Übers Wochenende sind wir in Hamburg gewesen.
Schon die Hinreise mit der Bahn fand ich recht entspannend. Im Zug gemütlich lesen zu können, anstatt als Autofahrer auf dichten Verkehr achten zu müssen und mit Pech sogar im Stau zu stehen, ist nicht das Schlechteste...
In Uelzen mußten wir umsteigen. Leider blieb nicht viel Zeit bis zur Weiterfahrt. So erhaschten wir nur einen kurzen Blick auf den schönen Hu
ndertwasser- Bahnhof der ursprünglich mal als Expoprojekt zum Jahr 2000 gestaltet worden war.
In Hamburg angekommen, machten wir uns auf den Weg ins Hotel, um unser Gepäck los zu werden.
Welch unerwartete Freude: an fast jeder S- Bahn- Haltestelle gab es Bäckerstände und viele verkauften nicht nur Kaffee, sondern auch meinen Lieblingstee: Rooibus- Orange- Karamell. Köööstlich! Da könnte sich doch Hannover glatt mal ein Beispiel nehmen...
 |
| (Keine bezahlte Werbung. Tee selbst gekauft!) |
Na ja, oder auch nicht, denn im Alltag würde ich wohl kaum mehrmals täglich "Tea to go" kaufen. Das wäre nicht gut für die Umwelt und man wäre schnell arm dabei. Hier habe ich natürlich meinen Thermobecher.
In Wochenenurlaubsstimmung darf frau aber schonmal ausnahmsweise verschwenderisch etwas über die Stränge schlagen, oder!? ;o)
Kurze Pause im Hotel - und schon gings weiter. Schließlich wollten wir noch etwas von der Stadt sehen, bevor es dunkel wurde.
Und dunkel wurde es. SEHR dunkel!
Zuerst mal unterwegs. Im November ist halt spätestens um 17 Schluß mit Sonnenschein.
Ein Spaziergang im Schanzenviertel lockte uns trotzdem.
Kein Foto gibt es leider von den Schuhpaaren, die wir dort überall in den Bäumen hängen sahen, weil das Licht zum Fotografieren nicht mehr ausreichte. Hat jemand eine Ahnung, aus welchem Grund dort in beinahe jeder Baumkrone ein Paar Schuhe baumelt?
Nach unserem Spaziergang wurde es dann erst so richtig finster.
Bereits vorletztes Weihnachten hatte der Liebste von mir ein Essen in der...
... unsicht- Bar...
... geschenkt bekommen
(Keine bezahlte Werbung! Selbst finanziert.). Nun endlich wollten wir den Gutschein einlösen. Im Eingangbereich am Tresen bestellt man sein Menü, bzw. wählt eine Variation, ohne genau zu wissen, was sich im Einzelnen auf den Tellern befinden wird.
Die phantasievolle Beschreibung des Menüs auf der Karte macht neugierig, verrät aber nicht zu viel.
Der Liebste hatte ein fleischhaltiges Menü ausgesucht, mir war die vegetarische Variante lieber.
Zutaten, die man überhaupt nicht mag oder verträgt, darf man ausschließen. So konnte ich mir sicher sein, keine rohen Zwiebeln im Essen zu finden, denn das hätte mir den Spaß doch gründlich verdorben!
 |
| (Keine bezahlte Werbung) |
Mir war ja nicht so ganz wohl bei der Vorstellung, essen zu müssen, was ich zuvor nicht sehen konnte. Aber kneifen galt nicht und so wurden wir am Tresen von "unserer" freundlichen Kellnerin Pia abgeholt und durch eine Art abgedunkelte Schleuse führte sie uns im Gänsemarsch in das stockfinstere Restaurant zu unserem Tisch.
Pia, die wie alle Kellner hier selbst nicht sehen kann, beantwortete nett und geduldig unsere vielen Fragen, mit denen wir sie löcherten und servierte uns im Verlauf die Getränke und ein 4- Gänge- Menü.
Vom "Gruß aus der Küche" zur Vorsuppe, zum Salat, zum Hauptgang und schließlich zum Dessert futterten wir uns, erstaunt doch einigermaßen mit
den Fingern dem Besteck zurecht zu kommen und - oh Wunder - ohne uns von oben bis unten bekleckert zu haben. ;o)
Wir rätselten über unsere Speisen - nicht einfach, Lebensmittel allein am Geschmack zu identifizieren! - und wie sich hinterher herausstellte, lagen wir meistens gar nicht so falsch.
Entgegen meiner Erwartung gewöhnten sich die Augen auch nach längerer Zeit nicht an die Finsternis. Kein klitzekleiner Umriss ließ sich erkennen. Dieser Abend war schon eine sehr besondere Sinneserfahrung.
Am Samstag bummelten wir durch Hamburgs schöne Innenstadt...
... erfuhren nebenbei, dass es hier mehr Brücken als in Venedig gibt...
... waren fasziniert vom Himmelsschauspiel, dass ständig zwischen rabenschwarz...
... und strahlend sonnig wechselte...
- und freuten uns, trotzdem nicht nass geworden zu sein.
Den Nachmittag beschlossen wir vom Jungfernstieg aus mit einer
Dampferfahrt auf der Alster!
Fortsetzung folgt!