Freitag, 31. Januar 2020

Januar adieu - Deo Gratias!!!!!


Letzten Freitag: eine ganz normale Woche war vorüber. 
Nachmittags, direkt nach Feierabend traf ich mich mit meiner Ma in der Einkaufsgalerie. 
Wir erledigten einige Besorgungen, tranken zusammen Kaffee, klönten. -  Ich freute mich aufs Wochenende und auf den Liebsten.
Gegen 18 Uhr kam ich nach Hause, holte aus dem Postkasten einen Brief...




2 Wochen zuvor: ein Routinetermin war das Mammographie- Screening für mich, den ich auf die Schnelle in der Mittagspause erledigte. Zurück am Schreibtisch war die Untersuchung schon fast wieder vergessen.

Abklärungstermin stand dort im Brief. Und dass ein Befund vorliegt, der aber nicht zwingend bösartig sein muss.
Mir blieb die Luft weg. Bestimmt eine halbe Stunde lang saß ich, noch in Schuhen und Mantel, wie betäubt auf dem Sofa und starrte auf das Papier.
Schließlich raffte ich mich auf, zog den Mantel aus und rief den Liebsten an. Ich erzählte von der Post und sagte ihm für den Abend ab. Erstmal war ich nicht sozialkompartibel.

In meinem Kopf drehte sich ein Gedankenkarussell. Brustkrebs? Konnte das sein? Ich bilde mir ja ein, ein ganz gutes Körpergefühl zu haben - und ich spürte nichts.
Nach einer Weile ging ich ins Bad, schaute und tastete. Auch jetzt spürte ich nichts.
Da war nichts, da konnte nichts sein.
... Und wenn doch? Leise Panik breitete sich aus. Schwappte wie Wellen über mir zusammen.

Schon vor der Mammographie wird man ausführlich über die mögliche Fehlerquote aufgeklärt.
30 von 1000 Frauen müssen zu weiteren Untersuchungen. Bei 6 von diesen 30 bestätigt sich der Verdacht. 6 Frauen von 1000 haben also tatsächlich Krebs. Bin ich eine davon?

Irgendwie verging das Wochenende, während ich ziemlich neben mir stand. Nachts konnte ich nicht schlafen. Ich hatte beschlossen, meinen Eltern und den Söhnen zunächst nichts zu sagen, sondern erst die Nachuntersuchung abwarten. Das fiel mir ziemlich schwer aber die - hoffentlich unnötigen - Sorgen wollte ich meiner Familie ersparen.

Montag war ich todmüde, hatte Kopfschmerzen, mir war schlecht und schwindlig. Ich ging arbeiten, als wäre nichts. Aber ich sortierte die Ablage weg, die sich seit einer Weile angesammelt hatte und räumte sicherheitshalber meine privaten Dinge in der Schreibtischschublade auf.
Sicherheitshalber, falls...

Auch Zuhause überlegte ich, welche Dinge vorher noch erledigt werden müssten. Vorher? Vor was denn eigentlich? Sollte sich die Diagnose bestätigen, wie ginge es dann weiter?
Nur schwer lassen sich Worte für das finden, was in diesen dreieinhalb Tagen der Ungewissheit in mir vorging.




Dienstag war die Nachuntersuchung. Mittags stand es fest: es ist kein Krebs. Ich bin gesund!

Deo Gratias!!!!! schrieb mir die Freundin. (Liebe A., ich hoffe, dich hier zitieren zu dürfen?!)
Sie schrieb es mit 5! Ausrufezeichen.
Ja, ich bin dankbar. Sehr dankbar, erleichtert und auch immer noch irgendwie durchgerüttelt, erschöpft und benommen.

Das ist es, was mich wohl gedanklich noch eine längere Zeit beschäftigen wird und was in diesem Jahr vom Januar übrig bleibt.
Das, ein berührender Abschied, viel zu warme Temperaturen und fast 30 Überstunden an 19 Arbeitstagen...

Januar ADIEU!


