Mittwoch, 21. Mai 2014

Liebster Award


Mich plagt das schlechte Gewissen!
Schon vor längerer Zeit hatte mich Dörthe, die den schönen Blog Zackenschere führt, für den "Liebsten Award" nominiert.




Nun bin ich ja wahrlich gar kein Freund solcher Kettenaktionen...
Ziel der Aktion soll es sein, eher kleinere Blogs zu vernetzen.

Zunächst sind elf Fragen zu beantworten, die man vom Nominierer bekommen hat, anschließend nominiert man wieder elf Blogs und stellt diesen dann Fragen.

Gerne werde ich Dörthes Fragen beantworten.
Selbst 11 Blogs nominieren möchte ich allerdings nicht, weil sich niemand verpflichtet fühlen soll, zu antworten.
Falls jemand gern sich und seinen Blog vorstellen möchte, würde ich mich natürlich trotzdem total freuen.
Meldet euch einfach  in den Kommentaren oder über das Kontaktformular. Dann finden sich garantiert 11 Fragen, um euch zu löchern ;o)

Hier kommen Dörthes Fragen und meine Antworten: 

  • Was sind Deine kreativen Hobbies?
Ooooh. Vielleicht ist das schneller beantwortet, wenn ich schreibe, was ich nicht mache?
Eigentlich mache ich vieles nicht durchgehend beständig. Ich probiere aus, was mir gefällt und was gut gelingt, fertige einige Teile mit der entsprechenden Technik und wenn ich "gesättigt" bin, kommt neues.
Z. B. habe ich schon gestrickt, gehäkelt, Shirts aufgemöbelt, gebastelt (mit Papier, mit Schmuckzubehör, mit Naturmaterialien), gemalt hab ich auch schon und öfter getöpfert. Ich hab schon genäht. Aber nur wirklich einfache Dinge. Ich fotografiere und schreibe manchmal Texte - hier zum Beispiel im Blog ;o) Ist kochen und backen auch kreativ? Dekorieren, Geschenke verpacken, den Balkon gestalten? Im Chor singen?
Für eine Zeit schläft das Interesse für irgendein Hobby manchmal wieder ein, anderes kommt dazu und irgendwann greife ich -möglicher Weise - auf Bewährtes zurück.
  • Wie bist Du zu diesem Hobby oder diesen Hobbies gekommen?
Es hat mir einfach von klein an viel Spaß gemacht etwas selbst herzustellen. Zu tüfteln und Erfolg damit zu haben.
Erstaunlicher Weise habe ich meine Vorliebe entwickelt, obwohl in meiner Kindheit kein Vorbild dafür da gewesen ist. Meine liebe Ma ist gar nicht so der Bastel- und Tüddel- Typ.

