Mittwoch, 15. Juli 2020

Findelkind


Vergangenen Samstag um die Mittagszeit. Der Liebste und ich sitzen im Wohnzimmer, als es an der Tür klingelt. Eine Nachbarin steht draußen. 
Sie entschuldigt sich mehrfach umständlich für die Störung und sagt dann, also sie weiß gar nicht, was das für eine Art ist und sie weiß vor allem nicht, was sie jetzt machen soll. Aber weil ich ja die letzten Jahre immer das Amselnest auf dem Balkon hatte, dachte sie, ich kenn mich vielleicht besser aus. Jedenfalls da unten im Hochbeet neben der Haustür, da sitzt so ein minikleiner schwarzer Vogel.
"Okay", sage ich. "Dann gehen wir wohl besser schnell nach unten, bevor eine Katze vorbei kommt..."




Ich sehe den Vogel und denke sofort: das ist ein Mauersegler!

Martina - klick - (Werbung wegen Verlinkung, Link führt zu Instagram) hatte schon mehrfach aus dem Nest gefallene Mauersegler in Pflege. Wir wohnen ja nicht weit auseinander und so hatte ich das vor 2 Jahren miterlebt. Zur Sicherheit schicke ich ihr ein Foto aufs Handy. Die Antwort kommt schnell. Mein Verdacht war richtig, es ist ein Mauersegler. Leider noch längst nicht flügge.




Während Martina und ich telefonieren, lehne ich am Hochbeet und der kleine Vogel klettert - upps - seitlich an meinem T- Shirt hoch. Ich schwöre es euch, der hat in diesem Moment Mama zu mir gesagt. Das ist sehr niedlich.
"Viel Spaß beim füttern", sagt hingegen lachend Martina und dann netter Weise, dass ich ihr den Kleinen auch vorbeibringen kann.

Es ist nicht so einfach, Mauersegler großzuziehen und es braucht Zeit, denn tagsüber müssen die Tiere in kurzen Abständen gefüttert werden. Obwohl ich keine Berührungsängste habe und durchaus Lust hätte, es selbst zu versuchen, bin ich froh über das Angebot ihn abgeben zu können. 
Ich weiß, nach dem Wochenende, wenn ich wieder arbeiten muss, wäre das zeitlich nicht zu schaffen.

Mauersegler verbringen (außer während der Brutzeit) nahezu ihr ganzes Leben lang Tag und Nacht ununterbrochen in der Luft. Sie sind nicht darauf ausgerichtet, sich am Boden zu bewegen, wie man es von anderen Vogelarten kennt. 
Wenn die Tiere, wie unser noch flugunfähiges Findelkind, doch mal am Boden unterwegs sind, sieht das sehr unbeholfen aus. Die kleinen Füße mit den 4 nach vorne gerichteten Zehen sind nicht geeignet, auf Ästen zu sitzen, wohl aber dazu, an T- Shirts, Bäumen oder Mauern empor zu klettern.
 
Der Vogel hängt noch immer an meinem Shirt, als ich mich von der Nachbarin verabschiede und zurück in meine Wohnung komme. 




"Oh", sagt verzückt der Liebste, "was hast du denn da mitgebracht? Der ist ja süß! Der sieht aus, als würde er Oskar heißen..."

Wir machen rasch ein paar Fotos fürs Blog, dann suche ich einen Karton, setze den Vogel hinein und fahre zu Martina.




Nach kurzer Fahrt stehe ich in Martinas Küche. Es riecht köstlich, denn sie backt gerade Kuchen. 
Sie nimmt den Vogel aus dem Karton und bietet ihm gleich mal etwas Wasser an. Aber nee, er will nicht. 
Ich fahre zum nächsten Zoogeschäft, um Heimchen zu kaufen. Es gibt nur eine einzige Packung und gar keine Wachsmaden, aber für den ersten Hunger wird das reichen. 

Als ich zurück komme, ist der Kuchen aus Martinas Ofen fertig und sie bietet mir sozusagen im Tausch gegen den kleinen Mauersegler 2 Stücke Kuchen für den Liebsten und mich an. Kein schlechtes Geschäft für uns ;o)
Martina, du Liebe, hab vielen Dank! Nicht nur für den leckeren Kuchen, sondern vor allem für deine Fürsorge und Einsatzbereitschaft!!!


In guten Händen: Oskar bei Martina


Am Sonntag erfahre ich, dass der kleine Vogel nur 28 Gramm wiegt. (40 g sollte er haben, um ausfliegen und für sich selbst sorgen zu können.) Er macht jedoch einen munteren Eindruck.
Inzwischen hat er auch zusätzliche Vitamine bekommen.

