Samstag, 19. Januar 2019

Prickelnd


Am Donnerstag morgens um 5:30 Uhr geht der Radiowecker an.
Noch in Halbschlaf höre ich Nachrichten und am Ende die Wettervorhersage.
Die Worte grau, trüb und Nieselregen dringen zu mir durch.

Ach egal, wenn man eh den ganzen Tag im Büro hockt - denke ich - schwinge mich aus dem Bett und hoffe, wenigstens trocken zum Auto zu kommen.

Das hat dann schon mal geklappt und während ich beim ersten Kaffee am Schreibtisch den Rechner hochfahre, sieht der Himmel vor dem Bürofenster so aus:




Gar nicht so schlecht, oder?
Später am Vormittag strahlt dann richtig die Sonne am wolkenlosen blauen Himmel und im Büro ist es warm geworden, hinter der Südfensterfront.

Ich habe leichte Kopfschmerzen, beschließe eine zeitige Mittagspause einzulegen, schnappe meine Kamera und laufe zum Stadtpark (Werbung wegen Ortsnennung).
In diesem Jahr war ich noch gar nicht dort - und staune nicht schlecht.




Dass der Winterjasmin blüht ist ja nicht so ungewöhnlich, aber ich entdecke sogar bereits die ersten Schneeglöckchen...




... und die Hamamelis fängt zu blühen! Im Windschatten hat sich irgendjemand einen Stuhl zurecht gerückt. Na, das ist dann vielleicht doch ein wenig übertrieben?! Ich setzte mich nicht, sondern spaziere langsam weiter...




... sauge das Licht auf, genieße die zarten Farben und die leise, allererste Frühlingsahnung in diesem Jahr. Auch die Winterlinge stecken schon ihre Köpfchen aus der Erde...




... und in einer besonders geschützten Ecke spitzen Krokusse:




Mein Spaziergang wird misstrauisch von einem Eichelhäher verfolgt. Er fühlt sich womöglich gestört? - begleitet mich einige Zeit und schimpft von hoch oben.
Ich beschließe, ihn nicht weiter zu belästigen ;o) , muss eh zurück an die Arbeit, mache mich auf den Rückweg.
Kurz bevor ich am Bürogebäude bin, bemerke ich, dass der Himmel beginnt, sich zuzuziehen. Wind kommt auf. Etwas später, zur üblichen Mittagspausenzeit ist es draußen grau, trüb und Nieselregen fällt...

Ich bin so froh, bereits zur Pause gewesen zu sein, dankbar für diese Auszeit, die so gut getan hat. Eine ganze Stunde (Gleitzeit ist doch eine geniale Erfindung!) war ich im Sonnenschein unterwegs. Die Haut in meinem Gesicht prickelt von der frischen Luft und auch in mir prickelt es. Da fällt es doch gleich leichter, die Zeit abends nachzuarbeiten - und mehr zu lächeln (klick)...


P. S.: Für die nächsten Tage - oder sogar Wochen? sind nun Schneefall und Minustemperaturen angekündigt. Ich bin gespannt, ob die Metereologen Recht behalten...