Kürzlich beschwerte sich der ältere meiner beiden Lieblingssöhne bei mir.
Er hatte das Blog nach dem Rezept
unserer weltbesten Tomatensauce von vorne bis hinten vergeblich durchsucht.
Der Sohn dachte das Posting übersehen zu haben und konnte sich tatsächlich überhaupt nicht vorstellen, dass ich das Rezept hier noch gar nicht gebloggt habe...
Die Nudelsauce, die ich vor ca. 30 Jahren nach Anleitung meiner damaligen Nachbarin G. kochen lernte, ist bei uns allen sehr beliebt.
Auch meine Ma, der Liebste und sogar der jüngere Lieblingssohn, der sonst gar keine Tomaten mag, essen sie gern.
Ich koche die Sauce immer! auf Vorrat (oft in meinem größten Topf die doppelte der unten angegebenen Menge) und fülle sie portionsweise in Gläser ein.
Das ist sehr praktisch. Vor allem, weil es zwar nicht schwierig, dafür jedoch etwas zeitaufwendiger ist, die Sauce herzustellen, denn:
"Das Geheimnis der italienischen Saucen ist das leise Einköcheln".
Dieser Satz meiner Nachbarin, die das Rezept von ihrer italienischen Schwiegermama übernommen hatte, klingt mir noch heute im Ohr ;o)
Die Zutaten:
- 2 große Dosen (à 850ml) geschälte Tomaten (bestimmt kann man die Sauce auch aus frischen Tomaten kochen. Da ich jedoch keinen Garten beernten kann, und es uns auch so schmeckt, habe ich das noch nie ausprobiert.)
- 1 Pck. (= 300g) "Gelderländer Bauchspeck/ Zwillingsspeck" (Werbung weil Benennung)
- 2- 3 Knoblauchzehen
- 3 eingelegte Peperoni vom Marktstand (vgl. Foto unten)
- 2 große Lorbeerblätter
- 6 Pimentkörner
- Salz und schwarzen Pfeffer
So gehts:
- Zuerst die Konservendosen öffnen und schon mal bereit stellen.
- Das Fett erhitzen, den Speck von beiden Seiten bei hoher Temperatur anbraten (die Röststoffe sind Geschmacksträger).
- Derweil die Peperonis mit der Gabel einstechen (sie können sonst im Topf platzen).
- Kurz bevor der Speck fertig ist, Peperoni und Knoblauch mit in den Topf geben und ebenfalls anbraten. Gut aufpassen, dass nichts verbrennt, das passiert schnell.
- Jetzt die Dosentomaten (mit dem Saft) in den Topf geben, einmal umrühren und alles aufkochen lassen. Einen gehäuften Teelöffel Salz, die Lorbeerblätter und Pimentkörner hinzufügen und die Temperatur so herunterdrehen, dass die Sauce nur noch "leise köchelt".

- Mit einem scharfen Messer die ganzen Tomaten im Topf aufschlitzen. Dabei auch gleich die Stielansätze und eventuelle Hautreste mit entfernen.
- Mindestens eine Stunde sollte die Sauce nun einköcheln. Die genaue Zeitangabe ist schwierig, weil die Tomaten mal mehr und mal weniger wässerig sind.
- Am Ende der Kochzeit Speck, Peperoni, Knoblauch (sofern der noch nicht völlig zerkocht ist), Lorbeer und Piment aus dem Topf fischen.
- Sauce mit dem Kartoffelstampfer etwas zerkleinern. (Wir mögen sie noch leicht stückig und nicht allzu musig.)
- Abschmecken, eventuell nachsalzen und pfeffern.
- Jetzt nochmal 5 Minuten köcheln lassen. Fertig!
Direkt mit Nudeln und Parmesan servieren ...
... oder noch kochend heiß in Twist- off- Gläser einfüllen. (Siehe ganz unten *)
Die Sauce ist (ungekühlt) so mindestens ein halbes Jahr haltbar. Bei uns hält sie allerdings nie so lange, sondern wird vorher sozusagen radikal vernichtet ;o)
Manchmal wird so ein Glas auch verschenkt...
Mit Servietten, Kerzen, italienischen Nudeln und Blumen zum Beispiel, an U. & H.!
Die Zwei ganz lieben und sehr gastfreundlichen Menschen im schönen Münsterland, die mich während des Katholikentages bei sich aufgenommen hatten und - genau wie der Sohn, auch nach dem Rezept fragten - und die ich hier und heute ganz besonders herzlich grüße!
Allen, die das Rezept ausprobieren mögen, viel Spaß und Erfolg beim Kochen und
GUTEN APPETIT!
* Wichtig ist absolute Sauberkeit! Sonst schimmelt die Sauce - und das wäre doch sehr ärgerlich.
Die Gläser und auch die Deckel werden sterilisiert, indem man randvoll kochendes Wasser hinein gießt (etwas überlaufen lassen) und ca. 1 Minute wartet.
Das Wasser wegschütten und nun die (noch kochend heiße) Tomatensauce direkt eingefüllen, die Gläser sofort fest zudrehen und die Gläser auf den Deckel stellen, bis der Inhalt abgekühlt ist.
Der Ordnung halber möchte ich euch einen Hinweis, den ich per Mail erhielt, nicht vorenthalten:
Kathrin von Topfgartenwelt (klick) machte mich darauf aufmerksam, dass ich hier den Vorgang des Heißabfüllens beschreibe. Da die Tomatensauce auch Speck enthält, also Fleisch, müsste man sie zum Aufbewahren nach lege artis sterilisieren (100°C unter Dampf für 160 Minuten), um die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung bzw. des Verderbs des Einkochguts zu minimieren.
Danke für deine Info, liebe Kathrin!
Dass die Bezeichnung "einwecken" nicht mit dem übereinstimmt, was ich tue, war mir nicht klar. Das ist gut zu wissen. Im Text habe ich das oben nun entsprechend geändert.
Klar wird die Sauce mit Speck gekocht, aber das Fleisch selbst kommt nicht mit ins Glas.
Ich konserviere sie jetzt seit vielen Jahren auf die beschriebene Weise und es ist - zum Glück - noch nie etwas schief gegangen. Das Risiko muss natürlich jeder für sich selbst abwägen.