Und ganz wichtig auch: da ist immer eine ganz genaue Vorstellung davon, was ich gern besitzen möchte und wie es auszusehen hat. Diese Vorstellung wird meist von käuflichen Produkten nicht bedient. (Ein Beispiel hierfür sind u. a. die gepimpten T- Shirts, die ich auch schon gepostet habe.) Also schreite ich selbst zur Tat, bis ich ganz zufrieden mit meinem Werk bin. Bei allem handwerklichen Tun, steht mir jedoch auch dieser Perfektionismus manchmal etwas im Weg. 
Im Chor bin ich, weil ich die Musik mag, die Liedertexte, die Leute, die sich dort treffen. Weil singen befreit und löst, was sich an Anspannung im Alltag ansammelt. Manchmal ist singen meine Art zu beten. 
  • Wie viel Zeit in etwa pro Woche kannst Du dafür aufbringen?
Das ist sehr verschieden. Ganze Tage, Nächte, manchmal nur 10 Minuten zwischen Tür und Angel.
Und der Zeitaufwand hat natürlich im Laufe des Lebens schon stark variiert und hängt auch mit beruflichen und familiären/ privaten Notwendigkeiten zusammen. Fakt ist: wenn ich längere Zeit nichts oder zu wenig Kreatives tue, obwohl ich den Drang dazu verspüre, fängt es schnell an, mir richtig schlecht zu gehen. Das Muckeln ist mein Ventil zum Stressabbau. Ich kann alles um mich her vergessen, wenn ich werkel und werde ruhig und zufrieden dabei. - Dafür gucke ich fast nie Fernsehen! Das ist zu inaktiv und langweilt mich einfach meist. Und wer nicht fernsieht, spart da eine Menge Zeit wieder ein...
  • Was sagt Deine Familie dazu?
Hm. Das ist auch sehr verschieden. Es ist nicht nur von den verschiedenen Personen abhängig, sondern natürlich auch von dem, was ich gerade werkel und welchen Wert das im Auge des Betrachters hat.
Mir wurde schon vorgeworfen, mich zu verzetteln, Zeit und Geld zu verschwenden, falsche Prioritäten zu setzen. Ich wurde belächelt, man war genervt und vielleicht war dem Einen oder der Anderen sogar schon mal etwas peinlich?
Aber: meine Werke stießen auch oft auf Zustimmung und ich glaube, meine Lieben sind auch zumindest gelegentlich ein wenig stolz, weil ich das, was ich tue kann und sie immer wieder mal mit Selbstgemachtem beschenkt werden, das dann in ihrem und meinem Umfeld auch positive Reaktionen hervor ruft.
  • Arbeitest Du nur für Dich, oder machst Du auch was für andere? Verkaufst Du eventuell Werke?
Die Frage ist im Grunde gerade schon beantwortet worden.
Hauptsächlich arbeite ich für mich.
Öfter gibt es auch Geschenke für Familie, Freunde, Kollegen. Manchmal mache ich etwas im Auftrag, weil es jemand weiterverschenken will, der mir nahe steht - also aus der Familie oder enge Freunde. Dann bekomme ich den Materialwert in der Regel erstattet. Aber "richtig" verkaufen tue ich meine Produkte nicht.
Ich täte mich auch sehr schwer damit, mag die Dinge aus meinen eigenen nur in "gute andere Hände" geben, wissend, sie werden geschätzt.
  • Wo beziehst Du Dein Material?
Überall und nirgends. Ich "rekrutiere" Haushaltsgegenstände und kaufe was ich brauche, wo es sich anbietet. Bevorzugt in diversen Bastelläden vor Ort (weil ich einfach finde, dass sich Ideen besser ausbilden, wenn man etwas in die Hand nimmt und ganz praktisch guckt, wofür das verwendbar ist), in Bau- und Pflanzenmärkten oder gelegentlich auch im Internet.
  • Wo kannst du Deinem Hobby nachgehen? Gibt es dafür eventuell sogar ein extra Zimmer?
Nein, kein eigenes Zimmer. Getöpfert habe ich in Räumen der Volkshochschule oder bei Familienbildungsstätten, ansonsten habe ich für alles andere im Wohnzimmer und auf dem Balkon einen großen Tisch. Und in der Küche Platz an der Arbeitsplatte. Manches entsteht auch auf dem Fußboden ;o)
  • Jetzt einfach mal träumen: Mit mehr Zeit, mehr Platz, mehr Geld würde ich...
... vermutlich auch nicht allzu viel anders machen.
Mich vielleicht wirklich verzetteln - oder gar den Realitätsbezug verlieren???

Früher habe ich immer gesagt, falls ich im Lotto gewinne, möchte meine Arbeitszeit auf 19 Stunden reduzieren, um wieder anzufangen zu reiten (ob ich mich das jetzt mit fortgeschrittenem Alter allerdings noch trauen würde, ist eine ganz andere Frage...), um ein Klavier zu kaufen und spielen zu lernen und öfter Kurzreisen zu machen. Andere Pläne und Wünsche wären da eigentlich nicht... Dabei bleib ich.
  • Wie vernetzt Du Dich mit anderen Kreativen?
Tue ich das? Ich habe Freunde, die zum Teil dies, zum Teil das Hobby teilen.
Seit ich blogge, inspiriert mich das Internet noch mehr.
Aber ich glaub, das ist hier nicht gemeint, oder? Ich muckel halt so vor mich hin. Völlig unvernetzt ;o)
  • Hast Du dabei schon Freundschaften geschlossen?
Nein, siehe oben...
  • Bist Du glücklich und zufrieden, dort, wo Du lebst?
Ja, im Grunde schon. Ich habe mir diesen Platz und meine Wohnung hier ausgesucht und bezweifle, anderswo tatsächlich glücklicher zu sein. Klar ist nicht alles perfekt, aber das ist es nirgends.
Wichtig sind doch die Menschen mit denen man verbunden ist ♥






