden Lieblingssöhne schreiben wir ein paar Kurznachrichten hin und her 
Die Wärme tut sehr gut, mein Nacken wird endlich etwas besser! (Die Situation vor der Tür leider nicht.)

Um 13 Uhr hat Kollegin E Feierabend.
Danach bin ich allein.
Allein mit 6 Telefonen. Und mit der Vertretungspost von allen, die heute nicht da sind.
Ich arbeite bis 17 Uhr 30, dann ist auch für mich hier Feierabend.

Wie schön: als ich zum Auto laufe fällt mir auf, dass es zwar gleich 18 Uhr, aber trotzdem sogar noch ein wenig hell ist!

Auf der Fahrt nach Hause halte ich am Supermarkt.
Nach dem Wochenende brauchen wir dringend eine neue Kiste Wasser, Milch, frisches Obst und Brot. Ich schleppe die Lebensmittel die Treppe hoch.

Unser Treppenhaus wird gerade renoviert. Alles ist abgeklebt und voller Farbe.
Beim Öffnen der Wohnungstür, rieseln viele Krümel von der neuen, noch feuchten Wandbeflockung nach innen auf unseren Teppich.
Shit! Wenn ich die Tür jetzt wieder schließe, schmiert das Zeug vielleicht in den Teppich.
Ich lasse die Tür offen, stelle den Einkauf ab, ziehe eilig den Mantel aus und hole sofort den Staubsauger.
Zum Glück verschwindet die Bescherung rückstandslos.

Na, wenn ich eh schon am saugen bin, der Flur und die Küche haben das auch nötig.
In der Küche räume ich nebenbei schnell die Lebensmittel weg und stelle einen Topf mit Wasser auf den Herd.
Der Sohn kommt erst spät nach Hause und ich habe Hunger. Jetzt! Nudeln wären gut.

Ich schalte den Herd zunächst nicht ein, damit das Wasser nicht überkocht, während ich auch noch die Bäder sauge.

Im Bad steht die Waschmaschine. Ich befülle sie mit den schmutzigen Handtüchern und putze gleich Spiegel, Toilette und Waschbecken mit - natürlich in beiden Bädern.
Während ich dabei bin, klingelt das Telefon. Es ist der Liebste ♥. Wir reden ein wenig, dann sage ich, dass ich noch zu tun habe und wir legen auf.
Als ich den Wäscheständer aufstelle, sehe ich, die Zimmerpflanzen brauchen Wasser, hole die Gießkanne und merke, dass ich auch selber Durst habe.
Wieder in die Küche angekommen, ist es nun fast 22 Uhr.
In meinen Gedanken beginnt sich dieser Post zu formen. Dabei fällt mir ein: Mist! Zwar ist der Wäschständer aufgestellt, aber die nassen Handtücher sind noch in der Waschmaschine. Ich fühle mich gehetzt. (Hah, warum nur?!)
Der Sohn kommt nach Hause und geht nach einem kurzen Gespräch direkt ins Bad und ins Bett.

Ich habe nach wie vor nichts gegessen, bin inzwischen aber sowieso über den Hunger hinweg, kippe das kalte Wasser aus dem Nudeltopf in die Spüle... wollte eigentlich meine Haare noch waschen und Postkarten basteln. Eigentlich. Ich bin sooo müde.

NICHTS. - GAR. NICHTS. - GEHT. MEHR!

Morgen ist ein neuer Tag...

Natürlich verlaufen nicht alle Tage so oder ähnlich. Aber viel zu viele. Irgendwas ist immer. Es wird zwar stetig anders aber irgendwie nicht besser.
"Du bloggst so wenig, hast du dazu gar keine Lust mehr?", fragt mich kürzlich die Freundin. Mir bleibt die Antwort im Hals stecken.




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Wer bis hierhin durchgehalten hat, hat wahrlich genug getan.