Davon, dass wir vor 2 Wochen über Pfingsten an der Ostsee waren, hatte ich seither hier im Blog schon einige Male in verschiedensten Zusammenhängen geschrieben.
Der letzte
richtige Urlaub lag schon ziemlich lange zurück und der nächste schien mir noch in so unerreichbar weiter Ferne. Ich begann mich nach dem Meer zu sehnen.
Der jüngere Sohn schrieb im Frühling sein Abitur, wird nun bald aus der Schule entlassen und ins Berufsleben starten.
Ende Mai wurde er volljährig.
Mein "Kleiner" ist jetzt - genau wie sein älterer Bruder - ein erwachsener Mann...
Hatte ich bisher doch immer gesagt, ich "bin alleinerziehende Mutter", blieb mir der Satz plötzlich im Halse stecken.
Das stimmt ja gar nicht mehr. Ich bin immer noch Mutter, aber: nicht mehr erziehend.
Hatte ich jemals weiter gedacht, als bis dahin, Kinder zu haben und ihr Aufwachsen zu begleiten?
Das Gefühl, mich neu sortieren zu müssen, wurde immer eindringlicher.
Ein Lied (Mögt ihr mal hören? Vielleicht kennt es jemand?) von Ulla Meinecke, das ich schon lange sehr mag...
https://www.youtube.com/watch?v=idSo-voLRJU
... summte immerzu in meinem Kopf...
"Du mußt gehn und mußt den Mond sehn... am Besten am Meer..."
Sie wurde größer, die Sehnsucht.
Sehnsucht nach Wind, der die Gedanken davonträgt, nach Wellenrauschen, das vieles übertönt, nach Weite, nach dem Blick zum Horizont und wieder zurück zum Boden. Nach Steinen und Muscheln, dem Sand an meinen nackten Füßen - auf mich.
Sie wurde riesengroß, die Sehnsucht nach dem Meer.
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| Dieses Labyrinth befindet sich in Kellenhusen hinter dem Strand.
Hineinlaufen, sich orientieren, einem Weg folgen, wieder herausfinden.
Wie symbolisch und so passend! |
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Der Liebste mochte mich begleiten, der Sohn hatte zu Hause Verpflichtungen.
Ich wäre auch allein gefahren. Zeit für mich. Eine "Mutter- ohne- Kind- Kur".
Ich wollte nur noch weg hier.
Wir haben am Mittwoch vor Pfingsten spontan die Ferienwohnung gebucht, 2 Tage Urlaub genommen, das wunderbarste Wetter bestellt ;o) und brachen schon am Freitag auf nach Kellenhusen.
Nicht weit weg, nicht lange, nicht exclusiv, nicht sonderlich kostspielig. Das war mir alles entbehrlich.
Wir wurden reich beschenkt. Ich bin so sehr froh um diese 5 Tage.
Die Wohnung war perfekt für unsere Bedürfnisse. Gepflegt und gemütlich, nur wenige Meter über den Deich bis zum Strand.
Den Ort kannten wir noch, waren vor einigen Jahren bereits einmal mit dem Sohn dort.
Ein kleiner Ort, alles was man braucht, ist vorhanden.
Nicht einsam, aber auch nicht zu überlaufen. Eine moderne Seebrücke, eine nette Promenade mit kleinen Cafés und Geschäften. Grün rundherum und natürlich mit Strand. Nicht 50 Meter eingezäunter Sand, sondern Strand über die Promenade hinaus. Die ganze Küste entlang bis zur nächsten Ortschaft.
Ich war öfter allein unterwegs, spät am Abend, früh am Morgen, manchmal mitten am Tag. Allein mit mir, fern der Promenade, nur das Meer und ich. Schlendern. Barfuß. Entlang des Wassersaums. Strandgut sammeln, um es als Erinnerung zu bewaren. Manchmal nur schauen, leise singen vielleicht. Unsere schönen Chorstücke. Nur für mich. Oder einfach schweigen.
Der Liebste und ich haben aber natürlich auch viel zusammen unternommen.
Sonnenlicht, Luft, Wasser. Es war so schön.
Noch immer habe ich das Bild des Meeres vor Augen - oder besser das Gefühl dort zu sein in mir.
Es trägt mich durch die Tage ♥
(Weshalb es am Sonntag auch keinen Wochenrückblick gab. Mein Blick ließ sich einfach nicht auf die vergangene Arbeitswoche lenken. ;o)
Diese Tage, sie kamen mir viel länger vor. Jetzt kann ich wieder weiter hier... DANKE!