Freitag, 1. Mai 2020

April adieu


Nun sitze ich hier seit Tagen vor dem Laptop, schaue auf eine - mit Ausnahme der Fotos - leere Seite. Jede Ablenkung kommt mir recht, um anderes zu tun  (ausgeprägtes Vermeidungsverhalten heißt sowas in der Psychologie ;o) und immer wieder ringe ich um Worte, diesen unwirklichen Monat zu verabschieden...

Die Begrüßung des Mai ist bereits fertig und vorgeplant, das flutschte nur so.
Was bleibt aber über den April zu sagen, außer CORONA, Kontaktsperre, Lockdown und der Tatsache, nervige Alltagsmasken zu tragen?

Wie gelähmt fühlt es sich an, ich werde immer inaktiver und lustloser.
Während mir vorher einsame Momente und Spaziergänge in der Natur Genuss und Freiheit bedeuteten, fühle ich mich nun auch dabei immer mehr isoliert.
Betrachtete ich noch vor kurzem mitfühlend die Mamas mit quengelnden Kindern, wünschte ich mir nun die quirlige Zeit mit meinen lebhaften kleinen Söhnen zurück.




Über allem aber steht da diese eine Nachricht, die mich Karfreitag erreichte - klick -, die mich in Gedanken bei K. (und ihrer Familie) sein lässt, seither in mir rüttelt.
Da ist nun ein tägliches, hoffentlich kraftgebendes Ritual das innere Verbindung schafft.




Dann ist da die neue Erfahrung im Home- Office zu arbeiten und die Erkenntnis, dass sich das ganz anders anfühlt, lange nicht so leicht und entspannt, wie erwartet.
Ja, man spart den Fahrtweg, in der Mittagspause gibt es warmes Essen und konzentrierteres Arbeiten ist Zuhause auch besser möglich, als im Großraumbüro.
(Übrigens gibt es an meinem Arbeitsplatz durch die Pandemie gerade alles andere als weniger Arbeit. Wenn ich überall höre oder lese, wie viel mehr Zeit wir jetzt alle haben, wird mir übel.
Nicht, dass ich nicht dankbar bin, weiter über ein gesichertes Einkommen zu verfügen, aber Überstunden hatte ich vorher schon mehr als genug...)

Bevor ich ins Büro fahre, trinke ich normaler Weise fast durchgängig das ganze Jahr über meinen Morgenkaffee auf dem Balkon. Im Home- Office steht der Schreibtisch am großen Fenster davor. Den ganzen Tag schaue ich ins Grüne. Für den Luxus eines morgendlichen Draußenkaffees fehlt mir  im Home- Office die innere Ruhe, stattdessen beginne ich direkt mit der Arbeit.
Und logisch: auch auf' s Nachhausekommen zum Feierabend freut sich nicht so, wer eh den ganzen Tag da war.

Bei jedem Glas Wasser, das ich mir aus der Küche hole, bei jedem Gang ins Bad oder wenn nur der Postbote klingelt: sofort habe ich ein schlechtes Gewissen, denn jetzt ist Arbeitszeit.
Natürlich hole ich mir auch im Büro zwischendurch mal Kaffee, wechsle ein Wort mit Kollegen, aber in den eigenen vier Wänden kommt mir das unrecht vor.


Liebe Post, die mich erreichte, wollte ich euch noch zeigen:


Post von Kirsten 

- Kirsten klick - (Werbung wegen Verlinkung) sorgte für meine gefiederten Freunde auf dem Balkon und schickte tolle gehäkelte Netze für Erdnüsse und Meisenknödel, welche auch sogleich begeistert angenommen wurden. Außerdem ein gebasteltes Hasentöpfchen für blumiges Saatgut.
Herzlichen Dank, meine liebe Kirsten!

- Kein Foto gibt es leider von Jani' s klick - (Werbung wegen Verlinkung) Post.
Die leckeren Spiegelei- Kekse, verschwanden - öhöm auf unerfindliche Weise - ratzfatz, bevor ich daran dachte, zu fotografieren...
Deine Nachricht war mir ein ganz besonderes Zeichen. Ich hab mich SO gefreut, Jani. DANKE!


Post oben links von Lene und unten links von Maike 

- Von Lene klick - (Werbung wegen Verlinkung) flatterte ein Stoffvöglein herbei, das sich direkt in meiner Weide am Balkon heimisch zu fühlen schien und so dauerhaft dort einziehen durfte. 
1000 Dank dir, liebe Lene, für deinen Gruß und dein Vertrauen. Du weißt schon...

- Maike klick - (Werbung wegen Verlinkung) schickte mir HOPE/ Hoffnung in diese Zeit. 
Immer wieder tut es einfach so gut, mich mit dir austauschen zu können (und du wirst immer meine Frau froh und bunt bleiben ;o) liebe Maike. Danke . Nicht nur für den Kartengruß!