Tja, liebe Dörthe... ich hoffe, du bist mit meinen Antworten zufrieden, auch wenn ich arg lange gebraucht habe, hier etwas aufzuschreiben und obwohl ich keine 11 anderen Blogs nominiere.
Danke für dein Interesse am Alltagsbunt und an mir!

Danke auch an euch, die ihr diesen langen Text ganz bis hier unten gelesen habt!
Ich freue mich riesig über jeden einzelnen Leser und darüber, wieviele sich hier schon eingetragen haben, obwohl ich noch nicht mal ein ganzes Jahr blogge.
Ich freue mich über eure lieben Kommentare und über eure Blogs und Postings. Und ich wünsche mir oft mehr Zeit, um bei euch zu lesen und mehr zu kommentieren.

Ganz herzliche Claudiagrüße


Dienstag, 20. Mai 2014

Gestrickt: Mäusesocken für ein Baby - oder Babysocken für kleine Mäuse


Schon lange habe ich nicht mehr für kleine Menschen gestrickt, aber nun gibt es für den jüngeren meiner beiden Lieblingssöhne einen Grund, jemandem zu danken, der gerade erst Vater geworden ist. - Und was liegt da näher, als das Baby zu beschenken?!

Lange durfte die Arbeit mich nicht beanspruchen, denn wie so oft liegt zwischen Idee und "Abgabetermin"  wenig Zeit.
Söckchen sollten es werden.
Sofort hatte ich die Vorstellung, dass die Socken schon etwas origineller sein dürften und nicht "nur" einfarbig oder geringelt.
Mäuse schwebten mir vor... Mäusesöckchen für Minifüßchen...




Schöne mausgraue Wolle lag noch im Schrank, ein passendes Nadelspiel in Nadelstärke 4,5 auch.
Leider fand ich keine geeignete Strickanleitung im Internet und mußte etwas herumprobieren. Trotzdem ging es rasch voran. Solche Dinge sind wie Fahrrad fahren, die verlernt man nicht und ich hatte richtig Spaß dabei...




Den Eltern und dem kleinen Jungen alles Gute. Und allzeit warme Füßchen  ;o)


P. S.: (Versuch einer)

Anleitung, falls jemand die Socken nachstricken möchte:

(Davon ausgehend, dass ihr Socken grundsätzlich stricken könnt, oder aber sonst im Stricken geübt seid und eine "reguläre" - möglichst bebilderte - Strickanleitung für Socken zur Hilfe habt.)
Ich hatte, wie schon gesagt, ein Nadelspiel inStärke 4,5 und mit der entsprechenden Wolle 24 Maschen (verteilt auf die 4 Nadeln, also je 6 Maschen) angeschlagen. Zur Runde schließen.

2 Runden habe ich links gestrickt, dann 20 Runden rechts.

Nun die Arbeit teilen. Dafür 2 Nadeln stilllegen, eine Nadel beiseite legen und über 12 Maschen 12 Reihen glatt rechts nach unten stricken.

Für das Käppchen mit 3x 4 Maschen arbeiten, bis insgesamt von den 12 Maschen durch zusammen stricken 8 Maschen abgenommen sind und nur noch 4 Maschen auf der Nadel verbleiben.

Aus dem Rand auf  jeder Seite 12 Maschen aufnehmen, so dass sich (natürlich auf den 2 stillgelegten Nadeln weiterhin je 6 und) auf 2 Nadeln nun je 14 Maschen befinden - und wieder mit allen 5 Nadeln weiterstricken.
Dabei in jeder 2. Runde rechts und links seitlich je 1 Masche durch zusammen stricken abnehmen.
Dies solange, bis wieder nur 6 Maschen auf jeder Nadel sind.

