Mittwoch, 24. Februar 2021

Mittagspause im Stadtpark: aufgeweckt!

 
Montag in der Mittagspause: strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, wohlige 18°C.
Seit längerer Zeit war ich mittags nicht mehr im Stadtpark. Aber heute. Nix wie raus!

Ich betrete den Park und beginne sofort zu fotografieren. 
Alle Beete stehen in voller Blüte. Schneeglückchen, Elfenkrokusse, Winterlinge überall. 
Dicke Hummelköniginnen und fleißige Bienen sammeln Nektar. 
Es brummt und summt in jeder Ecke.




Auf meiner Runde komme ich an dem großen Vogelfutterhaus vorbei, das am Weg aufgestellt ist. Spaziergänger befüllen es bei ihren Besuchen hier. 
Viele verschiedene Vogelarten danken es ihnen mit Gesang.
Fast bin ich an der Stelle schon vorbei, als es plötzlich unter den Gebüsch verräterisch raschelt.
Ein Igel - denke ich sofort. Und auch oh nein! denn es ist ja erst Februar.




Ich gehe ein paar Schritte auf die Sträucher zu ... und ja, da ist er. Ganz vergniesgnaddelt verschlafen sieht er aus, reckt und streckt sich, ist wackelig auf den Beinchen. 
Er durchwühlt mit seiner kleinen Nase das Laub unter dem Vogelfutterhaus...  




... findet ein Stück Apfelschale, das er hastig frisst. (Dabei fressen Igel eigentlich gar kein Obst. Sie sind alles andere als Vegetarier.)

Es ist erst Februar und vor einer Woche waren hier noch 17°C MINUS! 
Tatsache ist, es gibt keine Käferlarven, sonstige Insekten, Regenwürmer oder Schnecken für einen hungrigen Igel. Er müsste eigentlich noch eine Weile weiterschlafen aber das ungewöhnlich warme Wetter hat ihn wohl zu früh aufgeweckt..

Er sieht zwar nicht krank aber viel zu klein und dünn aus. 
Zum Größenvergleich halte ich meine Hand neben das Tier.
Was soll ich nur tun???
Ich bin hin- und hergerissen, muss dringend zurück ins Büro. Die Pause ist längst vorbei. Ich gehe.




Nach Feierabend fahre ich zum nahegelegenen Supermarkt, kaufe Katzenfutter und kehre zurück in den Stadtparkt. Ob der Igel noch zu finden ist?
Ist er. Er läuft gerade über die große Wiese zur Begeisterung vieler Leute, die sich freuen, ihn zu sehen und Fotos machen. Ob diese Menschen wohl merken, dass es ihm schlecht geht und er Hilfe braucht?

Ich schnappe mir den kleinen Stachelgesellen, bringe ihn zurück unter das Gebüsch, wo er mittags gesessen hatte, öffne die Dose und er beginnt sofort laut schmatzend zu fressen. 
(Wollt ihr mal hören? Dann schaut das kurze Video und schaltet bitte den Ton an.)




Mit der einen Dose Katzenfutter ist es natürlich nicht getan. Die nächste Zeit werde ich wohl jede Mittagspause im Stadtpark verbringen und Futter nachfüllen. 
Ihr könnt auch helfen: Bitte drückt dem Igel fest eure Daumen.


Verlinkt - klick - zu Juttas
Naturdonnerstag 
(Werbung wegen Verlinkung)



Sonntag, 21. Februar 2021

Ab in die Mitte - oder das Labyrinth im Stadtwald

 
Das Wochenende liegt hinter uns - und was hatten wir die letzten Tage hier für perfektes frühlingshaftes Wetter! 
Unglaublich, dass das Thermometer innerhalb nur 7 Tagen von -15° auf +17° Celsius geklettert ist.

Der Frühling streichelt mir die Seele, auch wenn tief in mir ein Stimmchen deutlich und unüberhörbar 'zu früh, zu schnell, zu warm' wispert.... 




Der Liebste und ich nutzten den Tag und spazierten heute durch Hannovers Stadtwald (Werbung wegen Ortsnennung) und gelangten so zum historischen Labyrinth, dem Eilenrieder Rad.

Das Rad ist ein Rasenlabyrinth, das sich in Kreisen um eine in der Mitte befindliche alte Linde windet. 
Rasenlabyrinthe gelten als altgermanische Kultstätten, die den Menschen damals dazu dienten, sich mit den Naturgewalten zu versöhnen.
Bereits 1642 wurde die Anlage in Hannovers Chronik erwähnt, damals allerdings noch an einem anderen Standort, von wo das Rad 1932 an den heutigen Platz verlegt wurde.




Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, dem verschlungenen Pfad in die Mitte zu folgen, während der Liebste am Rand auf einer Bank platznahm und mich dabei fotografierte. 

Der vor mir liegende Weg wirkte im Wechsel länger oder kürzer, weil die Wendungen mal in die inneren, mal in die äußeren Kreise führten. 
Was für ein magischer Ort!
Schließlich erreichte ich die Linde in der Mitte und kam wieder einmal zu der alten Erkenntnis:

Der Weg ist das Ziel ;o)




Will dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.

Nur die weit aus den kalten
Gassen zu zweien gehn
und sich bei den Händen halten 
dürfen ihn einmal sehn.

  (Rainer Maria Rilke 1875 - 1926)




Ohne weitere Windungen oder Umwege spazierten der Liebste und ich zurück zu ihm nach Hause, genossen auf dem sonnigen Balkon noch unseren Nachmittagskaffee und anschließend einen entspannten Abend.

Bevor die neue Woche nun startet, möchte ich noch Tanja - klick - (Werbung wegen Verlinkung) herzlich für den netten Kartengruß danken und...




... mich auch bei Tina - klick - (Werbung wegen Verlinkung) bedanken, dass sie an mich gedacht hat. 
Ihr habt mir beide eine große Freude gemacht!




Für heute sage ist tschüß und bis bald. Wir lesen uns...