Post von Kristin oben links, Nicole unten links und Manu rechts

- Kristin hat leider ihr Blog stillgelegt und ist jetzt nur noch bei Instagram zu finden - klick - (Werbung wegen Markennennung, und Verlinkung), worüber ich ziemlich traurig bin, weil ich immer gern bei ihr gelesen habe. Umso mehr freue ich mich, dass unser Kontakt nicht abgerissen ist.
Ich sage danke dafür und für deine Hoppelgrüße liebe Kristin.

- Nicole - klick(Werbung wegen Verlinkung) und ihr Sohnemann schickten regenbogenbunte, hoffnungschürende Grüße.
Die bunten Farben stimmen richtig fröhlich, liebe Nicole und lassen für einen Moment alles Grau verblassen.  - Und Regenbogen liebe ich, wie du weißt sowieso!
Danke euch! :-*

- Von Manu - klick - (Werbung wegen Verlinkung) kam nicht nur eine sehr schöne selbstgemachte Karte  (passt die nicht hervorragend zu meinen Papageitulpen?!). Die Karte enthielt auch noch einen laaangen Brief. In der Folge gingen etliche Kurznachrichten hin und her. Wie gut, sich so über die Entfernung nahe sein zu können!
Danke liebe Manu, für unsere Verbindung - und natürlich für die Post.




Osterfreude wollte mir in diesem Jahr trotz allem nicht wirklich aufkommen.

Es gab dieses Jahr kein Familienfest, nur eine Onlinekonferenz.
Aber seit Ostermontag treffe ich mich zumindest nach 4- wöchiger Abstinenz wieder regelmäßig mit dem Liebsten (der dringend einen Haarschnitt von mir wollte ;o)
Die Fastenzeit verstrich unter dem Schatten des Virus fast unbemerkt.
Mir fehlte die echte Gemeinschaft in unserer Gemeinde.

Nachrichten und Videos konnten für all das, was mir wirklich wichtig ist, für die  Nähe zueinander kein Ersatz sein.
Unser Chorleiter schickte Aufnahmen unserer Musikstücke per Mail.
In die Dankbarkeit darüber mischten sich Tränen...


Als ich im Januar - klick - diesen Jahres damit begann, den Schreibstil meines monatlichen Rückblicks zu verändern - also mich dabei nicht mehr so umfangreich in Einzelheiten zu verlieren, sondern eher insgesamt ein Résumé zu ziehen - war der Plan wahrlich nicht, hier alle 4 Wochen nur noch sich immer mehr steigernde Schreckensmeldungen aufzulisten.
Aber: ich möchte gerne authentisch schreiben.

Das erste Jahresdrittel ist nun vorüber und tatsächlich ist es auch im April wieder das, was vom Monat übrigbleibt:
Fahler Nachgeschmack und viel zu warmes und vor allem zu trockenes Wetter!


April ADIEU!



10 Kommentare:

Nähbegeisterte hat gesagt…

Liebe Claudia,
ja am Anfang ging es mir mit der Heimarbeit auch so. Aber wie du schon schreibst ich mache das ja im Büro auch und nun koche ich mir also meinen Tee eben hier. Das ist okay und den Postboten einfach so von dannen ziehen lassen wenn man da ist, ist doch auch blöd oder? 🤔
Jeder ist sich bewußt das es in Heimarbeit anders läuft.

Ich kann es auch nicht mehr hören das wir mehr Zeit haben. Hier gibt es Heimarbeit und Heimschule und den Haushalt und viele Arbeiten wie immer nur die Kontakte sind eingeschränkt.

Habe einen schönen Start in den Mai und alles liebe deine nähbegeisterte Andrea 🍀

Jojo hat gesagt…

Liebe Claudia, auch bei uns gibt es ganz und gar nicht weniger Arbeit in der Werkstatt - die behinderten Menschen sind seit Mitte März daheim, aber nun erfolgt die Betreuung aus der Ferne per Telefon und mit Bildungspaketen, die wöchentlich erarbeitet, gedruckt und versendet werden müssen. Und die Kundenaufträge laufen weiter und müssen von einem Viertel fleißiger Hände erledigt werden. Ich bin täglich zwischen Schreibtisch und Produktion gewechselt. Nur wenige Heimarbeitstage zum Maskennähen waren möglich.
Nach der gestrigen dramatischen Nachricht aus dem Familienkreis tritt dies alles etwas in den Hintergrund. Wir sind gerade von einem spontan einberufenen Familienrat zurückgekehrt. Es war eine ganz besondere Erfahrung, die mich im Herzen rührt in verschiedener Hinsicht.
Ich wünsche Dir einen wunderbaren Mai - alles Liebe von Lene

niwibo hat gesagt…

Liebe Claudia,
da bin ich ja froh, dass ich beides habe, Homeoffice und Kanzlei.
Da habe ich solche Gedanken gar nicht.
Wenn ich hier bin, mache ich natürlich dem Briefträger auf, warum auch nicht, und zwischendurch ein Glas Wasser oder Tee, ist doch auch mehr als normal.
Mach Dir also da mal keine Gedanken.
Und ich glaube, Du musst das Ganze etwas lockerer sehen, die düsteren Gedanken bringen dich doch auch nicht wirklich weiter.
Davon ändert sich an der Situation draußen auch nichts.
Also, Kopf hoch und auf in einen schönen Mai,
et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jot jejange... wie wir Kölner so schön sagen.
Ganz lieben Gruß
Nicole