Donnerstag, 23. Januar 2020

Arbeitstage, Mittagspausen - und der Gartenbaumläufer


Diese Tage, wenn um halb 6 der Wecker klingelt:
Den ersten Kaffee des Tages trinke ich selbst jetzt im Winter morgens im Dunklen am Balkon.
Oft gesellt sich Frau Amsel auf ein Rosinchen dazu. Einmal tief durchatmen, in die Stille lauschen, die frische Luft einsaugen, den duftenden Kaffee genießen.
Fünf Minuten nur... sonst ist nicht nur der Kaffee, sondern wird es auch mir - selbst mit Stiefeln und im Mantel - echt zu kalt.

Ich steige ins Auto, starte in den Arbeitstag.




Kranke Kollegen - das heißt Vertretung zur eigenen vollen Inbox, Telefonate, Besprechungen, EDV- Ausfall. Zwischen lachen und weinen ist manchmal nur ein schmaler Grad...
Den 2. Kaffee des Tages trinke ich in weniger stimmungsvollem Ambiente.

Für den neuen Schreibtisch, an dem ich nun seit einem Monat arbeiten darf, bin ich täglich wieder unglaublich dankbar. Der Tisch ist höhenverstellbar, so dass es möglich ist abwechselnd sitzend und stehend zu arbeiten. Welch unbeschreibliche Erleichterung! Die Hoffnung auf weniger Schmerzen (durch verkürzte Hüftbeuger) hat sich tatsächlich erfüllt.

Gesetzesänderungen zum Jahreswechsel bedingen Veränderungen bei der Bearbeitung, die noch nicht zur Routine geworden sind. Volle Konzentration ist angezeigt.




Schließlich ist irgendwann Mittagspause. Nix wie raus aus dem Büro:

Der schnelle Einkaufsbummel über den nahen Wochenmarkt, den dringend notwendigen Friseurbesuch einschieben*, eine entspannende Massage** bekommen, das Geburtstagsgeschenk für die Freundin in der Ferne zur Post bringen. Manches lässt sich in der Pause auf die Schnelle zwischendurch erledigen. Selbstredend nicht alles am gleichen Tag...

Oder ich mache bei herrlichem, vorfrühlingshaftem Wetter endlich mal wieder einen Spaziergang im Stadtpark, um es dort Krokussen, Schneeglückchen und Winterlingen gleichzutun und das Gesicht in die Sonne halten.
Dabei einen unbekannten kleinen Vogel entdecken. Seine Bewegungen erinnern an die des Kleibers, das Federkleid eher an Spatzen. Ich versuche Fotos zu machen. Das Modell ist flink unterwegs und mit der Kamera schwer zu erwischen.
Abends schaue ich im Internet und finde heraus, dass es sich um einen Gartenbaumläufer handelt. Wie spannend. Ich freue mich, ihn kennengelernt zu haben.

Dann geht es eilig zurück an die Arbeit. Bis zum Feierabend dauert es noch lang.
Abgespannt und müde werde ich später sein.
Im Moment reicht die Kraft Zuhause nur noch für das Allernötigste.




Gerade heißt es, mit den kleinen Dingen zufrieden zu sein.
Und wisst ihr was?! Heute bin ich es!



* Wir haben gleitende Arbeitszeit. Zum besseren Verständnis: bleibe ich länger als 30 Min. weg, wird nachgearbeitet!


** Bei der Massage handelt es sich um sogenannte "mobile Massage", die 1x pro Woche in den Räumlichkeiten meines Arbeitgebers durchgeführt wird. Natürlich bezahlt jeder selbst, natürlich zählt das nicht zur Arbeitszeit und leider sind meine Termine selten, weil dieser Service auch unter den Kollegen sehr begehrt ist. Eine Anwendung dauert 20 Min. und das ist genial, für eine kurze Entspannung.


Sonntag, 19. Januar 2020

Hier grad so...