Jetzt 6 Runden glatt rechts stricken.

Für die Spitze jeweils seitlich rechts und links und oben und unten (also von jeder Nadel !) in jeder Runde 2 Maschen zusammenstricken.
Bei nur noch 3 Maschen pro Nadel für das Näschen die Farbe wechseln und mit schwarz weiter stricken.
Die Abnahme fortführen, bis alle Maschen abgestrickt sind.

Die Mäuseohren:
Sind gehäkelt.
Ich habe 4 Luftmaschen angeschlagen, eine Reihe feste Maschen gehäkelt, das Ohr gewendet und dann in die 4 festen Maschen 6 Stäbchen gehäkelt. Wieder gewendet und nochmal 6 Stäbchen gehäkelt.
Mit Kettmaschen "seitlich am Ohr nach unten" häkeln und den Faden dort gleich zum Festnähen weiter verwenden und damit die Ohren an die Socken nähen.

Die Augen aufsticken (je Auge 2 Maschen über- und 2 Maschen nebeneinander)

Barthaare aus Luftmaschen (3x 6 auf jeder Seite) anhäkeln.

Fäden vernähen.

Lichtpunkte mit Stoffmalfarbe auf die Augen malen und trocknen lassen.
Oberen Sockenrand aufrollen. Fertig!
(Oh je. Ob ich nach dieser Anleitung die Socken selbst noch einmal stricken könnte? Fragt gerne nach, wenn etwas nicht klar ist...  ;o)





Montag, 19. Mai 2014

Wie im Himmel - oder das Wochenende


Über dieses Wochenende gibt es nicht so sehr viel zu erzählen.
Das Wetter war hier nicht allzu toll. Ich habe Fenster geputzt, Staub gewischt, ausgemistet, aufgeräumt, schmutzige Wäscheberge dezimiert, ein Weihnachtsgeschenk gebastelt (im Ernst, ich hatte gestern eine Idee und habe spontan ein Weihnachtsgeschenk für eine Freundin zum kommenden Weihnachtsfest gebastelt. Schließlich kommt Weihnachten immer so plötzlich ;o), gestrickt, endlich die Balkonkästen mit den Blumen vom vergangenen Wochenende bepflanzt...




... zugeschaut, wie die Amselmama ihr altes Nest auf dem Balkon ausgebessert hat ;o) und der Amselpapa sich mit einem Rivalen herumgeschlug, während er gleichzeitig draußen die Pieplinge füttern mußte.




Schon erwähnenswert ist allerdings der Freitag, wo wir abends nämlich in Hildesheim im Theater waren (woher auch die Fotos unten in diesem Post stammen).
Und nicht nur erwähnenswert, weil ich unterwegs bemerkte, dass ich meine Eintrittskarte zu Hause vergessen hatte, nochmal umkehren mußte, um sie zu holen und wir dann schließlich erst 5 Minuten nach Beginn der Vorstellung sehr abgekämpft auf unseren Plätzen saßen...


(Keine bezahlte Werbung! Theaterkarten selbst gekauft)

 

Mehrfach hatte ich bereits hier im Blog schon nebenher davon erzählt, dass ich einem Chor angehöre.
Um einen Chor - oder besser um die Menschen, die ihm angehören -  ging es auch im Theaterstück...

"Wie im Himmel"


Der Inhalt ist schnell zusammengefasst:
Ein berühmter Dirigent wird schwer krank und beendet deshalb seine erfolgreiche Karriere.
Er kehrt zurück in sein kleines Heimatdorf in Schweden, das er als Kind mit seiner Mutter früh verlassen hatte. Die Menschen dort wissen von seinem Leben als Dirigent, nicht jedoch, dass er ihr Kamerad aus Kindertagen ist.
In der Provinz übernimmt er die Leitung des örtlichen Kirchenchors. Kein Vergleich natürlich zu dem Niveau, das er aus seiner beruflichen Zeit gewohnt war. 
Die verschiedenen Charakteren der Dorfbewohner werden im Stück abgebildet, Vernetzungen und Verletzungen treten zu Tage. Ja - und Liebe gibt es auch...

