Freitag, 6. November 2020

Findling N° 294120

 
Vergangenen Sonntag am späten Mittag:
mit Sack und Pack verlasse ich meine Wohnung um zum Liebsten zu fahren, der bei sich Zuhause bereits unser Mittagessen vorbereitet. 

Nach ein paar Schritten in Richtung Garage sehe ich ihn. Ein großer Igel kommt taumelnd direkt auf mich zugelaufen. 
Oh nein seuftze ich innerlich, denn ich weiß, Igel sind nachtaktiv und schlafen normaler Weise tagsüber. Trifft man sie am hellerlichten Tag, ist das gar kein gutes Zeichen - und ein taumelnder Gang ist es erst recht nicht. 
Ich bleibe stehen und stelle mein Gepäck ab. Der Igel läuft direkt bis vor meine Füße. Dort bleibt er sitzen. (Ja Kirsten, ich weiß schon. Sag jetzt nichts! ;o)

Ich hocke mich zu ihm und schaue genau. Er ist nicht mager, hat aber verklebte Augen und weißliches Sekret kommt aus seiner Nase. Er atmet schnaufend. Fliegen umschwirren ihn und haben bereits viele Eier in seiner linken Ohrmuschel abgelegt. (Das ist nicht nur eklig, sondern vor allem wirklich schlimm. Wenn die Maden erst aus den Eiern schlüpfen, fressen sie das Gewebe ihres Wirts auf. Man kann sich vorstellen, wie schmerzhaft das sein muss. Außerdem verursacht es natürlich im Körper große Schäden.) Der Igel rollt sich nicht ein, wie er es relexartig tun sollte. Das alles sind deutliche Zeichen: es geht ihm schlecht.
Keine Frage, diesen armen Kerl kann ich unmöglich seinem Schicksal überlassen! Der Liebste muss warten. Zuerst rufe ich ihn an und gebe über meine Verspätung Bescheid, dann mache ich das Foto ...




... und packe ich den Igel ein.

Euch möchte ich bitten: schaut nicht weg, wenn ihr ein hilfsbedürftiges Tier findet! 
(Nehmt aber auch nicht jedes Fundtier einfach mit. Igel z. B. unterliegen dem Naturschutzgesetz. Man darf sie nur unter ganz bestimmten Umständen und auch nur vorübergehend aufnehmen. Es gibt dazu im Netz gute informative Websites.)

Es ist nicht der erste hilfsbedürftige Igel, den ich finde und ich habe bereits etwas Erfahrung. Auch wenn die vorherigen Male schon länger her sind weiß ich, die Behandlung von Igeln ist sehr speziell. 
Viele Tierärzte kennen sich mit diesem Wildtier nicht wirklich aus. 
Nach bestem Wissen und Gewissen leiten sie eine Behandlung ein, die geschwächten und kranken Igeln eher schadet als nutzt. 

Hier in der Gegend gibt es ein Igelzentrum... 
Nach einigem Hin und Her bin ich dort, kann den Igel in Obhut geben. Ein Glück, ich bin erleichtert. Nun ist er gut aufgehoben!
Ich fülle ein Formular mit meinen Daten und den Umständen des Auffindens aus. Der Igel - es ist ein männliches Tier, bekommt die N° 294120 - und ich etwas später beim Liebsten endlich Mittagessen.


Nach drei Tagen rufe ich im Igelzentrum an und erkundige mich, wie es meinem Findling geht. 
Ich erfahre, dass er schlecht frisst, was aber zunächst nicht weiter schlimm ist, weil er trotzdem stolze 1200g wiegt. Das ist ein ziemlich gutes Gewicht. 
Trotzdem ist er leider sehr krank, er braucht Medikamente und Pflege.
Vermutlich wird er den Winterschlaf im Igelzentrum verbringen müssen und hoffentlich kann er dann im Frühling wieder ausgewildert werden. Bitte drückt ihm die Daumen! 
Ich werde berichten.



Auch wenn dieses Posting nur ein Foto enthält und selbst das nicht "schön" im optischen Sinne ist, verlinke ich den Beitrag zu Juttas Naturdonnerstag - klick - (Werbung wegen Verlinkung), denn Natur und Naturschutz ist, um was es hier geht.

Außerdem setze ich mich mit dem Erlebnis zum Samstagsplauch - klick - zu Andrea (Werbung wegen Verlinkung).



Donnerstag, 5. November 2020

Willkommen im November

 
Im... 





... November werde/ möchte ich...

  • nicht wegen des pandemiebedingten "Lockdown light" herumjammern...
  • und hoffentlich auch niemand anderen jammern hören!
  • die halbe Arbeitszeit im Home- Office verbringen
  • Yoga per Video üben
  • doch mal die üppig blühende Kapuzinerkresse aus dem Blumenkasten komplimentieren und den Kasten winterlich herrichten
  • Gabis - klick - (Werbung wegen Verlinkung) Tassenkuchen backen
  • mich so oft wie möglich draußen unter freiem Himmel bewegen
  • Quittenbrot - klick - für Weihnachten zubereiten
  • Adventskalenderideen posten...
  • ein weiteres Weihnachtsgeschenk fertigstellen
  • Tinas - klick - (Werbung wegen Verlinkung) Rezept für eingelegten Kürbis ausprobieren
  • die Freundin (auf die ich im Büro sowieso treffe) zum Heimkinoabend besuchen
  • Adventskalender verschenken und...
  • meine 24 Briefumschläge für den Teezauber - klick - verschicken

November, du bist ein Monat, den viele fürchten, aber ich, ich mag dich. 
Im November erscheinen mir die Selbstverständlichkeiten der vorangegangenen Monate, jeder kleine Sonnenstrahl umso mehr als Geschenk!
Ich mag die Stille und das Innehalten das du mit dir bringst, deine matten Farben in der Natur, das Morbide, das Graue, den Nebel, das fahle Licht und deinen Herbstgeruch. 
Du vollendest den Sommer ♥


November - ich freue mich auf dich!








