Ein Wochenende im August.
Der Nachmittag liegt schon fast hinter uns.
Der Liebste schaltet den Fernseher ein, es gibt Sport im Programm.
Oh nein!
Ich mag noch nicht auf's Sofa fallen. Fernsehen mag ich schon gar nicht.
Die Sonne lockt mich. Rasch schnappe ich eine Schüssel und...
... verlasse die Wohnung.
Mit dem Auto brauche ich keine 5 Minuten um aus der Stadt heraus zu kommen.
Ich parke am Feldrand und spaziere querfeldein die Brombeerhecken entlang.
Nachdem ich den Weg eine Zeit stramm gelaufen bin, drehe ich um und beginne auf dem Rückweg, die reifen Brombeeren in meine Schüssel zu sammeln.
Sie sind nicht besonders groß, aber zuckersüß und saftig.
Es ist still um mich her.
Nur ab und an hört man die Geräusche der Vögel oder ein Mäuschen zwischen den Blättern rascheln.
Ich fotografiere Hummeln, Schnecken, Heuhüpfer - und natürlich die Brombeeren ;o)
All das ist so wunderbar entschleunigend, hat fast etwas Meditatives.
Es fühlt sich einfach perfekt an, die Beeren hier zu sammeln, um später für uns Gelee daraus zu kochen. Ich pflücke und pflücke.
Ich denke darüber nach, wie ich dieses Posting schreiben möchte.
Darüber, dass ich euch von meinem Pa erzählen will, der eine große Brombeerhecke in seinem Garten hat, die immer gut trägt. Seit Jahren bietet er mir von den Früchten an. Ich könnte sie bereits gepflückt und verlesen von ihm bekommen. Seit Jahren lehne ich dankend ab.
Es ist nicht das Selbe, die Brombeeren von ihm zu bekommen und nur noch in der Küche zu verarbeiten.
Der Genuss des Sammelns, die Ursprünglichkeit dieses Tuns und dieser Spaziergang hier sind mein eigentlicher Gewinn. Das Gelee wird zum Nebenprodukt.
Die Schatten werden immer länger. Hupps, ich habe etwas die Zeit aus dem Blick verloren.
Der Liebste schickt mir eine Kurznachricht auf' s Telefon: "Alles ok bei dir? Kommst du gar nicht wieder?" fragt er.
Ja doch! Jetzt aber hurtig!
Schließlich will ich die Brombeeren auch noch verarbeiten...
Kleiner Exkurs:
Zwischen meine Fotos von der Brombeerhecke am Feldweg habe ich übrigens Bilder geschummelt, die hier in Hannover im Zoo (Werbung ohne Auftrag und ohne finanziellen Nutzen) entstanden sind.
Wusstet ihr, dass auch Wölfe Brombeeren mögen?
In der Wolfsanlage wachsen Brombeersträucher und ich hatte das Vergnügen, einen Wolf dabei beobachten zu können, wie er sich mit der Zunge sehr geschickt und vorsichtig die reifen Früchte von den Zweigen gezupft hat.
Nun zum Rezept für das Brombeergelee, das von meiner Ma stammt:
Zutaten: (ich hatte 1600 g Brombeeren und habe gleich das doppelte Rezept gemacht)
- 800 g frisch gepflückte Brombeeren
- 200 ml Wasser
- 100 ml Portwein
- 600 g Gelierzucker (1:1)
So geht' s:
Zunächst Brombeersaft herstellen. Dazu die Beeren mit dem Wasser in einen großen Topf geben und in ca. 10 - 15 Minuten kochen lassen, bis sie sehr weich sind...
Derweil die Gläser vorbereiten (* siehe unten)
Den (abgemessenen! Das Verhältnis von Zucker und Saft muss stimmen.) Brombeersaft wieder in den Topf geben, mit dem Gelierzucker verrühren, zum Kochen bringen und unter rühren 4 Minuten köcheln. (Gelierprobe machen.)
Den Portwein hinzufügen, alles noch einmal aufkochen lassen - fertig.
Das Gelee sofort in die vorbereiteten Gläser füllen, diese verschließen und für ca. 15 Minuten auf den Deckel stellen.
FERTIG, LECKER!
Einige der Fotos habe ich ausgedruckt und zu Etiketten für die Gläser verbastelt.
Das ist schnell gemacht und sieht hübsch aus.
(Der aufmerksame Leser wird vielleicht bemerken, dass da als Datum 8/2018 angegeben ist...