Ein Dreh- und Angelpunkt besteht aus einem Lied, dass "Daniel" der Dirigent für "Gabriella" schreibt.
Habt ihr Lust, das Lied anzuhören?

https://www.youtube.com/watch?v=u2Vr1ODCUag

Hier geht es bei Youtube zu einem Ausschnitt aus dem Film, der vor Jahren auch im Kino lief.

Im Theater bin ich mit meiner Ma gewesen und mit unserem Chor, mit dem ich vor einigen Jahren auch schon die DVD einmal zusammen angesehen hatte.



Zum Glück, denn so ganz wäre das Theaterstück allein wohl nicht in der Lage gewesen, den Inhalt zu vermitteln. Mir fehlten doch einige wichtige Szenen und auch das Lied von Gabriella kam nach meinem Empfinden im Theaterstück etwas zu kurz. Trotzdem hat mir der Theaterbesuch gut gefallen!

 Viele Claudiagrüße und euch eine gute neue Woche!


Freitag, 16. Mai 2014

Gänseblümchengelee


Immer schon haben mir unter allen Blumen die Gänseblümchen ganz besonders gefallen.
So unscheinbare und doch bezaubernde, filigrane, zarte Schönheiten.
Gerade kürzlich erst wieder  waren einige Fotos entstanden, denn zu dieser Jahreszeit blühen sie überall.




Vorigen Sonntag hatte dann Bianca auf ihrem schönen Blog ein Gänseblümchengelee vorgestellt.
Davon, dass man Gänseblümchen im Salat essen kann, hatte ich gehört. Vom Gelee noch nicht.
Und wie das so ist, was soll ich euch sagen - der Gedanke selbst mal welches auszuprobieren, ließ mich einfach nicht mehr wieder los.




Na ja. Es kam, wie es kommen mußte...




Ich habe ein wenig experimentiert und im alltagsbunten Haushalt gibt es nun Gänseblümchengelee aufs Frühstücksbrötchen  ;o)

Hier mein Rezept:

Zutaten:

  •  50 g Gänseblümchenköpfchen (nein, das ist NICHT barbarisch ;o)

 
  • 1 Zitronenscheibe (ich habe die Schale entfernt, weil sie gewachst war)
  • etwas gemahlene Vanille
  • 200 g Gelierzucker 2:1
  • 100 ml Birnensaft ( den hatten wir gerade offen. Geht sonst bestimmt auch mit Apfelsaft)
  • 200 ml Wasser
  • 200 ml Prosecco

So wird' s gemacht:

Die Gänseblümchen verlesen, damit keine Blattlaus ins Gelee gerät.
Flüssigkeiten in einen Topf geben, Zitronenscheibe, gemahlene Vanille und die Blüten dazu füllen. 10 Minuten kochen lassen.




Topf abdecken und über Nacht ziehen lassen.

Am nächsten Tag durch ein Sieb abgießen, die Blütenreste ausdrücken.
Gelierzucker hinzufügen und die Flüssigkeit wieder aufkochen. (Die Kochzeit richtet sich nach der Packungsangabe für Geleezubereitung.)

Bianca hat die Gänseblümchen im Gelee gelassen. Wenn man sie mitessen möchte, kann man das natürlich tun. Ich habe mich dagegen entschieden.

Gelierprobe machen und wenn alles zur Zufriedenheit fest wird, das Gelee in vorbereitete ( * siehe unten) Gläser füllen.



Das Gelee schmeckt sehr fein und ich mag ganz besonders daran, dass hier so kleine Alltäglichkeiten wie Gänseblümchen eine Hauptrolle spielen!




Vielen Dank liebe Bianca, für die schöne Idee!