Bitte alle hier mal feste die Daumen drücken, dass unser Findelkind sich gut entwickelt, gesund ist und bald in die Freiheit entlassen werden kann. 
Ich werde berichten!


Sonntag, 5. Juli 2020

Willkommen im Juli






... im JULI werde/ möchte ich...

  • Nana - klick - (zusammen mit meiner Ma) mal wieder besuchen,  ✔
  • die Freundin treffen und gemeinsam frühstücken ✔
  • den älteren der beiden Lieblingssöhne in den Urlaub verabschieden, ihm eine tolle Zeit wünschen und hoffen, dass er gesund wieder zurückkehrt
  • wechselweise im Homeoffice und im Büro arbeiten
  • auf 7 Jahre Alltagsbunt zurückblicken
  • mit dem Chor zusammenkommen
  • Wolle für ein neues Strickprojekt aussuchen
  • Wassermelonensalat - klick - futtern und 
  • Kirschkuchen backen
  • (mit Abstand) an einer Taizéandacht teilnehmen
  • Urlaubspläne mit dem Liebsten schmieden
  • Geburtstag haben

JULI - ich freue mich auf dich!





Donnerstag, 2. Juli 2020

Juni adieu


Schwupps vorbei, das erste Halbjahr 2020. 
WAAAAAS??? 
Wo ist sie hin die Zeit, wie kann das sein? 




Der Juni begann - Corona zum Trotz - mit guten Tagen (klick) am Meer, die viel zu schnell verflogen.
 
Jetzt beim Schreiben staune ich gerade, wie viel Schönes sich diesen Monat doch angesammelt hat, denn zwischen Bürowochen und Homeoffice dümpelte die Zeit dahin. 
Ziemlich mürbe, lust- und kraftlos lässt mich der Monat mit dem Gefühl zurück, ständig etwas zu verpassen. So surreal erscheint  mir die Pandemie und wie sich das Leben verändert hat.
Sonst meist voller Unternehmungsgeist und Ideen, würde ich mir gerade öfter wünschen, dass auch mal jemand anderer die Initiative ergreift, statt immer selbst diejenige sein zu müssen, die antreibt.

Der seltsame Luftdruck mit extrem stürmischem Wind, der an vielen Junitagen wetterbestimmend war, walzte meine Balkonbepflanzung nieder, trocknete überall den Boden noch mehr aus, verursachte mir Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme, ließ mich nicht schlafen und machte ganz raschelig. 




Ich traf die Freundin in der Ferne, was ich sehr herbeigesehnt hatte, die hier in meiner Stadt ihre Familie besuchte und ausgerechnet an diesem Nachmittag hatten wir den einzigen nennenswerten Regen des Monats in Hannover (Werbung wegen Ortsnennung). 2 Stunden lang schüttete es so dermaßen, dass wir, selbst wenn wir gewollt hätten, das Café nicht früher verlassen konnten.

Mein Yoga- Kurs hier vor Ort startete (leider zu viel früherer Uhrzeit als regulär) nach der coronabedingeten Pause endlich wieder und zwar als Outdoorversion: sehr ungewohnt, aber auch besonders schön war das.




Ich nutze die Zeit in der Homeoffice- Woche für zeitige Feierabende und um nachmittags endlich wieder mehr raus in die Natur zu kommen, entdeckte bei langen Spaziergängen durch die Leinemasch winzige, puschelige Entenküken und die Schafherde, die jeden Sommer hier durch die Gegend zieht, war auch wieder da. 
Ich freute mich dabei über ein zufälliges Treffen mit Martina - klick - (Werbung wegen Verlinkung und Markennennung, der Link führt zu Instagram), über Besuch von meiner Ma auf einen spontanen Kaffee am Balkon sowie den nachmittäglichen Besuch eines Wochenmarktes (bei dem ich mir einen großen, wundervoll duftenden Strauß Freilandrosen gönnte) in einer Gegend der Stadt, in der ich sonst nicht oft bin. 
All das ließ fast so etwas wie Urlaubsgefühl aufkommen, obwohl ich jeden Tag ab halb 7 Uhr morgens  brav am Laptop saß und mein normales dienstliches Pensum abarbeitete.

Mittags gab es u. a. Christines Tarte mit Blütenricotta - klick - (Werbung wegen Verlinkung) aus dem Mai einmal mit grünem Spargel und auch in abgewandelter Variante mit Tomaten. Das war saulecker!




Ein Highlight des Monats war, dass es endlich wieder ein Treffen mit meinem Chor geben durfte. 
Wir trafen uns draußen vor der Kirche, selbstverständlich unter Einhaltung der Abstandsregeln. 
Seit Februar hatten wir uns größtenteils nicht gesehen, geschweige denn zusammen gesungen. An diesem warmen Sommerabend durfte sich jeder von uns ein Lied aus dem Gesangbuch wünschen und wir sangen, bis wir heiser waren und alle Herzen hüpften!


