Heute ist es so weit: 6 Jahre ALLTAGSBUNT gibt es zu feiern - und mir fällt das gerade richtig schwer...
Voller Elan fing ich damals an zu schreiben und als ich begann, war sonnenklar, das wird kein Versuch. Nie dachte ich mal schauen, wie lange ich durchhalte, oder ich kann das Bloggen ja auch wieder aufhören.
Es stand immer fest, wenn ich erst einmal anfange, dann begleitet es mein Leben PUNKT
Viele liebe, kreative Menschen trafen sich hier im Netz.
* Manche gingen gänzlich oder wechselten inzwischen zu anderen Netzwerken, andere verloren wir zum Mai letzten Jahres durch die DSGVO aus unseren Reihen.
Unvorstellbar war das für mich zu diesem Zeitpunkt. Wie kann man sich zurückziehen aus unserer tollen Gemeinschaft hier in der Bloggerwelt, sein virtuelles Baby loslassen, wegen ein paar äußerer Veränderungen?
Immer wieder schaue ich gern durch meine alten Postings, sie erwecken auf ganz besondere Weise Erinnerungen und Gefühle zum Leben.
Ein Blog ist mehr, als ein Fotoalbum sein kann.
Einige Gedanken dazu, warum am Blog trotzdem in letzter Zeit so häufig Funkstille herrscht, hatte ich kürzlich schon formuliert und möchte sie nun noch ergänzen:
1. Mein Leben hat sich seit dem Auszug des jüngeren der beiden Lieblingssöhne sehr verändert!
Das heißt mein Fokus ist ein anderer geworden. Ich koche weniger, probiere Zuhause nicht mehr soviel aus, bin eher unterwegs - oder ruhebedürftig ;o). Da gibt es einfach deutlich weniger zu berichten.
Niemand kann ständig das Rad neu erfinden - ich auch nicht. Vor 6 Jahren sprudelten die Ideen nur so aus mir heraus. Inzwischen ist vieles bereits gesagt, unsere liebsten Familienrezepte sind notiert.
Also worüber schreibe ich noch?
2. Zum Anderen bedeutet es aber auch, es ist niemand mehr da, der spontan mal Hilfestellung u. a. bei Fotos leistet. Seit letztem Herbst möchte ich z. B. meine gestrickte Weste fotografieren und hier am Blog zeigen. Nur wie, wenn ich doch selbst das Model bin?
3. Die Bloggerwelt hat sich verändert.
Mir kommt sie seit einiger Zeit weniger persönlich und auch weniger informativ vor, als zuvor. Das ist kein Vorwurf an Einzelne, sondern eine pauschale, sachliche Feststellung (s. o. *). Wir sind einfach weniger geworden.
Es gibt feste Gerüste wie den Blumenfreitag und regelmäßige Postkartenaktionen.
(Alltagsbunte Sommerpost wird es dieses Jahr übrigens nicht geben. Ich bleibe diesmal konsequent, werde keine Karten basteln und verschicken. Es überfordert mich.)
Auf allen Blogs, dort wo gebastelt wird und dort, wo die Post ankommt, sieht man (die gleiche) Sommerpost, Herbstpost, Weihnachtspost, Herz- für- Blogger- Post.
Das ist für mich langsam nicht mehr so spannend...
Vielleicht ernte ich jetzt gleich einen Shitstorm, aber ich bin gern authentisch, ersticke auf die Dauer an heruntergeschluckten Worten und musste das jetzt einfach mal aussprechen.
4. Damit wären wir beim nächsten Punkt, der Authentizität!
Es gibt nämlich auch im "echten Leben" Dinge, die hier öffentlich einfach nicht angesprochen werden können, obwohl mir das wichtig wäre. Sie sind ein Teil von mir, bestimmen meinen Alltag, mein Denken und Handeln.
Je weniger Alltagsschickschnack hier Raum findet, desto präsenter werden die anderen Dinge und über die kann ich halt nicht unverblümt schreiben.
5. Zudem bin ich immer mehr genervt davon, viel am Handy zu sein. Gerade kommentiert hab ich früher oft mobil zwischendurch. Das geht einfach jetzt nicht mehr.
Nacken, Rücken, Augen, alles wird davon in Mitleidenschaft gezogen.
Und seit ich nicht mehr Teilzeit, sondern wieder Vollzeit im Büro (am Rechner!) arbeite, wird es nach Feierabend immer lästiger, noch den Laptop einzuschalten. Der war in den letzten Monaten echt selten in Benutzung. Das hätte ich mir früher nie vorstellen können und nun ist es plötzlich so.
Nein! Dies ist kein Abschiedspost.
Ich möchte nicht loslassen.
Mit dem Vorsatz, hier wieder präsenter zu sein, startet Alltagsbunt ins verflixte 7. Jahr ;o)
Bist du dabei?
Herzlicher Claudiagruß