Mich plagt das schlechte Gewissen!
Schon vor längerer Zeit hatte mich Dörthe, die den schönen Blog Zackenschere führt, für den "Liebsten Award" nominiert.

Nun bin ich ja wahrlich gar kein Freund solcher Kettenaktionen...
Ziel der Aktion soll es sein, eher kleinere Blogs zu vernetzen.
Zunächst sind elf Fragen zu beantworten, die man vom Nominierer bekommen hat, anschließend nominiert man wieder elf Blogs und stellt diesen dann Fragen.
Gerne werde ich Dörthes Fragen beantworten.
Selbst 11 Blogs nominieren möchte ich allerdings nicht, weil sich niemand verpflichtet fühlen soll, zu antworten.
Falls jemand gern sich und seinen Blog vorstellen möchte, würde ich mich natürlich trotzdem total freuen.
Meldet euch einfach in den Kommentaren oder über das Kontaktformular. Dann finden sich garantiert 11 Fragen, um euch zu löchern ;o)
Hier kommen Dörthes Fragen und meine Antworten:
- Was sind Deine kreativen Hobbies?
Eigentlich mache ich vieles nicht durchgehend beständig. Ich probiere aus, was mir gefällt und was gut gelingt, fertige einige Teile mit der entsprechenden Technik und wenn ich "gesättigt" bin, kommt neues.
Z. B. habe ich schon gestrickt, gehäkelt, Shirts aufgemöbelt, gebastelt (mit Papier, mit Schmuckzubehör, mit Naturmaterialien), gemalt hab ich auch schon und öfter getöpfert. Ich hab schon genäht. Aber nur wirklich einfache Dinge. Ich fotografiere und schreibe manchmal Texte - hier zum Beispiel im Blog ;o) Ist kochen und backen auch kreativ? Dekorieren, Geschenke verpacken, den Balkon gestalten? Im Chor singen?
Für eine Zeit schläft das Interesse für irgendein Hobby manchmal wieder ein, anderes kommt dazu und irgendwann greife ich -möglicher Weise - auf Bewährtes zurück.
- Wie bist Du zu diesem Hobby oder diesen Hobbies gekommen?
Erstaunlicher Weise habe ich meine Vorliebe entwickelt, obwohl in meiner Kindheit kein Vorbild dafür da gewesen ist. Meine liebe Ma ist gar nicht so der Bastel- und Tüddel- Typ.
Und ganz wichtig auch: da ist immer eine ganz genaue Vorstellung davon, was ich gern besitzen möchte und wie es auszusehen hat. Diese Vorstellung wird meist von käuflichen Produkten nicht bedient. (Ein Beispiel hierfür sind u. a. die gepimpten T- Shirts, die ich auch schon gepostet habe.) Also schreite ich selbst zur Tat, bis ich ganz zufrieden mit meinem Werk bin. Bei allem handwerklichen Tun, steht mir jedoch auch dieser Perfektionismus manchmal etwas im Weg.
Im Chor bin ich, weil ich die Musik mag, die Liedertexte, die Leute, die sich dort treffen. Weil singen befreit und löst, was sich an Anspannung im Alltag ansammelt. Manchmal ist singen meine Art zu beten.
- Wie viel Zeit in etwa pro Woche kannst Du dafür aufbringen?
Und der Zeitaufwand hat natürlich im Laufe des Lebens schon stark variiert und hängt auch mit beruflichen und familiären/ privaten Notwendigkeiten zusammen. Fakt ist: wenn ich längere Zeit nichts oder zu wenig Kreatives tue, obwohl ich den Drang dazu verspüre, fängt es schnell an, mir richtig schlecht zu gehen. Das Muckeln ist mein Ventil zum Stressabbau. Ich kann alles um mich her vergessen, wenn ich werkel und werde ruhig und zufrieden dabei. - Dafür gucke ich fast nie Fernsehen! Das ist zu inaktiv und langweilt mich einfach meist. Und wer nicht fernsieht, spart da eine Menge Zeit wieder ein...
- Was sagt Deine Familie dazu?
Mir wurde schon vorgeworfen, mich zu verzetteln, Zeit und Geld zu verschwenden, falsche Prioritäten zu setzen. Ich wurde belächelt, man war genervt und vielleicht war dem Einen oder der Anderen sogar schon mal etwas peinlich?
Aber: meine Werke stießen auch oft auf Zustimmung und ich glaube, meine Lieben sind auch zumindest gelegentlich ein wenig stolz, weil ich das, was ich tue kann und sie immer wieder mal mit Selbstgemachtem beschenkt werden, das dann in ihrem und meinem Umfeld auch positive Reaktionen hervor ruft.
- Arbeitest Du nur für Dich, oder machst Du auch was für andere? Verkaufst Du eventuell Werke?
Hauptsächlich arbeite ich für mich.
Öfter gibt es auch Geschenke für Familie, Freunde, Kollegen. Manchmal mache ich etwas im Auftrag, weil es jemand weiterverschenken will, der mir nahe steht - also aus der Familie oder enge Freunde. Dann bekomme ich den Materialwert in der Regel erstattet. Aber "richtig" verkaufen tue ich meine Produkte nicht.
Ich täte mich auch sehr schwer damit, mag die Dinge aus meinen eigenen nur in "gute andere Hände" geben, wissend, sie werden geschätzt.
- Wo beziehst Du Dein Material?
- Wo kannst du Deinem Hobby nachgehen? Gibt es dafür eventuell sogar ein extra Zimmer?
- Jetzt einfach mal träumen: Mit mehr Zeit, mehr Platz, mehr Geld würde ich...
Mich vielleicht wirklich verzetteln - oder gar den Realitätsbezug verlieren???
Früher habe ich immer gesagt, falls ich im Lotto gewinne, möchte meine Arbeitszeit auf 19 Stunden reduzieren, um wieder anzufangen zu reiten (ob ich mich das jetzt mit fortgeschrittenem Alter allerdings noch trauen würde, ist eine ganz andere Frage...), um ein Klavier zu kaufen und spielen zu lernen und öfter Kurzreisen zu machen. Andere Pläne und Wünsche wären da eigentlich nicht... Dabei bleib ich.
- Wie vernetzt Du Dich mit anderen Kreativen?
Seit ich blogge, inspiriert mich das Internet noch mehr.
Aber ich glaub, das ist hier nicht gemeint, oder? Ich muckel halt so vor mich hin. Völlig unvernetzt ;o)
- Hast Du dabei schon Freundschaften geschlossen?
- Bist Du glücklich und zufrieden, dort, wo Du lebst?
Wichtig sind doch die Menschen mit denen man verbunden ist ♥
Tja, liebe Dörthe... ich hoffe, du bist mit meinen Antworten zufrieden, auch wenn ich arg lange gebraucht habe, hier etwas aufzuschreiben und obwohl ich keine 11 anderen Blogs nominiere.
Danke für dein Interesse am Alltagsbunt und an mir!
Danke auch an euch, die ihr diesen langen Text ganz bis hier unten gelesen habt!
Ich freue mich riesig über jeden einzelnen Leser und darüber, wieviele sich hier schon eingetragen haben, obwohl ich noch nicht mal ein ganzes Jahr blogge.
Ich freue mich über eure lieben Kommentare und über eure Blogs und Postings. Und ich wünsche mir oft mehr Zeit, um bei euch zu lesen und mehr zu kommentieren.