... blühen auf dem Balkon (und auch draußen in der Natur) schon fast die Schneeglückchen. Verrückt, es ist doch erst Mitte Januar. Gerne würde ich mich darüber freuen, aber sie sind viel zu früh. 
Und ich mache mir besorgt Gedanken darüber, dass die Natur dieses Jahr gar keine Pause zu bekommen scheint. Die Rosen und Glockenblumen blühen noch, der Holunder treibt schon wieder aus. Winter, wo bleibst du?




... zog ich während der Yogastunde "Klarheit" als neues Jahresmotto. Klarheit finden? Klarheit schaffen? Wird sich zeigen. Es fühlte sich zumindest gleich ganz stimmig an.




... vergehen - was meine Arbeit anbelangt - die Tage ohne Lichtblick. Die Zahl der Überstunden übersteigt in den ersten Wochen diesen Jahres alles je dagewesene. Gerade weiß ich nicht wirklich, wie lange das so noch weitergehen kann.




... bleibt dementsprechend nicht viel Zeit für anderes. Auch nicht für Bewegung. Aber immerhin bewegte sich der Tannenbaum rechtzeitig nach unten vors Haus und die Adventsdeko landete wieder im Keller. Herrlich, Leere und Platz nun hier im Wohnzimmer!




... munterte liebe Post mich sehr auf. (Wir ließen uns direkt anstecken, schmiedeten Pläne für eine baldige Auszeit. Ich kann es kaum erwarten, aber die Vorfreude tut allein schon gut.) Danke, ihr 2! 




... kam auch Post von Lene - klick (Werbung wegen Verlinkung), genau zur rechten Zeit - und ich hab mich so gefreut! Danke, du Liebe.




... geschahen Dinge, die auf Fotos keinen Platz haben. Danke an M., der in dem Lokal,  in dem wir alle zusammensaßen, für mein Posting diese coole Lampe fotografiert hat.




... spazierte ich allein unter dem vollen Mond und zu anderer Zeit auch mit meiner Ma. Wir aßen keine Gans aber trotzdem gemeinsam zu Mittag und hatten es schön.




... genieße ich abends oft das Räuchern. Das entspannt wunderbar und es riecht so gut! Liebe Karen - klick - (Werbung wegen Verlinkung), was für ein schönes Ritual hast du mir da nahegebracht. Danke!




... denke ich an den Straßenkehrer Beppo - den kennt ihr bestimmt alle?! - und versuche immer nur den nächsten Schritt vor Augen zu haben... In diesem Sinne: bis bald!


Freitag, 10. Januar 2020

Schreck am Morgen


Freitag morgens: du liegst im Bett, noch im Halbschlaf. Alles ist dunkel um dich herum und plötzlich - du spürst es ganz deutlich - fliegt dir etwas ins Gesicht.

Ein leiser Anflug von Panik steigt in dir auf, du denkst daran, davon gehört zu haben, dass angeblich jeder Mensch im Lauf seines Lebens nachts unmerklich eine bestimmte Anzahl Spinnen verschlucken soll ( - ).
Dann reißt du dich zusammen, schaltest das Licht an und aus dem Schrecken wird...




... ein Glücksblick 🖤 

Euch allen wünsche ich ein schönes Wochenende!


Donnerstag, 9. Januar 2020

Mandarinenmarmelade - selbstgemacht und sooo lecker! (Rezept)





Hallo ihr Lieben!

2020 ist gerade etwas mehr als eine Woche alt. - Naaa, seid ihr auch schon wieder so ganz im alten  Trott? 
Zwei meiner Kolleginnen sind krank, über die Feiertage hat sich reichlich Arbeit angestaut, ständig fallen Überstunden an und irgendwie komme ich nach Feierabend zu gar nichts mehr, falle nur noch schlapp auf' s Sofa. PUH! 

Natürlich gab es auch schon schöne Momente, wie unseren Neujahrsspaziergang und eine sonnige Mittagspause im Stadtpark, über die ich längst gebloggt haben wollte. Na ja...