Werbung wegen Profilverlinkungen


Wunderbare ganz liebe Post erreichte mich von Lene - klick - (und ich finde leider das Foto nicht wieder, seuftz und für ein neues ist es inzwischen zu dunkel...), Manu - klick - (Bild unten rechts) und Kirsten - klick - (links im Bild). 

Am vergangenen Freitag hatte dann der Liebste Geburtstag. 
Sein Wunsch nach einem Erdbeerkuchen mit Vanillepudding war mir natürlich Befehl und als später Gast gesellte sich abends ein Junikäfer zu uns auf den Balkon.
Am Samstag feierten wir in allerkleinster Runde mit den Mamas bei italienischem Essen (und ja, für mich gab es wieder die "Pizza-mit-ohne-alles" ;o) noch nach und haben das sehr genossen.
Tatsächlich hatte ich bis dahin auch die Ma des Liebsten monatelang nicht gesehen. 




Kehrt also jetzt wieder die gewohnte Normalität ein? 
Gibt es Raum für Unbekümmertheit?
NEIN!
Viel zu unerforscht ist Corona immer noch und längst nicht eingedämmt. 

In diesem Monat gab es in meiner Familie einen Verdachtsfall. 
Auf einen allgemeinen Infekt folgten Druck auf der Brust mit Kurzatmigkeit und starkem Krankheitsgefühl. 
Hilflosigkeit und eine Riesenangst ergriffen mich.
(Gleich vorweg, das betroffene Familienmitglied ist inzwischen Gott sei Dank wieder gesund.) 

Wir erlebten ziemliches Chaos im Gesundheitswesen. 
Es dauerte eine ganze Woche, bis endlich ein Rachenabstrich gemacht wurde, es gab trotz ziemlich eindeutig wirkender Symptome, derweil kein Kontaktverbot, keine offizielle Quarantäne, weil es ja keinen positiven Test gab. Wie paradox.
Schließlich erfolgte die Aufnahme ins Krankenhaus, dort endlich eine Testung und darauf die Entwarnung: der Test war negativ! 

Das ist es, was in diesem Jahr vom Juni übrig bleibt. Der Schreck in meinen Gliedern, verbunden mit der Erkenntnis, dass wir uns nur zu gerne in falscher Sicherheit wiegen möchten und dass schlechtes Wetter leider keineswegs immer mit Regen gleichzusetzen ist.


Juni ADIEU!



Montag, 15. Juni 2020

Glücksblick zum Mo(h)ntag


Während unseres Urlaubs an der Ostsee spazierten meine Ma und ich immer wieder an  großen Büscheln von Mohnblumen vorbei.
Unzählige Fotos entstanden und meine Ma erinnerte sich an ein Gedicht über Mohnblumen in Getreidefeldern.
Ich erinnerte mich auch, aber leider fiel uns beiden der Anfang nicht ein...
Abends las ich dann das Blog von Elke und sage danke für die Hilfestellung ;o)





Der Bauer und sein Sohn

Der Bauer steht vor seinem Feld 
und zieht die Stirne kraus in Falten.
"Ich hab den Acker wohlbestellt,
auf reine Aussaat streng gehalten;
nun seh mir eins das Unkraut an!
Das hat der böse Feind getan!"

Da kommt sein Knabe hochbeglückt,
mit bunten Blüten reich beladen;
im Felde hat er sie gepflückt,
Kornblumen sind es, Mohn und Raden.
Er jauchzt: "Sieh, Vater, nur die Pracht!
Die hat der liebe Gott gemacht!"

(Julius Sturm 1816 - 1896)


Und wieder einmal ist es die Art der Sicht auf die Dinge, die ihren Wert ausmacht.

Kommt alle gut und gesund in die neue Woche! 



Freitag, 12. Juni 2020

12 von 12 im Juni


Seit fast 7 Jahren blogge ich, schon immer wollte ich dabei sein und schaffe es nun heute endlich zum allerersten Mal. Wie schnell doch so ein Jahr vergeht.
- TAAADAAA! Proudly presents: 12 von 12!

12 von 12, das bedeutet am 12. des Monats über den Tag verteilt 12 Fotos zu machen, die darstellen, wie man den Tag verbracht hat.

Los gehts:




5 Uhr 30 Minuten: der Wecker klingelt! Ich springe frisch und fit wälze mich ächzend und wie in in Zeitlupe aus dem Bett, sinke gleich wieder zurück. AUA! Rücken.
Der Tag beginnt besser, nach ein paar Yoga- Dehnübungen, direkt noch auf der Matratze...