Tatsächlich ist das kein Schreibfehler, sondern der Tatsache geschuldet, dass dieses Posting letzten Sommer versehentlich unveröffentlicht geblieben ist.
Nun spricht ja wenig dafür, über Brombeeren im Advent zu bloggen, sondern es macht mehr Sinn, zu warten bis wieder August ist und die Beeren reif sind...)
Hoffentlich habt ihr jetzt Lust bekommen, selbst auch einen Spaziergang
durch die Feldmark zu machen und danach Brombeergelee zu kochen?!
Mich würde es freuen! Herzlicher Claudiagruß
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* Wichtig ist absolute Sauberkeit! Sonst kann sich Schimmel bilden - und das wäre doch sehr ärgerlich.
Die Gläser und auch die Deckel werden sterilisiert, indem man randvoll kochendes Wasser hinein gießt
(etwas überlaufen lassen) und ca. 1 Minute wartet.
Das Wasser wegschütten und nun kann Gelee/ Marmelade (noch kochend heiß) direkt eingefüllt werden.










20 Kommentare:
Hallöchen,
ich war bei deinem Spaziergang ganz bei dir. Ich vergesse auch immer die Zeit dabei;0) Gerade bekomme ich auch große Lust dazu, aber auf mich wartet wieder ein laaaaaanger Arbeitstag:((((
Herzlichst Kirsten
Guten Morgen, liebe Claudia,
ich danke Dir herzlich für diesen wunderbaren Post! Und ich kann sehr gut verstehen, was Du meinst! Früher, als ich noch daheim im Dorf lebte, hab ich das auch so gern gemacht! Hier wüßte ich gar nicht, wohin und wie weit ich fahren müßte, um eine schöne Brombeerhecke zu finden ...
Das Rezept von Deiner Mama klingt köstlich!
Hab einen schönen Tag!
♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥
Liebe Claudia,
obwohl ich dieses Jahr sehr sparsam bei der Herstellung von Marmelade bin (Stichwort: Vorräte verbrauchen), musste ich doch schon ein paar Gläser Beerengelee kochen. Ich bin da ein bisschen süchtig... *lach*
Die Sache mit dem Sterilisieren der Gläser stammt aber aus den Zeiten unserer Mütter, oder? Ich spüle im Geschirrspüler ganz normal und dann wird sorgfältig mit Trichter eingefüllt. Randvoll, zudrehen, umdrehen. Mir schimmelt nie die Marmelade obwohl ich immer 3:1 Zucker verwende.
Brombeergelee ist soooo lecker!
Liebe Grüße
Elke
Mhm Claudia, da möchte ich gerne ein Gläschen haben. Gelees sind so lecker, und von selbstgepflückten Beeren doppelt so gut. Brombeeren findet man hier kaum noch an unserem Waldrand, aber ich kann dich gut verstehen, dass du lieber selbstpflücken willst. So ganz für sich alleine, kann man auch gut den Gedanken nachhängen und die Seele baumeln lassen.
Hab noch eine schöne Woche, Martina
Auch in diesem Jahr gibt es bei uns Brombeeren ohne Ende. Habe auch schon ordentlich verarbeitet. Ansonsten wird es wohl nicht mehr soviel geben. Äpfel, Birnen... an den Bäumen hängt nicht viel.
Lieben Inselgruß
Kerstin
Liebe Claudia,
Brombeeren mit Portwein klingt interessant! Als kleines Mitbringsel, anstelle von Blumen, kommt sie immer richtig gut an, gerade, weil es doch schon Arbeit macht.
Den noch ungesüßten warmen Beerenmus kann man auch ganz gut in der „flotten Lotte“ von einem Großteil der Kerne befreien!
Brombeeren darf ich immer bei einer Freundin pflücken, eingefroren verarbeite ich sie nach und nach zu roter Grütze, im Crumble oder Kompott.
Momentan wollen hier Pflaumen und Äpfel verarbeitet werden......
Liebe Claudia,
das sollte ich vielleicht auch mal tun,einfach ins Auto hüpfen und dem (manchmal anstrengenden) Alltag einfach entfliehen.
Dort hätte ich wohl die auch Zeit vergessen:)
Dann war ich zuerst erschrocken,daß dir ein Wolf begegnet ist im Wald,aber dem war ja nicht so.
Verführerisch sieht dein Brombeer-Gelee aus und dazu noch so hübsch verpackt!