 
* Die Gläser vorbereiten:
Wichtig ist absolute Sauberkeit! Sonst schimmelt es - und das wäre doch sehr ärgerlich.
Die Gläser und auch die Deckel werden sterilisiert, indem man randvoll kochendes Wasser hineingießt 
(etwas überlaufen lassen) und ca. 1 Minute wartet.
Das Wasser wegschütten und nun Gelee einfüllen, mit dem Deckel fest verschließen und mindestens 30 Minuten auf den Kopf stellen. Der Deckel saugt sich an, ein Vakuum entsteht.


Dienstag, 13. Mai 2014

Nur 2 Wochen - ein Rückblick





Eine Zusammenfassung der anderen Art möchte ich heute hier zeigen, denn es geht weniger um das, was ich in den vergangenen 14 Tagen erlebt habe, sondern eher um das Leben selbst.
Schon öfter habe ich hier im Blog von einem Amselpaar berichtet, das seit vergangenem Jahr auf unserem Balkon mehrfach gebrütet und seine Kleinen aufgezogen hat.
In diesem Frühling sind unsere lieben geflügelten Mitbewohner schon wieder beim 2."Durchgang".
Ein ums andere Mal war ich aufs Neue fasziniert davon, wie schnell die kleinen Amseln sich entwickeln und davon, dass sie bereits nach 2 Wochen das Nest verlassen.
Jeden Tag habe ich dieses Mal ein Foto von den Pieplingen gemacht und möchte heut gern - sozusagen die komplette Entwicklungsperiode zeigen:

28. April/ Montag - noch herrscht Ruhe...

29.4./ Dienstag - auf einen Schlag sind alle Küken geschlüpft. Klitzeklein sind sie...

30.4./ Mittwoch - noch blind und ziemlich nackt, aber schon gewachsen...

1.5./ Donnerstag der Flaum wird deutlich mehr und die 5 sind immer hungrig ;o) ...

2.5./ Freitag - die Flügel beginnen sich zu entwickeln ...

3.5./ Samstag - ziemlich struppig sehen die Pieplinge heut aus...

4.5./ Sonntag -  die Federkiele prägen sich in der kurzen Zeit immer mehr aus...

5.5./ Montag - die Augen haben sich geöffnet...

6.5./ Dienstag - an den Kielen der Flügel bilden sich Federn...

7.5./ Mittwoch - sie sind schon wirklich munter nicht mehr still. Nein, die Mama ist nicht genervt. Die guckt immer so ;o)

8.5./ Donnerstag - Immer. Sag ich doch. Das Nest ist inzwischen randvoll. Man hockt übereinander, für Mama ist kaum noch Platz...

9.5./ Freitag - unsere nackigen Pieplinge sind zu kleinen Federbällchen geworden...

10.5./ Samstag - Neugierige Blicke über den "Tellerrand". Man kann es spüren: Der Aufbruch naht.

11.5./ Sonntag - Der letzte Tag. Zeit, das Nest zu verlassen.
Ihre innere Uhr geht pünktlich. Unbestechlich. Kein Tag zu früh, kein Tag zu spät.
Als ich mittags nach dem Nest schaue, haben sich bereits 2 der 5 davongeamselt.
Auf dem Weg zum Spaziergang verlassen wir nach dem Mittagessen das Haus und entdecken im Blutjohannisbeerbusch direkt neben dem Hauseingang eines der 2 im Vorgarten:


Pieeep!

Kaffee am Nachmittag. Es ist eigentlich viel zu kalt um draußen zu sitzen. Und vor allem zu windig. Warmer Kaffee nutzt da so viel auch nicht... Ich harre trotzdem mit der Kamera aus. So spannend ist es zu schauen!




Oben auf dem Sims turnen 3 Pieplinge. Strecken, hopsen, Federn putzen, Flügelchen schlagen. Das übt.








Zwischendurch bringen immer wieder die Eltern Futter und fliegen nach unten davon. Verfolgt von 3 aufmerksamen Augenpaaren.
Der nächste kleine Piepling schafft (im wahrsten Sinne des Wortes) den Absprung. Weg ist er.
Schwupps, da sind es nur noch 2:




Lange bleiben sie so dort sitzen. Ich nicht mehr. Es ist wirklich eisig auf meinem Freiluftsitz. Von innen beobachte ich durch die Scheibe, wie schließlich eines der Kleinen zu flattern beginnt. Es landet direkt unter dem Nest auf meiner Birke... drückt sich gegen die Balkonwand.




