Vergangenen Samstag um die Mittagszeit. Der Liebste und ich sitzen im Wohnzimmer, als es an der Tür klingelt. Eine Nachbarin steht draußen.
Sie entschuldigt sich mehrfach umständlich für die Störung und sagt dann, also sie weiß gar nicht, was das für eine Art ist und sie weiß vor allem nicht, was sie jetzt machen soll. Aber weil ich ja die letzten Jahre immer das Amselnest auf dem Balkon hatte, dachte sie, ich kenn mich vielleicht besser aus. Jedenfalls da unten im Hochbeet neben der Haustür, da sitzt so ein minikleiner schwarzer Vogel.
"Okay", sage ich. "Dann gehen wir wohl besser schnell nach unten, bevor eine Katze vorbei kommt..."
Ich sehe den Vogel und denke sofort: das ist ein Mauersegler!
Martina - klick - (Werbung wegen Verlinkung, Link führt zu Instagram) hatte schon mehrfach aus dem Nest gefallene Mauersegler in Pflege. Wir wohnen ja nicht weit auseinander und so hatte ich das vor 2 Jahren miterlebt. Zur Sicherheit schicke ich ihr ein Foto aufs Handy. Die Antwort kommt schnell. Mein Verdacht war richtig, es ist ein Mauersegler. Leider noch längst nicht flügge.
Während Martina und ich telefonieren, lehne ich am Hochbeet und der kleine Vogel klettert - upps - seitlich an meinem T- Shirt hoch. Ich schwöre es euch, der hat in diesem Moment Mama zu mir gesagt. Das ist sehr niedlich.
"Viel Spaß beim füttern", sagt hingegen lachend Martina und dann netter Weise, dass ich ihr den Kleinen auch vorbeibringen kann.
Es ist nicht so einfach, Mauersegler großzuziehen und es braucht Zeit, denn tagsüber müssen die Tiere in kurzen Abständen gefüttert werden. Obwohl ich keine Berührungsängste habe und durchaus Lust hätte, es selbst zu versuchen, bin ich froh über das Angebot ihn abgeben zu können.
Ich weiß, nach dem Wochenende, wenn ich wieder arbeiten muss, wäre das zeitlich nicht zu schaffen.
Mauersegler verbringen (außer während der Brutzeit) nahezu ihr ganzes Leben lang Tag und Nacht ununterbrochen in der Luft. Sie sind nicht darauf ausgerichtet, sich am Boden zu bewegen, wie man es von anderen Vogelarten kennt.
Wenn die Tiere, wie unser noch flugunfähiges Findelkind, doch mal am Boden unterwegs sind, sieht das sehr unbeholfen aus. Die kleinen Füße mit den 4 nach vorne gerichteten Zehen sind nicht geeignet, auf Ästen zu sitzen, wohl aber dazu, an T- Shirts, Bäumen oder Mauern empor zu klettern.
Der Vogel hängt noch immer an meinem Shirt, als ich mich von der Nachbarin verabschiede und zurück in meine Wohnung komme.
"Oh", sagt verzückt der Liebste, "was hast du denn da mitgebracht? Der ist ja süß! Der sieht aus, als würde er Oskar heißen..."
Wir machen rasch ein paar Fotos fürs Blog, dann suche ich einen Karton, setze den Vogel hinein und fahre zu Martina.
Nach kurzer Fahrt stehe ich in Martinas Küche. Es riecht köstlich, denn sie backt gerade Kuchen.
Sie nimmt den Vogel aus dem Karton und bietet ihm gleich mal etwas Wasser an. Aber nee, er will nicht.
Ich fahre zum nächsten Zoogeschäft, um Heimchen zu kaufen. Es gibt nur eine einzige Packung und gar keine Wachsmaden, aber für den ersten Hunger wird das reichen.
Als ich zurück komme, ist der Kuchen aus Martinas Ofen fertig und sie bietet mir sozusagen im Tausch gegen den kleinen Mauersegler 2 Stücke Kuchen für den Liebsten und mich an. Kein schlechtes Geschäft für uns ;o)
Martina, du Liebe, hab vielen Dank! Nicht nur für den leckeren Kuchen, sondern vor allem für deine Fürsorge und Einsatzbereitschaft!!!
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| In guten Händen: Oskar bei Martina |
Am Sonntag erfahre ich, dass der kleine Vogel nur 28 Gramm wiegt. (40 g sollte er haben, um ausfliegen und für sich selbst sorgen zu können.) Er macht jedoch einen munteren Eindruck.
Inzwischen hat er auch zusätzliche Vitamine bekommen.
Bitte alle hier mal feste die Daumen drücken, dass unser Findelkind sich gut entwickelt, gesund ist und bald in die Freiheit entlassen werden kann.
Ich werde berichten!