Ganz liebe Grüße von
Kristin
Hallo Claudia,
mmmh, das steht hier auch noch auf dem Programm. Aber noch sind sie nicht reif und ich hoffe, dass wir noch ein paar ernten können bevor es in den Urlaub geht, den Brombeermarmelade oder Gelee ist einfach total lecker!
LG zu Dir
Manu
Liebe Claudia,
ich habe Samstag erst ein großes Glas leckere Brombeermarmeldade geschenkt bekommen. Hach, da muss ich erstmal nicht spazieren gehen.
Die liebe Tina deckt mich nämlich dieses Jahr großzügig mit Marmelade ein.
Aber ich glaube, das Selbermachen ist auch schön.
Genau wie Deine Bilder.
Dir einen schönen Abend, lieben Gruß
Nicole
Liebe Claudia!
Danke, dass Du uns auf Deinen Spaziergang mitgenommen hast. Dein Post vermittelt so viel Ruhe und Achtsamkeit, man entspannt schon beim Lesen. Das Rezept klingt lecker, und soll ich Dir was verraten ? Ich nenne ein Glas dieser Köstlichkeit mein eigen.... aber psssst, nicht verraten!
Liebe Grüße
Karen
Liebe Claudia,
das hast du so nett geschrieben, das ganze drumrum ist wirklich was zum Genießen vor dem späteren Genuss des Gelees. Das mit dem Portwein hört sich gut an. Ich hab eine große Kornellkirschen-Ernte vor mir, denen kann man wegen des großen, fest haftenden Kerns nur mit dem Entsafter Herr werden. Mit etwas Himbeeren vermischt schmeckt das Gelee himmlisch.
LG eSTe
Liebe Claudia,
genascht habe ich auch schon von den leckeren Brombeeren am Wegesrand, auf dem Plan habe ich unbedingt noch das Pflücken einer größeren Menge. Und am Sonntag bei einer Radtour haben wir im Wald noch jede Menge herrliche Heidelbeeren entdeckt, da muss ich wohl auch noch mal los:)
Wie steht es in diesem Sommer mit den Früchten?
Herzliche Grüße,
Birgit
Liebe Birgit,
diesen Sommer ist noch Brombeergelee aus der Produktion vom letzten Jahr übrig ;o)
Erdbeer- und Aprikosenmarmelade wurden aber schon gekocht und der Liebste steht in den Startlöchern für Zwetschgenmus. Ich versuche, nicht jedes Jahr die gleichen Früchte zu verarbeiten, damit etwas Abwechslung auf dem Frühstückstisch landet. Zumal ich gar nicht sooo oft süß frühstücke. Nämlich höchstens am Wochenende.
Blaubeermarmelade klingt allerdings auch ungeheuer gut...
Claudiagruß
Was für ein liebevoller Post - da wurde mir beim lesen ganz warm ums Herz ♥ Und jetzt hab ich Lust auf Gelee *lach* Das sieht wirklich sooo gut aus!
Alles Liebe in deinen Mittwoch,
nima
Oh ja, da bekomme ich doch Lust auf's Marmelade kochen. Leider sind bei uns die Brombeeren (wie schon im letzten Jahr) fast alle vertrocknet. Die große Dürre lässt die Beeren nicht ausreifen.
Liebe Grüße und danke für den schönen Beitrag
Monika
Sehr lecker, liebe Claudia. wir haben auch einen Brombeerstrauch im Garten, aber für Marmelade reicht es (noch) nicht. Aber dafür hab ich im Frühjahr beim Holunder nichts abgeschnitten und der biegt sich unter Früchten und da freue ich mich sehr aufs Marmelade kochen.
Liebe Grüße
Tanja
Brombeergelee schmeckt lecker.
Ja, ich habe auch Lust auf einen Spaziergang. Aber nicht auf das Pflücken der Beeren an den stacheligen Ranken.
Liebe Grüße von Ingrid, der Pfälzerin
Oh wie lecker, Brombeermarmelade, ein Gaumenschmaus
LG Angelika
Bei Brombeeren (meine eigenen im Garten) nehme ich gerne in Kauf, dass sie mich stechen, kratzen, einfangen und nicht mehr loslassen wollen. Keine Ahnung, wieviele Hemden sie mir schon zerrissen haben. Ich liebe Brombeeren. Sie sind die Mühe wert. Dieses Jahr brauchen sie neue Stützen ... Liebe Grüsse und geniess die Konfitüre. Regula
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