6 Uhr 30 Minuten: Hallo Tag! Den ersten Kaffee des Morgens trinke ich um diese frühe Zeit möglichst immer auf dem Balkon und stricke exakt 2 Reihen.
An manchen Tagen muss ich mich dazu aufraffen, aber das UFO soll irgendwann fertig werden. An anderen Tagen könnte ich ewig weiterstricken, aber nee, die Arbeit ruft. Es bleibt dabei: jeden Morgen exakt 2 Reihen!

Um 6 Uhr 45 Minuten beginne ich dann mein Tagewerk. Diese Woche bin ich im Homeoffice.




10 Uhr 15 Minuten: Jeden Tag um diese Zeit fährt das Programm automatisch herunter, läd ein Update und startet (im besten Fall sofort, manchmal leider erst nach einer gefühlten Ewigkeit) neu.
Heute nutze ich die kurze Zwangspause, um rasch im Vorgarten die Vogeltränke zu befüllen und auch mich selbst vergesse ich nicht.
Es gibt Tee! Der Spruch vom Teebeutel passt gerade besonders gut.


(unbeauftragte Werbung wegen Namens-/ Markennennung)

Irgendwann mache ich Mittagspause und starte gleich mal Ernie, meine Putzhilfe. Er saugt auch noch weiter, während ich esse (und später wieder arbeite).
Für heute hatte ich mir Quark mit Räucherlachs (Rezept hier - klick), Kartoffeln und Rucolasalat vorbereitet. Lecker!




Nach der Mittagspause nehme ich den Laptop mit auf den Balkon und arbeite draußen weiter.
Mein gefiederter Freund sitzt nur 1 Meter von mir entfernt und singt. - Wollt ihr mal hören?




Ich glaube ja, er bedauert es, dass seine Frau in diesem Jahr das Nest statt auf meinem Balkon, am Nachbarhaus gebaut hat ;o) Er fühlt sich jedenfalls offensichtlich trotzdem weiter sehr wohl hier und kommt oft vorbei.




Heute hat er seine mitgebrachten Regenwürmer gegen meine Rosinchen vom Futterteller getauscht.
Das passiert öfter und wäre doch gar nicht nötig gewesen ;o)




16 Uhr 35 Minuten: Endlich Feierabend und Wochenende!!!
Ich schalte den Laptop aus, räume alles Bürokrams nach nebenan ins Kinderzimmer dritte Zimmer.
Dort auf der Fensterbank steht der Blumenkasten fürs Küchenfenster, in den ich vergangenes Wochenende, spät aber dennoch rechtzeitig genug, Kapuzinerkresse gesät hatte.
Ich entdecke das erste Pflänzchen, das schon schon aus der Erde lugt 




Eigentlich möchte ich bei dem herrlichen, sommerlichen Wetter gleich raus in die Leinemasch.
Sonne tanken, mich bewegen, die Woche abschütteln.
Dann fällt jedoch mein Blick auf die Schale mit dem frisch gepressten Orangensaft, in den ich vorgestern Holunderblüten eingelegt hatte, um Gelee zu kochen. (1,5 kg Orangen + 1 Zitrone ergaben 700 ml Saft. Dazu 12 Dolden Holunderblüten und 1 Paket Gelierzucker 2:1 = 5 Gläser Gelee)
Ach menno, wenn ich das jetzt nicht mache, wann dann...




Also nix mit Leinemasch. Dann hole ich mal die Post aus dem Briefkasten.
Meine Freundin aus Jugendtagen war gerade im Urlaub auf Wangerooge und hat mir eine wundervolle Karte geschickt. A. hat sogar ein wenig Sand mit in den Umschlag gefüllt.
Einen Teil des Textes, den ich so schön und stimmig finde, darf ich euch mit ihrem Einverständnis  hier zeigen (Werbung wegen Namensnennung):




Gegen 19 Uhr 30 Minuten trudelt der Liebste hier ein. Ich habe keine Ahnung, warum die Farbe des Teppichs auf dem Foto so seltsam aussieht (und auch nicht, warum er seine Schuhe so kreativ mitten im Flur platziert hat. Ich glaube, das wissen nur Männer? ;o)




Wir essen zusammen Abendbrot, dann gieße ich noch die Blumen.
Wir sitzen auf dem Balkon, genießen den warmen Sommerabend, quatschen.
Ich schreibe dieses Posting...




...  und für heute ist es nun wirklich genug! Schnell noch zu Caro verlinken - klick - (Werbung wegen Verlinkung). Bei euch gucke ich dann morgen und sage:


GUTE NACHT