Valomea hat gesagt…

Liebe Claudia,
einen unbeschwerten Monatsrückblick kann diesen Monat wohl niemand schreiben. Egal, ob Homeoffice oder die "normale" Arbeit, die alles andere als normal ist in diesen Tagen...
Es ist eine grße Aufgabe, dabei den kühlen Kopf zu bewahren und die Augen aufzumachen für die Schönheiten der Welt.
Sei herzlich gegrüßt!
Elke

Elkes Lebensglück hat gesagt…

Liebe Claudia
also ich bin froh dass ich nicht arbeite und mein Schatz geht in Rente in 2 Monaten auch nicht mehr. So einfach hört sich das wirklich nicht an und auch der April bei dir
Ich würde auch lieber alles besser haben ich werde so langsam müde auch irgendwie. Jetzt mit der Maskenpflicht in dne Laden überall habe ich meine Schwierigkeiten zum atmen und muss aufpassen dass ich keine panik bekomme dadrunter.
Ja und der Mai geht alles weiter, mal schauen .. Schön deine Post was du bekommen hast im April!
Ich wünsche dir trotzallem einen shcönen Mai und hoffentlich was besser !
Lieben Gruss Elke

Babajeza hat gesagt…

Das frage ich mich eben schon die ganze Zeit: Die verordnete Isolation, um der Gesundheit zu nützen, schadet doch der Gesundheit. Solange jemand (ich auch) ein bisschen lust- und antriebslos oder lust- und antriebslos ist, geht das ja noch. Bleibt die Hoffnung, dass es ein Nachher gibt. Aber was ist mit denen, die so richtig Probleme haben, Verzeiflung und Depression erleben, sich mit Suizidgedanken tragen? Sich nicht getrauen, zum Arzt zu gehen, wenn sie körperliche Beschwerden haben? Hat man an die auch gedacht? Leben retten, meine Fresse! Corona-Opfer ... Ich fasse es nicht.

Kirsten M. hat gesagt…

Hallo Claudia,
ich durfte im April meine vielen Ü-Std abbummeln. Auch komisch, wenn man nichts machen darf und kann. Also ich meine treffen mit Freunden usw. Hab mich dann anderweitig beschäftigt, wie man sieht bei mir. Ich hoffe, dir geht es bald besser und in deinem Bekanntenkreis sind alle gesund und munter. Auf jeden Fall haben viele an dich gedacht wie man sieht (Post ect), das ist doch schön:) Bleib gesund.... Herzlichst Kirsten

Fischtown Lady hat gesagt…

Liebe Claudia,
mehr Zeit gibt es hier auch nicht. Ich arbeite nicht unbedingt mehr und das kostet Zeit. Einkaufen, auch für Andere geht nicht mal eben so. Aber ich will nicht jammern. Wir haben alles, dürfen raus. Meine Kinder kann ich sehen wenn auch auf Entfernung. Sie sind zum Glück schon erwachsen. Unser Leben ist anders wir werden uns dran gewöhnen müssen. Und irgendwann ist das hoffentlich vorbei. Aber dann wäre es gut wenn wir daraus gelernt hätten.
Liebe Grüße, Marita

Varis hat gesagt…

Du sprichst mir aus der Seele, liebe Claudia. Die ganze Situation geht einem aufs Gemüt und auch wenn ich mich unter anderen Umständen über ein paar Wochen zu Hause wie verrückt freuen würde, kann ich das angesichts der aktuellen Situation nicht genießen. Es fehlt, wie du sagst, die innere Ruhe dazu. Außerdem fehlen mir die Berge. Da dürfen wir dank der bayrischen Ausgangsbeschränkung schon seit 7 Wochen nicht mehr hin und ein Ende ist nicht in Sicht. Das ist alles wie in einem schlechten Film.
LG, Varis

Augusta M hat gesagt…

Puh, du hast recht ein Drittel des Jahres ist schon vergangen...unglaublich
Mit Home office hatte ich als Lehrerin in meinem vergangenen Berufsleben auch Erfahrung ...mit dem ewigen schlechten gewissen...das kenne ich zu gut und habe mir oft gewünscht einen beruf mit Stechuhr zu haben...nur in letzten jahren konnte ich die Flexibilität genießen...da wünsche ich dir, dass dir das schneller gelingt *zwinker

Liebe Grüße
Augusta

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