Dort hockt es nun. Die Eltern füttern ihr letztes Amselkind, oben im Nest. 
Der Kleine in der Birke piepst jämmerlich - und wird ignoriert.
Es ist so stürmisch. Die ganze Birke wackelt, das Vögelchen weht mit dem Ast hin und her. Es sitzt da völlig unbeweglich.
Wie lange können kleine Amseln ohne Futter auskommen? Die Eltern machen keine Anstalten, sich zu nähern.
Ein Knall. 
Das 5. Amselkind ist aus dem Nest gesprungen und gegen die große Wohnzimmerscheibe geprallt :-(
Es hopst länger immer wieder quer über den Balkon durch die Blumenkübel. Gut, dass ich den Balkonteich rechtzeitig abgedeckt hatte... 
 
Weil es inzwischen dämmerig ist, sind die Fotos nicht mehr so gut gelungen. Natürlich habe ich ohne Blitz fotografiert.
Schließlich sitzt es am Geländer am Rand.




Erster Stock, ohne Netz und Fallschirm nach unten??? 
- Nee, nee. Die kleine Amsel will nicht. Der Piepling  marschiert die Schräge zur Balkonbrüstung empor, kauert sich auf die Kante vor dem Blumenkasten und dort bleibt er. 




Zwei kleine Amseln auf meinem Balkon. Nicht mehr im Nest, nicht mehr gefüttert, sitzen sie im kalten Wind, in der Finsternis. Was tun? Gummihandschuhe anziehen und sie nach unten tragen? Oder wenigstens für die Nacht wieder zurück in das schützende Nest setzen?
Geh hinaus, sagt der Liebste. Vielleicht erschrecken sie (na danke!) und springen dann. 
Ich bin draußen. Mein Gesicht ist 20cm von den Vögelchen entfernt. Sie bleiben sitzen. Man könnte sie wirklich greifen...
Wir gehen zu Bett. Ich liege wach. Werde ich morgen früh 2 tote kleine Pieplinge auf meinem Balkon finden?
Vielleicht. So ist die Natur, sagt der Liebste. Manchmal ist es grausam. Ach, ich schlafe schlecht.

12.5./ Montag. Fünf Uhr dreißig. Der Wecker klingelt. Gähn. Sonnenlicht.
Ich mag nicht aufstehen. Ich mag nicht auf den Balkon schauen und kann es doch kaum erwarten. Was erwartet mich? Schon als ich ins Wohnzimmer komme entdecke ich durch die Scheibe:


Es sitzt direkt neben dem Blumenstecker, den mir M. vergangenes Jahr zum Geburtstag geschenkt hat ;o)
Wie gut, wenn man einen Freund hat...

Und Nummer 2? - Ist weg. Die Amseleltern kommen sich ein Rosinenfrühstück abholen, als sie mich draußen sehen und verschwinden unten in verschiedenen Gebüschen, aus denen man es piepsen hört.
Der kleine Nachzügler schaut hinterher. Und plötzlich... breitet er die Flügelchen aus - und flattert los.
Gegenüber dem Balkon landet er im Baum, als hätte er nie etwas anderes getan.
Fassungslos bin ich bei jeder neuen Brut, dass sie, die immer nur im Nest zu sitzen und den Schnabel aufzusperren brauchen, schlagartig laufen und fliegen können.
Als ich zur Arbeit gehe, sitzt der Piepling noch immer - getarnt und dick aufgeplustert - gegenüber im Baum:




Leer.

Auf dem Balkon herrscht Stille. 
Ungewohnt. 
Etwas traurig. 
Aber auch schön. 
Die Eltern haben viel geschafft.
Und keine Bange, ich sorge noch ein wenig weiter für Haferflocken- und Rosinchennachschub  ;o)


Bsssssttt, da kommt der Futterexpress angesaust...
 

 Liebe Pieplinge, lebt wohl!