Mit dem heutigen in  Posting will ich nun ein Versprechen einlösen.
Im Winter koche ich nämlich schon seit einigen Jahren eine sehr leckere Marmelade. Zu Weihnachten verschenkte ich u. a. an Martina klick (Werbung wegen Verlinkung- ein Glas davon.  
Nachdem Martina die Mandarinenmarmelade gekostet hatte, bat sie mich um das Rezept... 

Liebe Martina, deinem Wunsch komme ich natürlich nur allzu gerne nach. 
Bitte sehr, hier kommt es!

Zutaten:

  • 1 kg Mandarinen (unbedingt unbehandelt/ Bio!!)
  • 150 g Haushaltszucker
  • 2 EL Vanillezucker (klick)
  • 500 g Gelierzucker 2:1
  • 1 Zitrone




Und so geht' s:

(Achtung, die Zubereitung erfolgt über 2 Tage, bzw. mit mindestens 12 Stunden Wartezeit.)

  • Die (ungeschälten!) Mandarinen in einen großen Topf mit Wasser geben und 10 Min. kochen. Wasser wegschütten und die Früchte auskühlen lassen.
  • Früchte quer halbieren und eventuelle Kerne entfernen
  • Mandarinen mit der Hand über einem Topf etwas ausdrücken. 
  • die Früchte mit dem Saft und mit Haushalts- und Vanillezucker nochmal 10 Min. kochen. Den Herd ausschalten, Gelierzucker hinzufügen, alles einmal umrühren und dann über Nacht stehen lassen. 
  • Am nächsten Tag aufkochen und ca. 30 Min. bei geringer Hitze zugedeckt köcheln. (Achtung, immer mal wieder umrühren, damit die Masse nicht anbrennt.)
  • Derweil die Zitrone auspressen und die Gläser vorbereiten * 
  • Zitronensaft zu den Mandrinen geben, Früchte pürieren.
  • Alles nochmal kurz sprudelnd aufkochen und sofort heiß in die Gläser füllen, fest verschließen, Gläser für ca. 10 Min. auf den Kopf stellen.
  • Fertig. Lecker!

Und nochmal klargestellt, weil in den Kommentaren von Elke die Frage kam, ob die Schale tatsächlich mitverwendet wird: ja, wird sie! 
Die Schale bleibt an den Früchten, wird mitgekocht, mitpüriert und mitgegessen ;o) 
Sie macht das besondere Aroma aus und ist gar nicht so bitter, wie man vermuten könnte.




Vielleicht hat ja außer Martina noch jemand Lust, sich das Frühstück und den Winter mit leckerer Marmelade zu versüßen?
Ich sage es euch, die schmeckt nicht nur gut, die sonnige Farbe macht auch noch richtig gute Laune!

Weil das so ist, verlinke ich mich gleich mal mit den Alltagsfreuden bei Nicole - klick (Werbung wegen Verlinkung).
Eine andere Freude ist mir das mandarinenförmige Teelichtglas, welches ich bestimmt schon seit ca. 30 Jahren besitze, seit jeher etwas kitschig finde und das deshalb mehr als nur einmal ganz knapp daran vorbeigeschrammt ist, weggeworfen zu werfen... Irgendwie konnte ich mich letztlich bislang aber doch noch nicht davon trennen - und weiß nun auch, wofür ich es aufgehoben habe: als Deko für die heutigen Fotos passt es endlich mal richtig perfekt ;o)


Nun sage ich tschüß. Bis bald. Viele 

Claudiagrüße





Noch ein Hinweis: ich bereite nie mehr Marmelade zu, als ich selbst in einer Saison verbrauchen kann, bzw. verschenken will. Wenn die Gläser zu alt werden, verfärbt sich der Inhalt grau. Das tut zwar dem Geschmack keinen Abbruch, sieht aber unappetitlich aus.



* Wichtig ist absolute Sauberkeit! 
Die Gläser und auch die Deckel werden keimfrei gemacht, indem man randvoll kochendes Wasser hinein gießt (etwas überlaufen lassen) und ca. 1 Minute wartet. 
Das Wasser wegschütten und nun kann die Marmelade (noch kochend heiß) direkt eingefüllt werden.