Mittwoch, 4. November 2020

Oktober adieu

 
Upps, heute stelle ich zweierlei fest: 
Zum Einen, mit dem Monatsrückblick dezent zu spät zu sein... und zum Anderen, dass alle Fotos des vergangenen Monats bereits verbloggt sind oder es sich fast ausschließlich um Naturfotos oder Bilder von Essen handelt ;o)

Im Oktober...




... freute ich mich über dicke Kastanien und 

... gemeinsam mit dem Liebsten über köstlichstes Rote- Bete- Birnen- Risotto nach diesem - klick - Rezept (Werbung wegen Verlinkung). 
Das gibt es hier bestimmt nochmal wieder!

... buk ich keine Geburtstagstorte, sondern bastelte stattdessen eine Ananas. Und mal gut, denn die wird wenigstens nicht so schnell schlecht.


Werbung ohne Auftrag, weil Marke erkennbar


... genoss ich jeden sonnigen Tag so gut es neben der Arbeit ging und das goldfarbene Laub der Lindenbäume vor dem Fenster in den Bürowochen. (Inzwischen ist die Allee leider schon kahl.)

....genoss ich auch die Zeit in den Home- Office- Wochen. 
Ehrlich, der Kaffee hier Zuhause ist echt um Längen besser, als die bittere Brühe im Büro ;o)

... shoppte ich neue Wolle und legte auch gleich mit dicken Nadeln los. Demnächst wird aber das Strickprojekt wohl zu Gunsten von Weihnachtsvorbereitungen pausieren müssen.




... bekochte mich die Freundin und ihre Spinatquiche war wirklich lecker. Überhaupt hatten wir (mit Abstand) einen gemütlichen, entspannten Abend.

... ließ ich mich sowieso gegen Grippe und nach eingehender ärztlicher Beratung auch gegen Gürtelrose impfen, obwohl sie Stiko diese Impfung für meine Altersgruppe noch nicht empfiehlt. Die Nebenwirkungen dieser Impfung waren zum Glück nicht so schwerwiegend, wie befürchtet.

... gab es 2 verschiedene Zwetschgenkuchen (und keiner davon hat es auf ein Foto geschafft) für die Kollegen. Der Eine nach neuem Rezept war nicht so toll und wurde deshalb nicht gepostet. Der Andere nach diesem Rezept - klick - war hingegen sehr lecker.


Werbung ohne Auftrag, weil Hersteller erkennbar


... trafen sich beim Wochenmarkt die Herbstzeichen mit den ersten Vorboten der Adventszeit. Ach, wie sehr ich es liebe, dienstags meine Mittagspause für einen Besuch des kleinen Marktes in der Nähe des Büros nutzen zu können.

... verabschiedeten wir aus meiner Kirchengemeinde schweren Herzens unseren beliebten, langjährigen  Pfarrer, der ab November woanders eine neue berufliche Aufgabe übernimmt. In die Traurigkeit mischt sich Unverständnis und Enttäuschung darüber, wieso er gerade jetzt in dieser Zeit gehen muss.
Die Gottesdienste wurden seit dem Frühjahr hier gestreamt, so dass der Gemeinde via Internet die Vertrautheit seiner Person und unserer Kirche eine gute Verbindung waren. Wie soll das nun über Weihnachten/ den Winter werden?

... gab es nach Feierabend spontan Kartoffel- Kürbispüree mit knusprig- gebratenen Schinkenwürfeln, Spiegelei und üppiger Salatbeilage für meine Ma und mich, bevor wir zum Waldspaziergang aufbrachen und im kleinen Lieblings- Hofladen einkauften. So ein schöner Nachmittag!




Trotz Corona- Einschränkungen fühle ich noch immer Ruhe und Gelassenheit, bin mir sehr darüber bewusst wie gut es mir geht. Meine Lieben und ich, wir sind bislang Gott sei Dank  alle gesund!

"So weit deine Selbstbeherrschung geht, so weit geht deine Freiheit." 

Das Zitat von Marie von Ebner- Eschenbach schrieb 1975 meine Omi in mein Poesiealbum. 
Damals mit 8 Jahren verstand ich die Bedeutung der Worte noch nicht wirklich. Heute, viele Jahre später weiß ich, wie wahr dieser Satz ist. 

Das ist es, was in diesem Jahr vom Oktober übrig bleibt, die Erkenntnis, es durchaus ein Stück weit selbst in der Hand zu haben, wie viele offizielle Beschränkungen es geben muss. 
Es liegt an uns, wie viele Menschen sich infizieren und wie wir alle diese Zeit überstehen.

Bitte passt gut auf euch und aufeinander auf und bleibt gesund.

Oktober - adieu!